Energie
Leonardis Abgang wird von Machtkampf begleitet

Der überraschende Rücktritt des Chefs des grössten Schweizer Stromkonzerns Alpiq, Gianni Leonardi, ist offenbar nicht so freiwillig erfolgt, wie dargestellt. Im Hintergrund läuft ein Machtkampf zwischen Ex-Atel und Ex-EOS-Managern.

Drucken
Teilen
Alpiq-CEO Giovanni Leonardi

Alpiq-CEO Giovanni Leonardi

Keystone

Der abrupte Abgang von Leonardi soll laut der Zeitung «Der Sonntag» von einem Machtkampf begleitet worden sein. Die Führungsriegen der beiden Vorgängerfirmen Atel und EOS haben unterschiedliche Vorstellung über die anstehende Restrukturierung.

Die Oltner Atel und die Westschweizer EOS sind erst 2009 zu Alpiq fusioniert worden. Die Westschweizer Manager um den ehemaligen EOS-Chef Hans Schweickardt stellen heute die Mehrheit in der Geschäftsleitung. Dies nachdem im Juli bereits zwei ehemalige Atel-Manager ausgeschieden sind.

«Kein Überbringer schlechter Nachrichten»

Einzelne Funktionen werden bereits vom einstigen Atel-Hauptsitz in Olten nach Neuenburg verschoben, wie ein Alpiq-Sprecher bestätigt. «Wesentliche Verschiebungen» seien jedoch nicht vorgesehen, sagt ein Sprecher.

Der kampferprobte Schweickardt will von einem Machtkampf nichts wissen. Es hätte keine Unstimmigkeiten zwischen ihm und Leonardi gegeben, sagt er dem «Sonntag». Grund für den Abgang ist laut Schweickhard, dass Leonardi «kein Überbringer schlechter Nachrichten» ist. Und genau das sei bei Alpiq jetzt gefragt. (rsn)

Aktuelle Nachrichten