Solothurn
Millionenschwere Kleinstarbeit in der St. Ursen-Kathedrale

Der Brandstifter in der St. Ursen-Kathedrale erhält am selben Tag sein Urteil verlesen, wie - zufällig - die Verantwortlichen über die Fortschritte bei den Sanierungsarbeiten in der Kathedrale orientieren. Auch die Spendenaktion ist neu lanciert.

Wolfgang Wagmann
Merken
Drucken
Teilen
 Kirchgemeindepräsident Karl Heeb informiert über den Stand der Umbauarbeiten. (Fotos: Felix Gerber)
18 Bilder
Exklusiver Einblick in die Solothurner St. Ursenkathedrale
 Nach dem Brandanschlag im Frühjahr wurde der Innenraum der Kathedrale bis unter die Kuppel eingerüstet. (Fotos: Felix Gerber)
 Assoziationen zu Michelangelo, als er in aufwändiger Arbeit die Sixtinische Kapelle gestaltete. (Fotos: Felix Gerber)
 Jede Ecke wird in Kleinstarbeit ausgebessert. (Fotos: Felix Gerber)
 Nach dem Brandanschlag im Frühjahr wurde der Innenraum der Kathedrale bis unter die Kuppel eingerüstet. (Fotos: Felix Gerber)
 Die St. Ursenkathedrale in einer höchst ungewöhnlichen Erscheinungsform... (Fotos: Felix Gerber)
 ... mit einer eigensinnigen Schönheit. (Fotos: Felix Gerber)
 Wie hartnäckig sich Russ absetzt, zeigt sich hier erst recht am Vorher-Nachher-Vergleich wie hier. (Fotos: Felix Gerber)
 Jegliche unversehrte Kostbarkeit muss vor Auswirkungen der Sanierungsarbeiten geschützt werden. (Fotos: Felix Gerber)
 Man gelangt für einmal an Stellen hin, die sonst nicht so augenscheinlich in Erscheinung treten. (Fotos: Felix Gerber)
 Nach dem Brandanschlag im Frühjahr wurde der Innenraum der Kathedrale vollständig eingerüstet. (Fotos: Felix Gerber)
 Nach dem Brandanschlag im Frühjahr wurde der Innenraum der Kathedrale bis unter die Kuppel eingerüstet. (Fotos: Felix Gerber)
 An Imposanz verliert die Kathedrale auch mit der Einrüstung kaum. (Fotos: Felix Gerber)
 Die St. Ursenkathedrale in einer höchst ungewöhnlichen Erscheinungsform... (Fotos: Felix Gerber)
 Nach dem Brandanschlag im Frühjahr wurde der Innenraum der Kathedrale vollständig eingerüstet. (Fotos: Felix Gerber)
 Eine Sanierungsarbeit die zumindest anhand der Gerüste den Eindruck macht, ewig zu dauern. (Fotos: Felix Gerber)
 Jegliche unversehrte Kostbarkeit muss vor Auswirkungen der Sanierungsarbeiten geschützt werden. (Fotos: Felix Gerber)

Kirchgemeindepräsident Karl Heeb informiert über den Stand der Umbauarbeiten. (Fotos: Felix Gerber)

«Es sieht eher aus wie in einem Bergwerk als wie in einer Kirche», räumt auch Stadtpfarrer Paul Rutz, «Hausherr» der St. Ursen-Kathedrale leicht fatalistisch ein. Denn auf den kilometerlangen Gerüsten, die das ganze Kirchenschiff bis unter die Kuppel ausfüllen, sind täglich 20 bis 25 Mann beschäftigt, den Russ des fatalen Brandanschlag vom 4. Januar zu beseitigen und gleichzeitig alles fachgerecht zu restaurieren.

«Wir arbeiten von unten nach oben und von Westen nach Osten. Denn wir müssen die Orgel möglichst rasch frei haben», erklärt St.-Ursen-Architekt Pius Flury. «Am 30. September 2012 soll die Kirche wieder eingeweiht werden», nennt Kirchgemeindepräsident Karl Heeb den wohl wichtigsten Termin.

Es steht noch vieles an

Doch vorher ist noch einiges zu tun. Pius Flury listet auf: Brandreinigunsarbeiten im Schiff unterhalb des Kranzgesimses, Befestigungskontrolle, Reparaturen und Risssanierungen am Stuck, Reinigungs-, Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an den Fenstern, die Installation für Starkstrom, Akustikanlagen und die Beleuchtung sowie für die Heizung und Lüftung.

Im Januar sollen erste Gerüstteile wieder abgebaut werden. «Dann», so Fluri, «beginnen Arbeiten an den Bodenbelägen und unteren Wandoberflächen.» Zuletzt gehts an die Reinigung und Restaurierung der künstlerischen Ausstattung und des Orgelgehäuses.

Wer kauft einen Engel?

Bleibt das liebe Geld. 3,5 Mio. Franken brauchts für die Beseitigung der Brandschäden, was durch die Versicherungen abgedeckt ist. Doch zusammen mit der Totalrestaurierung kommen Kosten von rund 8 Mio. Franken zusammen. Regierungsrat Walter Straumann, gleichzeitig als Präsident des Vereins Pro Kathedrale St. Urs und Viktor, versucht, noch die Summe von 1,845 Mio. Franken aufzutreiben. Denn soviel fehlt immer noch, auch wenn man den Beitrag der Römisch-katholischen Synode und die Finanzierung durch die Kirchgemeinde selbst einrechnet.

«Bisher hat unsere Spendenaktion gegen 260000 Franken eingebracht», betont Straumann. Doch habe man zuerst die Höhe der benötigten Mittel kennen müssen, um eine neue Spendenoffensive lancieren zu können, betonen er und Karl Heeb. So wurde eine professionell gemachte Broschüre erstellt und vor allem eine Homepage eingerichtet, die ab sofort verfügbar ist (www.prokathedrale-so.ch).

Kernstück ist jedoch die Online-Aktion «Kaufen Sie einen Engel.» 308 Objekte, von der Rosette für 500 bis zum Altarbild für Tausende von Franken, können «gekauft» werden. Die ersten sind schon weg, denn offenbar kommt diese Art «Sakralsponsoring» besonders gut an...