Solothurner Spitäler AG
Lotteriefonds unterstützt Rauchstopp-Projekt

«Fachstelle Rauchentwöhnung» erhält einen Lotteriefonds-Beitrag von 28000 Franken. Damit sollen Raucher, die mit dem Qualmen aufhören wollen, unterstützt werden.

Simon Binz
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Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. binz Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb

Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. binz Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie, in seinem Büro im Bürgerspital Solothurn. sbb

Solothurner Zeitung

«Wir wollen den Rauchern aufzeigen, dass es beim Rauchen nicht um Schuld, Charakterschwäche oder um die persönliche Entscheidungsfreiheit, sondern um eine gefährliche Suchtkrankheit geht und dass sie mit diesem Problem nicht alleine sind. Unser Ziel ist es, sie auf dem Weg in ein gesünderes Leben als Nichtrauchende professionell zu unterstützen», erzählt Heinz Borer, Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie am Bürgerspital Solothurn.

Seit mittlerweile mehr als zehn Jahren setzt sich Heinz Borer im Bürgerspital Solothurn für persönliche und öffentliche Rauchfreiheit ein. Im März 2009 wurde das Projekt «Fachstelle Rauchentwöhnung» im Bürgerspital Solothurn ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit arbeitet ein sehr erfahrener, nichtärztlicher Fachmann für Rauchentwöhnung für die Fachstelle. Das Problem sei, dass die meisten Patienten Hemmungen hätten, sich zu öffnen, wenn der Weg nicht über ihren Hausarzt führt. «Sind sie aber erst einmal bereit, uns zu vertrauen, können wir ihnen aufzeigen, dass wir auf ihrer Seite stehen, sie unterstützen, und haben so die Möglichkeit, die Leute zu motivieren», sagt Borer.

Mehr als 600 Beratungen geführt

Die ganze Betreuung umfasst mehrere Sitzungen und eine Nikotinersatztherapie. Seit 2009 bis zum Juni dieses Jahres haben bereits mehr als 600 Beratungen stattgefunden, Tendenz steigend. Daraus resultiere nicht immer eine gesamte Behandlung, aber insgesamt hätten bereits 350 Personen von der Hilfeleistung profitiert. «Die Erfolgsquote bei einer Beratung wie dieser liegt im Optimalfall bei rund 50 Prozent und im Durchschnitt bei rund 25 bis 35 Prozent, dass man nach einem Jahr immer noch Nichtraucher ist - ohne Beratung liegt diese Quote bei weniger als 5 Prozent», so Borer.

Auf Hilfe angewiesen

Dem Projekt «Fachstelle Rauchentwöhnung» wurde nun am 24. Mai, aufgeteilt in zwei Zahlungen und unter Auflagen, ein Beitrag von 28 000 Franken aus dem solothurnischen Lotteriefonds zugesichert. Nach Halbzeit und Erhalt eines Zwischenberichts werde die erste Hälfte des Betrages ausbezahlt und am Ende, nach eingehendem Schlussbericht, werde der Rest zugesprochen, so der Regierungsratsbeschluss.

«Ich bin sehr froh, wurde uns ein Betrag aus dem Lotteriefonds zugesprochen, denn gemäss dem Bundesverwaltungsgericht ist die Nikotinsucht keine Krankheit im Sinne des KVG. Dementsprechend werden die Raucherberatung und übrigens auch die Nikotinersatztherapie von der Grundversicherung nicht übernommen», stellt Borer ernüchternd klar. «Darum sind wir auf andere finanzielle Hilfe angewiesen und ich bin sehr dankbar, dass wir auf diesem Weg unterstützt werden», erzählt Borer.

Eine nichtärztliche Beratungssitzung kostet die Patienten 20 Franken, was nicht kostendeckend ist. Der Rest wird von Sponsoren und dem Spital übernommen. «Fünf solcher Sitzungen sollten schon abgehalten werden», sagt Borer. Dazu kommt zusätzlich die Nikotinersatztherapie, die mit rund 200 bis 300 Franken pro Monat zulasten der behandelnden Person geht. Das Problem: Viele Leute seien nicht bereit, auf einen Schlag so viel zu bezahlen, doch mit dem daraus vielleicht resultierenden Rauchstopp könnte ein Leben lang viel Geld gespart werden.

An vorderster Front

Das Rauchen ist heute der grösste und wichtigste vermeidbare Gesundheitsrisikofaktor. Die wissenschaftlichen Daten seien erdrückend. Er stehe an vorderster Front und sehe regelmässig Menschen, die Opfer der Tabakindustrie geworden seien, erklärt Borer. «Die Realität sieht so aus, dass ich vor jemandem sitze, der rauchassoziierten Lungenkrebs hat, und abwäge, was man noch für ihn tun kann. Darum lohnt es, sich jeden Tag für das Anliegen einzusetzen, jeden Einzelnen zu behandeln und jedem Einzelnen die Chance zu bieten, davon wegzukommen», beschreibt Heinz Borer seine Motivation.

Mit der Hilfe durch den Lotteriefonds des Kantons Solothurn und weitere Sponsoren wird es auch zukünftig möglich sein, den Rauchenden, die gewillt sind, aufzuhören, die Hilfe zu leisten, welche sie benötigen.