Mineralienbörse
Mineralienbörse: Steine, die Millionen Jahre alt sind

Aus allen Teilen der Welt sind sie gekommen: Bergkristalle aus Brasilien, Apatite aus Madagaskar oder der Lapislazuli aus Afghanistan. Über 30 Aussteller boten an der 42. Solothurner Mineralienbörse ihre Ware feil.

Lucien Fluri
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Solothurner Zeitung

«Viele Aussteller sind Zwischenhändler, nur wenige haben die Steine selbst gefunden», erklärt Charles Handschin, Zentralpräsident der Schweizerischen Vereinigung der Strahler, Mineralien-, und Fossiliensammler. Zum 33. Mal hat der Biberister die Börse organisiert.

Ralph und Oliver Tschirren aus Gais stehen am Stand ihres Grossvaters. Sie gehören zu den wenigen, die alle ihre Preziosen selbst gefunden haben. Bereits in dritter Generation sind sie als «Strahler» unterwegs, wie die Mineraliensucher im Fachjargon genannt werden. «Es geht darum, in der Natur zu sein», erklären die Brüder den Reiz ihres Hobbys. Fotos vom Zelt, das einsam in der Alpenlandschaft steht, und vom abendlichen Grillplausch in den Bergen zieren den Verkaufstisch. Ihre Kristalle – Rauchquarze, Hämatit und Calcit – stammen alle aus der Schweiz, vom Grimselgebiet oder aus dem Glarnerland. Verkauft wird an ihrem Stand nur, was nicht in der familieneigenen Sammlung Platz findet.

Millionen Jahre auf dem Buckel

Professionell geht es dagegen am Stand des Wädenswilers Franz Betschart zu: Schleifmaschinen, Schleifkurse, Diamantwerkzeuge, Fachbücher und zu Schmuck verarbeitete Steine werden angeboten. Seit über dreissig Jahren ist die Firma in Solothurn dabei. «Das Sammelverhalten hat sich verändert, es gibt weniger Junge», weiss man am Stand über die Veränderung in den letzten dreissig Jahren. Den Nachwuchsmangel bestätigt auch Charles Handschin. Seit mehreren Jahren ist der Verein deshalb am Ferienpass aktiv, um jungen Leuten das Hobby näherzubringen.

«Man hat mit Funden zu tun, die Millionen Jahre alt sind», erklärt Handschin die Faszination seines Hobbys. Auch das Suchen und Finden der Steine habe seinen Reiz. Die Fossilien, die an der Mineralienbörse zu bestaunen sind, zeigen dies eindrücklich: Schnecken, Seeigelstachel oder ein versteinerter Höhlenbärzahn, der geschätzte 25 Millionen Jahre alt ist, liegen auf den Verkaufstischen.

Rund 80 Personen haben sich von der Faszination anstecken lassen und sind bei den Solothurner Mineralienfreunden aktiv. Der Verein besitzt sogar eine eigene Werkstatt im Keller des Restaurants Volkshaus in Solothurn. Jeden zweiten Dienstag treffen sie sich. Trenn- und Schleifmaschine stehen für die Hobby-Sammler zur Verfügung.

Sonderausstellung Bernstein

«Bernstein gehört weder zu den Gesteinen noch ist er ein Schmuckstein», erklärt Handschin. Trotzdem ist dem getrockneten Baumharz in Solothurn eine Sonderausstellung gewidmet. In einer Vitrine finden sich die unterschiedlichsten Funde: Bernsteine in verschiedenen Farben; Bernsteine, die Baumsäfte, Luft oder Insekten eingeschlossen haben.

Nur an einem Ort in der Schweiz findet sich Bernstein, die meisten Funde stammen aus Norddeutschland und Russland. «Wenn Nord- und Ostsee kalt sind, schwimmt der Bernstein oben auf, verfängt sich im Tang und wird an den Strand gespült», erklärt Handschin. Auch diese Szene ist für die Besucher in der Vitrine nachgestellt worden.

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