Der Begriff Energieeffizienz gewinnt in vielen Bereichen des täglichen Lebens immer mehr an Bedeutung. Das Label Minergie steht in der Baubranche für sorgsamen und effizienten Umgang mit Energie (siehe auch Kontext zu Minergie). In der Schweiz werden etwa 25 Prozent der realisierten Einfamilienhäuser in diesem Standard ausgeführt.

In diesem umkämpften Markt ist seit über zehn Jahren auch die Zihler Architekten+Planer AG aus Egerkingen tätig. Das Engagement von Firmeninhaber Adrian Zihler, der sich mit seinem fünfköpfigen Team auf den Bau von Minergie-Einfamilienhäusern spezialisiert hat, trägt nun Früchte.

Ein solches in Egerkingen realisiertes Haus im Minergiestandard wurde von der Zeitschrift «Das Einfamilienhaus» mit dem Sonderpreis für hervorragende Energietechnik ausgezeichnet. «Eine Anerkennung und Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind», meint Adrian Zihler erfreut. Dass ein Fachgremium der Zeitschrift die Wahl getroffen habe, werte den Preis zusätzlich auf.

«Neue Bescheidenheit»

Auf Anfrage erklärt Chefredaktorin Christine Vollmer, dass auch die Kompaktheit des Projekts insgesamt als beispielhaft beurteilt worden sei. Das ausgezeichnete Minergiehaus in Egerkingen ist zweistöckig und nicht unterkellert. Beheizt wird es mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe. Eine «saubere Lösung», wie die Jury befand. Auch der sinnvolle Umgang mit den spärlich vorhandenen Landreserven wurde positiv bewertet. «Ein gutes Beispiel für die neue Bescheidenheit im Hausbau», so Vollmer. Die Zeitschrift «Das Einfamilienhaus» ist seit 30 Jahren auf dem Markt und erscheint 6-mal jährlich in einer Auflage von bis zu 25 000 Exemplaren.

Einige Knacknüsse

Es sei nicht einfach gewesen, das 13 Meter lange und 6,8 Meter breite Haus auf der nur 650 Quadratmeter grossen Parzelle optimal zu platzieren. «Es gab einige Knacknüsse, etwa die nahe Strasse, die Hanglage oder das lange und schmale Landstück, das an der engsten Stelle nur gerade 16 Meter breit ist», berichtet Zihler. Dank kompakter Bauweise habe sogar eine relativ grosszügige Grünfläche realisiert werden können.

Adrian Zihler glaubt nicht, dass sein Planungsbüro nach der Publikation mit Aufträgen überhäuft wird: «Dafür ist unser Wirkungskreis zu klein». Die Firma ist seit rund zwölf Jahren im Raum Solothurn, Aarau, Biel tätig. Rund 70 Prozent der realisierten Einfamilienhäuser werden in Minergie ausgeführt, 30 Prozent konventionell. Ölheizungen sind schon seit längerer Zeit nicht mehr gefragt, wie Zihler darauf angesprochen erklärt: «Die letzte haben wir vor rund zehn Jahren geplant.»

Erstes Minergiehaus gebaut

Das Egerkinger Planungsbüro wurde übrigens bereits vor elf Jahren für das erste im Kanton Solothurn realisierte Minergiehaus ausgezeichnet. Ausgeschrieben wurde der Preis von der Onyx, wie sich Zihler erinnert. «Damals gehörten wir zu den Pionieren.» Heute gebe es noch immer viele Vorurteile, auch wegen der Mehrkosten. Diese belaufen sich bei einem Minergie-Einfamilienhaus im Schnitt auf rund 35000 Franken. Etwa 15000 Franken davon entfallen auf die Komfort-Lüftung, der Rest für die Installation der Haustechnik inklusive Wärmepumpe. Dank niedriger Betriebskosten könne dieser Betrag in acht bis zehn Jahren amortisiert werden, so Zihler.