Schenkkreismord
Mordfall Dubey: Vor der Anklage

Das Strafverfahren gegen die Täter im Grenchner Dreifach-Mord steht vor dem Abschluss. Die Dubeys mussten wohl ihr Leben lassen, weil die Täter bei ihnen viel Geld aus illegalen Schenkkreis-Aktivitäten zu holen hofften.

Urs Mathys
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Wohnblock Dubay Grenchen

Wohnblock Dubay Grenchen

Solothurner Zeitung

«Der Schlussbericht der Polizei und die psychiatrischen Gutachten sind inzwischen eingetroffen», bestätigt Sabine Husi, stellvertretende Oberstaatsanwältin auf Anfrage der az Solothurner Zeitung.

In der Nacht des 5. Juni 2009 waren in Grenchen das in illegale Schenkkreis-Aktivitäten verwickelte Ehepaar Margrit (55) und Pierre (60) Dubey sowie deren behinderte Tochter Dania (35) äusserst brutal ermordet worden (wir berichteten mehrfach). Laut Husi würden die Rechtsvertreter der Beschuldigten – Hammerwerfer Patric S. (34), Güggeli-Griller Guido S. (26) sowie die mutmassliche Mittäterin, Hundezüchterin Ruth S. (50) – nun zunächst Gelegenheit zur Akteneinsicht und zur Einreichung von Beweisanträgen erhalten. «Über den Zeitpunkt der Anklageerhebung und den Inhalt der Anklage können im Moment keine näheren Angaben gemacht werden», beantwortet Husi die Frage nach dem weiteren Vorgehen.

Keine Hinweise auf Geldkurierdienste

Die Dubeys mussten wohl ihr Leben lassen, weil die Täter bei ihnen viel Geld aus illegalen Schenkkreis-Aktivitäten zu holen hofften. Margrit Dubey, so bestätigt Sabine Husi, gründete nicht nur mehrere neue Schenkkreise, sondern «führte und bewirtschaftete solche Schenkkreise» auch. «In diesem Rahmen kam es auch zur – für Schenkkreise typischen – Anwerbung neuer Teilnehmer.» Die Schenkkreise seien auch im süddeutschen Raum öffentlich bekannt gemacht und propagiert worden, bestätigt Husi, «Hinweise auf Geldkurierdienste nach Süddeutschland liegen uns jedoch keine vor».