Kestenholz
Lücke wird nach 18 Jahren geschlossen

Man hatte sich schon fast gewöhnt an das Brachland in der Lücke am westlichen Ende des Kestenholzer Dorfkerns. Doch zwei längst vorgesehene Mehrfamilienhäuser werden nun gebaut.

Alois Winiger
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Solothurner Zeitung

Man hatte sich schon fast gewöhnt an das Brachland in der Lücke am westlichen Ende des Kestenholzer Dorfkerns. Immerhin sind fast 20 Jahre vergangen, seit dort die beiden ehemaligen Landwirtschaftsgebäude (Bürgi, Zimmermann) abgerissen wurden. Um nachvollziehen zu können, warum erst jetzt gebaut wird, bedarf es eines Rückblicks.

Ein Brand veränderte alles

Das Haus des Theodor Bürgi, genannt «Lunzi Dori» war – nach dessen Tod – bereits leer gestanden, als in der Nacht auf den 21. Juni 1989 das daneben stehende Bauernhaus der Familie Zimmermann in Flammen aufging. Für die Familie war klar, dass sie der Landwirtschaft treu bleiben wollte. Aber für einen zeitgemässen Betrieb an gleicher Stelle war der Platz zu knapp. Man entschied sich, ausserhalb des Dorfes einen Neubau zu erstellen und das Grundstück an jenen Unternehmer zu verkaufen, dem dasjenige mit dem Bürgi-Haus schon gehörte.

1993 wurden die beiden Gebäude abgerissen und im gleichen Jahr ein Gestaltungsplan Zentrum erstellt. «Darin enthalten waren fünf Mehrfamilienhäuser, gebaut wurden in der Folge aber nur deren drei. Und zwar jene abseits der Oensingerstrasse, nicht aber jene beiden, die das Ortsbild ergänzen sollten», ist von Gemeindeschreiber Marco Bürgi zu erfahren. Die investierende Firma liess sich nicht mehr dazu bewegen, die Überbauung zu Ende zu führen.

Bauprofile lösten Irritation aus

Letztes Jahr kam die Wende. Die drei Mehrfamilienhäuser und das gesamte Grundstück gingen an die Pensionskasse des Basler Logistikunternehmens Rhenus-Alpina AG. In deren Auftrag macht nun die Inova Intercity (Basel) die Wohnsiedlung komplett. Derzeit laufen die Aushubarbeiten. Von den ursprünglichen Plänen einer Mischnutzung, also nicht nur Wohnungen, sondern auch Geschäftsräume oder ein Tea-room zu integrieren, sei man abgerückt, erklärt Gesamtprojektleiter Peter Kowaleff. Es werden zwei reine Mehrfamilienhäuser mit total 16 Wohnungen entstehen, bezugsbereit voraussichtlich im Oktober 2012. «Selbstverständlich werden die Häuser ein Satteldach haben. Die Lage und die Umrisse werden genau dem gültigen Gestaltungsplan entsprechen.»

Die Auswirkungen des Gestaltungsplans waren es denn auch, die im Dorf für Irritation sorgte. Nachdem nämlich die Profile aufgestellt waren, wurde ersichtlich, dass die Häuser recht nahe an die Oensingerstrasse zu stehen kommen. «Die Frontseiten stehen auf der Baulinie der vorherigen Häuser», begründet Gemeindeschreiber Marco Bürgi. «Es geht darum, das Ortsbild wieder herzustellen. Die beiden neuen Häuser sind enorm wichtig, sie markieren den Anfang respektive das Ende der Kernzone.»

Ein Stück aus vergangener Zeit wird das Bild vervollständigen: Der Brunnen mit dem grossen Steintrog, der vor der Liegenschaft Bürgi gestanden ist, soll ersetzt und wieder hingestellt werden.

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