Neuendorf

«Mami-Taxis» gefährden die Sicherheit

Eltern, die ihre Kinder in die Schule chauffieren, sind vielen ein Dorn im Auge.

«Mami-Taxis» gefährden die Sicherheit

Eltern, die ihre Kinder in die Schule chauffieren, sind vielen ein Dorn im Auge.

Gemeinderat und Einwohner sind über die wachsende Unsitte besorgt.

Das in den letzten Jahren stetig zunehmende Verkehrsaufkommen rund um die Neuendörfer Schulanlagen bereitet vielen Eltern Sorgen, so auch Petra und Christian Bur-Seiler sowie Bernhard und Franziska Wyss-Jörg. Insbesondere die am Chäsiweg demontierten verkehrsberuhigenden Massnahmen – acht versetzt angeordnete Inseln – stossen auf Unverständnis. Die Gefährdung der Schulkinder habe damit massiv zugenommen. Kein Verständnis hat man indessen für jene Eltern, welche ihre Kinder mit dem Auto jeden Tag in Schule chauffieren.

286 Unterschriften gesammelt

Um die Sicherheit zu verbessern, verfassten die beiden erwähnten Familien einen Massnahmenplan zuhanden des Gemeinderates. Neben der Einführung von Tempo 30 in der Umgebung der Schule sowie verkehrsberuhigender Massnahmen sollen auch weitere Schilder «Achtung Schule» aufgestellt werden. Um den Argumenten mehr Gewicht zu verleihen, wurden innert vier Monaten 286 Unterschriften gesammelt. Der Gemeinderat habe das Votum mit der notwendigen Ernsthaftigkeit zur Kenntnis genommen, wie Gemeindepräsident Paul Stöckli erklärt. Der Rat habe daraufhin die Verkehrssicherheit rund um das Schulareal beurteilt. Die versuchsweise installierten Massnahmen zu Verkehrsberuhigung hätten sich nicht bewährt. «Die Inseln wurden von vielen Leuten als reine Schikane empfunden», so Stöckli. Gegen die erneute Montage spreche auch, dass der Chäsiweg keine Durchgangsstrasse ist. Kaum Chancen räumt er der Einführung von Tempo 30 ein. Diese sei kostenintensiv und nur mit entsprechenden Kontrollen wirksam.

Nicht nur in Neuendorf

Für eine erhebliche Gefahr der Schulkinder – besonders morgens und mittags – sorgen indessen Eltern, welche ihre Kinder jeden Tag mit dem Auto zur Schule chauffieren. Die unzähligen «Mami-Taxis» sorgten nicht selten für unübersichtliche Situationen, welche insbesondere von Kindern schlecht eingeschätzt werden könnten. «Man kann nicht die eigenen Kinder schützen wollen, indem man andere gefährdet», findet Stöckli. Der Gemeinderat erwarte deshalb im Interesse aller Kinder, dass solche Taxifahrten die Ausnahme bleiben.

Nicht nur in Neuendorf stellen «Mami-Taxis» eine Behinderung und nicht zuletzt auch eine Gefahr für Schulkinder sowie den übrigen Verkehr dar, wie Urs Eggenschwiler, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, erklärt. «In einigen Gemeinden bilden sich vor den Schulhäusern regelrechte Kolonnen.» Eggenschwiler rät von solchen Taxifahrten ab, zumal den Kindern dadurch eine wichtige Möglichkeit genommen werde, den Umgang mit dem Verkehr zu erlernen. Bei der Routenwahl sollte nicht der kürzeste, sondern der sicherste Weg gewählt werden. Der Schulweg habe zudem eine soziale Komponente.

Erfreut auf die vom Neuendörfer Gemeinderat in Erwägung gezogenen Massnahmen reagiert Initiantin Petra Bur. «Dass es mit Tempo 30 schwer wird, haben wir gewusst. Wichtig ist für uns vor allem, dass im Dorf über dieses Thema gesprochen wird.» Nun hofft sie, dass möglichst viele Massnahmen umgesetzt werden können.

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