Die Idee ist bestechend und einfach: Mit zwei Fahrrädern wird das Material morgens auf Anhängern zum Veranstaltungsort gefahren, während des Tages erzeugen mobile Solarpanels Energie für den Kinobetrieb.

Am Abend wird die Leinwand zwischen zwei Bäumen gespannt – fertig ist das umweltfreundliche Kino Cinema Sud der Schweizer Entwicklungsorganisation Helvetas. Bänke und Stühle haben auf den Anhängern keinen Platz. Deshalb bringen die Besucher ihre Sitzgelegenheit selber mit.

Die Solarpanels produzieren an einem sonnigen Tag genug Energie für zwei Vorstellungen. Selbst ein paar trübere Tage zwingen die leistungsstarken Akkus des Helvetas-Cinema-Sud nicht in die Knie. Diesen Sommer geht das ungewöhnliche Kinovergnügen in die sechste Runde.

Die Tournee macht dabei Halt in 29 kleineren und grösseren Städten in der deutschen und französischen Schweiz. Am 11. und 12. August kommt die ökologische Leinwand auch nach Solothurn, genauer an den Kreuzackerplatz Ost. Bei Regen findet die Filmvorführung beim Durchgang bei der GIBS statt. Der Eintritt ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich.

Reise nach Timbuktu und Manila

Zu sehen sind jeweils ab 21.15 Uhr die folgenden beiden Filme: Am Donnerstag flimmert «Timbuktu», ein Streifen aus Mali, über die Leinwand. Die von Mythen umwobene malische Stadt Timbuktu wird von Dschihadisten übernommen, die ihre Regeln, welche sie selbst nicht immer befolgen und verstehen, der Bevölkerung aufzwingen wollen.

Dies führt zu absurden Situationen wie zu einem Fussballspiel ohne Ball. Die Beduinen-Familie von Kidane lebt friedlich in ihrem Zelt, bis ein Zwist mit dem Fischer Amabou alles durcheinanderbringt. Abderrahmane Sisskao schafft es eindrücklich, dem grassierenden Fundamentalismus auf sanfte Art ein zutiefst menschliches Filmgedicht entgegenzuhalten.

Am Freitag ist «Blanka» zu sehen. Die philippinisch-italienisch-japanische Coproduktion fokussiert das Waisenmädchen Blanka, das sein Leben auf den Strassen Manilas mit Betteln und Diebstahl verbringt und heimlich davon träumt, eine Familie zu haben.

Als sie von einer Adoption eines Kindes durch eine berühmte Schauspielerin hört, macht sie sich auf die Suche mit dem festen Willen, eine Mutter zu kaufen. Bald trifft sie auf den blinden Strassenmusiker Peter, der ihr das Singen beibringt.

Schliesslich erkennt sie, dass Geld nicht alles in der Welt ist, für das es sich zu kämpfen lohnt. Eine herzerwärmende Geschichte eines 11-jährigen Waisenmädchens aus der philippinischen Hauptstadt Manila. (mgt)