Drei Höfe
Zwischen handwerklicher Perfektion und Zufall

Roland Aebi, Winterthur, Peter Aebi, Bern, und Manfred Lischer, Deitingen, stellen im Näijere-Huus Hersiwil aus.

Hans R. Fröhlich
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Roland Aebi, Manfred Lischer und Peter Aebi (v. links) inmitten ihrer Werke.

Roland Aebi, Manfred Lischer und Peter Aebi (v. links) inmitten ihrer Werke.

Hans R. Froehlich

Im Spannungsfeld der Gegensätze zwischen handwerklicher Perfektion und gelenktem Zufall: dies eine mögliche Beschreibung der aktuellen Ausstellung in der Galerie Näijere-Huus Hersiwil. Zu sehen sind Werke von den drei Kunstschaffenden Roland Aebi (Malerei, Skulpturen), Peter Aebi (Fotografie) und Manfred Lischer (Aquarell- und Drucktechnik).

Die Aebi-Brüder sind in Biberist aufgewachsen. In verschiedenen Sparten der darstellenden Kunst tätig sind jedoch beide zu optimaler Präzision beflissen. Die Fotografien von Peter Aebi, seines Zeichens selbstständiger Grafiker, sind insofern Gemälde, als er sich quasi als Maler vor einer Leinwand versteht, die ihm als Fläche für seine Kompositionen dient, auf die er seine Sicht der Dinge projiziert. So spontan oder zufällig die Auswahl im ersten Moment dem Betrachter erscheinen mag, so sorgfältig versucht er, die einmal gefundenen Ausschnitte mit dem Fotoapparat in jener Form festzuhalten, die eine nachträgliche Korrektur erübrigt.

Seine Exponate in Farbe sind alle im letzten Jahr entstanden. Dazu als Wiederaufnahme der Analogtechnik einige Fotos in schwarz-weiss mit der Möglichkeit höherer Abstraktion. Sujets findet Peter Aebi überall in nächster Umgebung. Wichtig ist stets die ad hoc Komposition aus den Elementen Hintergrund, Vordergrund, Durchblicke sowie der Einbezug der Verhältnisse der Bildrandanschnitte. Interessant ist der Gegensatz rein urbaner Bilder zu farblich geschlossenen Naturstimmungen.

Handwerkliche Perfektion

Roland Aebi erweist sich als vielseitig. Nach der Matura folgte eine Ausbildung zum Klavierlehrer. Darauf studierte er an der Schule für Gestaltung Bern Malerei und Keramik. Er arbeitet sowohl zeichnerisch und malerisch als auch plastisch in verschiedenen Techniken ganz im klassisch akademischen Stil und mit einer handwerklichen Perfektion, wie sie kaum mehr anzutreffen ist. Thema ist der Mensch. Weibliche Skulpturen als Büsten und Halbrelief, Steinzeug in Kombination mit Engoben in mittleren Formaten vermitteln Einblick in eine Welt von romantisch harmonischem Wohlklang.

Geradezu als Symbol für Perfektion und Makellosigkeit, aber auch für Humor und Ironie erscheint die Darstellung einer bleichen «Beauty» mit aufgeklebten, leuchtend grünen Gurkenscheibchen auf dem Gesicht. Mit einer grösseren Fayencearbeit in Blaumalerei und zahlreichen Miniaturen sowie einer Porträtreihe in Gouache-Technik bekundet Roland Aebi eine ausserordentliche Maltechnik, die ihm schon viele Aufträge eingebracht hat.

Holz- und Glasplatten

Ohne thematische Vorgabe arbeitet der geborene Biberister Künstler Manfred Lischer, Deitingen. Nur von der Beurteilung der Maserierung und Hobelspuren der zu verwendenden Holzplatten inspiriert entstehen seine Monotypien. Intuitiv von der Farbwahl bestimmt oder vorhandenen Strukturen geleitet, oft ohne Dazutun oder mit kleinen gestalterischen Ergänzungen versehen, erkennt oder schafft er seine Kompositionen.

Andererseits, von eingefärbten Glasplatten ausgehend, erreicht Lischer, noch extremer dem Zufall anheimgestellt, mit flüchtigen Handstrichen über das aufgelegte Papier gewischt, erstaunliche Resultate. In seinen Aquarellen (Gouachen) mit fünf Farben, Schwarz und Weiss einbezogen, zeigt sich hingegen die Krux der Prinzipien. Als abschliessende Assoziation seiner Arbeiten erscheint die Titelfindung.

Lesung Freitag, 13. Februar, 20 Uhr, Ursula Schneider, Kriminalgeschichten.

Ausstellung Sa/So 14–17, Mi 15–18, Fr 18–20 Uhr, bis 15. Februar.