Weissenstein

Mit Druck auf den Berg und ins Tal

Die Wasser- und die Abwasserleitung zu den Gasthöfen ist nach fünf Monaten praktisch fertiggestellt. Alles lief hervorragend. Die Abwasserleitung wurde nach einer Methode gebaut, die sich in Bergregionen bewährte.

«Alles ist bis jetzt hervorragend gelaufen», sagt Simon Adam, Brunnenmeister und Co-Projektleiter der Gemeinde nach knapp fünf Monaten Bauzeit. Das Besondere ist die Abwasserleitung. Sie wurde nach einer Methode gebaut, die sich in Bergregionen bewährt hat und um rund ein Drittel günstiger ist als der Bau einer Freispiegelleitung. Verlegt wurde eine Druckleitung (Durchmesser 75 mm) mit Pumpenschächten auf dem Hinteren Weissenstein mit Anschluss des Gasthofes, auf dem Weissenstein mit Anschluss des Kurhauses und des Sennhauses und einem Pumpenschacht auf dem Nesselboden. Mit Fettabscheidern bei den Gastbetrieben ist die Leitung praktisch wartungsfrei.

In den knapp 5 Kilometer langen Graben wurde auch die Wasserleitung (Durchmesser 125 mm) verlegt. Das Wasser wird vom Reservoir Weberhüsli auf den Nesselboden gepumpt und von dort von einem Zwischenpumpwerk weiter bis in Reservoir auf der Röti. Ebenso zogen in einem Rohr (Durchmesser 80 mm) die Swisscom, der Bund und die GAW fünf Leitungen sowie die AEK in einem weiteren Rohr (Durchmesser 125 mm) eine Leitung im Graben auf den Berg. Verlegt wurden die Leitungen nach der Linienführung des kantonalen Nutzungsplanes zur Abwasserentsorgung. Neu ist der Abschnitt Kurhaus-Hinterweissenstein.

Warten auf Seilbahn

Im Pumpwerk auf dem Nesselboden ist alles vorbereitet, um die Zwischenstation der neuen Seilbahn anzuschliessen. Noch ist das Bewilligungsverfahren für die Gondelbahn beim Bundesamt für Verkehr hängig. Ursprünglich wurde ein Entscheid für Sommer 2011 angekündigt. Auf Anfrage heisst es beim Bundesamt nun, dass frühestens Ende Jahr mit einem Entscheid zu rechnen sei. Grund seien die vorgeschriebenen erneuten bundesinternen Vernehmlassungen zu den neuen Planeingaben nach Projektanpassungen (wir berichteten).

Provisorium im Bach

Von den Spuren der Bauarbeiten ist teilweise kaum mehr etwas zu sehen, wie ein Rundgang zeigt. «Das liegt daran, das fortlaufend gegraben oder in den Felsen gefräst wurde, die Leitungen verlegt und mit dem Aushubmaterial der Graben gleich wieder aufgeschüttet werden konnte», so Adam. In den nächsten Wochen wird das System an die vollautomatische elektronische Steuerung angeschlossen. «Läuft alles rund, kann das System im November in Betrieb genommen werden», so Fritz Keller, Co-Projektleiter der Gemeinde.

Der Abschnitt Firma Amiet–
Weberhüsli jedoch musste mit einer provisorischen Abwasserleitung im Bach an die Kanalisation angeschlossen werden. Grund: Nachdem sich die Gemeinde und die erstplatzierte Baufirma im Zuge von teuren Eventualposten nicht einigen konnten, verfügte die Gemeinde den Abbruch und die Wiederholung des Submissionsverfahrens. Dagegen führte die zweitplatzierte Firma mit Erfolg Beschwerde bei der Schätzungskommission, worauf die Gemeinde ans Bundesgericht gelangte. Dieses hat materiell zwar nichts entschieden – das Urteil zwingt jedoch den Kanton, bei seiner Gerichtsorganisation über die Bücher zu gehen.

Stand heute im Kostenrahmen

Auf Kurs ist der Leitungsbau laut Gemeindeverwalter Fredy Schmitter auch hinsichtlich Kosten. Brutto sind für die Leitungen Weberhüsli–Hinterweissenstein 1,255 Millionen (Abwasser 755000, Wasser 500000 Franken) veranschlagt. Für die Abwasserleitung Firma Amiet–Weberhüsli wird mit 850000 Franken gerechnet. Auf dem gleichen Abschnitt soll die Wasserleitung saniert werden: Kosten: 300000 Franken.

Die Netto-Gesamtkosten für die Gemeinde belaufen sich voraussichtlich auf 1,29 Mio. Franken. Am 13. September hat der Regierungsrat seitens des Kantons aus dem Abwasserfonds
bis zu 172620 Franken und aus der Kasse Strukturverbesserungsmassnahmen 76000 Franken zugesichert. Das Amt für Landwirtschaft beantragt zudem beim Bund einen pauschalen Beitrag von 100000 Franken. Insgesamt steuern Bund und Kanton, die Gebäudeversicherung im Zuge von Brandschutzmassnahmen sowie AEK, Swisscom und GAW rund eine Million bei. Hinzu kommen moderate Anschlussgebühren. Mit der Übernahme der Wasserversorgung, von der Bürgergemeinde Solothurn per 1. Januar 2012 generiert die Gemeinde zudem neue Einnahmequellen.

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