In zumindest drei Fällen könnten Mobbingvorwürfe gegen Banga nicht von vorneherein ausgeschlossen werden. Dies bestätigten am Montag die Mitglieder der Gemeinderatskommission (GRK) vor den Medien in Grenchen. Die GRK will nun mit den Betroffenen konkrete Gespräche führen lassen, die in ein formelles Disziplinarverfahren münden können. Der umstrittene Stadtpräsident selber pocht seinerseits explizit auf die Durchführung einer solchen Untersuchung. Die GRK-Mitglieder und die beteiligten Experten widersprachen vor den Medien der Darstellung Bangas, der verbreitet hatte, dass die Mobbingvorwürfe gegen ihn vom Tisch seien.

GRK habe nichts vertuscht

Nachdem übers Wochenende Einzelheiten aus dem Bericht über die Voruntersuchung gegen Banga in die Öffentlichkeit gelangt waren, hatte sich die GRK kurzfristig zu einer Medienkonferenz entschlossen. Die anwesenden GRK-Mitglieder, an ihrer Spitze Vize-Stadtpräsident Hubert Bläsi (FDP), wiesen dabei den Vorwurf der Vertuschung zurück. Der Bericht stelle ein "internes Arbeitspapier" dar, ein Zwischenergebnis, das noch weiter vertieft werden und zu auch kurzfristig wirksamen Verbesserungen im arg angeschlagenen Arbeitsklima rund um den Stadtpräsidenten führen solle. Gleichzeitig wurde auch Bangas Gang an die Öffentlichkeit kritisiert; die gewählte Art und Weise habe Banga "selber zu verantworten", wie Bläsi erklärte.

Folgt nun eine Benimm-"Charta"?

Die Gemeinderatskommission hat bereits am Samstag bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Die Veröffentlichung von Auszügen aus dem Bericht über die Voruntersuchung gegen Stadtpräsident Boris Banga stelle eine Amtsgeheimnisverletzung und somit um ein Offizialdelikt dar, erklärte Vize-Stadtpräsident Hubert Bläsi.

Mit mehreren Massnahmen – darunter organisatorische Korrekturen und eine Benimm-"Charta" – will die GRK darauf hinwirken, dass sich das Arbeitsklima in der Grenchner Verwaltung rasch bessert.