Solothurner Sommerfilme

Mehr Raum für Filme, aber weniger für Kinofans

Müssen die Kinofans wegen der historischen Armeegeschütze bald enger zusammenrutschen?  Archiv/bar

Müssen die Kinofans wegen der historischen Armeegeschütze bald enger zusammenrutschen? Archiv/bar

Das «andere» Open-Air-Kino feiert sein kleines 15. Jubiläum und ist nun wieder das einzige Freiluftkino in der Barockstadt. Das Konzept wurde leicht überarbeitet und zeigen auch eine kleine Auswahl an Blockbustern.

Beim allerersten Mal war es «Dasjenige welche» – und heuer, beim 15. Mal ist es wieder das einzige Open-AirKino: Dazwischen bestand für Outdoor-Cineasten die Möglichkeit, zwischen zwei Leinwänden zu wählen. Seit diesem Jahr sind die «Solothurner Sommerfilme» auf der Krummturmschanze wieder die Einzigen, die bewegte Bilder in die Nacht projizieren. Der Bieler Mitstreiter «Perron 8» auf dem Dornacherplatz entrollt nach 13 Jahren seine Leinwand nicht mehr (wir berichteten).

Filmprogramm ändert sich leicht

Für Eva Gauch vom Alten Spital aber war «Perron 8» nie ein direkter Konkurrent: «Schliesslich haben wir andere Filme gezeigt als sie und beabsichtigten nicht, die Leute mit Hollywood-Blockbustern abzuholen.» Dennoch hatte die neue Situation Folgen auf die Programmzusammenstellung: «Wir hatten die Haltung, Filme vom Dornacherplatz bei uns nicht auch noch zu zeigen», erklärt Gauch. Abgesehen davon geben viele Verleiher auch keinen Film gleichenorts an zwei Mitstreiter ab.

Diese Einschränkung entfällt nun, was anhand der Auswahl der Filme zeigt. Zum Beispiel der britische Historienfilm «The King’s Speech», in dem der stotternde Albert als König Georg VI. die Stimme der Freiheit gegen Hitler erhebt (20. August). Oder das Westerndrama «True Grit» (18. August). «Ich stelle mir vor, dass der eine oder andere, der sonst nicht vorbeischauen würde, heuer wegen solcher Filme kommt», so Gauchs Prognose. «Aber eine neue Zielgruppe erschliessen wollen wir so nicht.»

Allerdings eröffnet der Animationsstreifen «Rango» am 14. August die «Sommerfilme», aber bewusst in englischer Originalsprache. Diese Filmwahl soll Kinder nicht ausschliessen, aber vorderhand Erwachsene ansprechen. Als Dokfilm wird die Schweizer Produktion «Das Geheimnis unseres Waldes» gezeigt (16. August). Am 17. August ist Paul Rinikers «Sommervögel» zu sehen. Weitere Filme wie die Familiengeschichte «La dernière fugue» (15. August), die Komödie «Potiche» (19. August) und Woody Allens «Midnight in Paris» (21. August) runden den Anlass ab. Der Filmklassiker entfällt heuer, nicht zuletzt, da Gauch für das Voting des Wunschfilms künftig mehr Zeit einplanen will. Gerade wegen schwer zu erlangender Aufführungsrechte müsse man hier mit einem Vorlauf rechnen.

Bewegungsfreiheit ade?

Während es im Filmprogramm heuer weniger «eng» ausschaut, wird es dafür auf der Schanze eng. Seit einem Monat stehen fünf zusätzliche historische Geschütze auf dem Areal, die der Artillerieverein Solothurn vom Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS übernommen hatte (wir berichteten). Zurzeit dürften diese den Filmbetrieb zwar nicht direkt stören. Lediglich der Verpflegungsstand wird neu positioniert. «Aber darüber hinaus geht es auch um die Frage, wie viel Bewegungsfreiheit für die Open-Air-Fans bleibt. Nicht dass die Gäste in der Pause in die Geschütze reinlaufen», so Gauch. Die Bewährungsprobe zwischen Filmkultur und Militärgeschichte steht also noch bevor. Ob dann ein Happy End zu erwarten ist?

Open-Air-Kino 14.–21. Aug., ab 21.15 Uhr.

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