Mangelndes Mitspracherecht, hohe Kosten und die zu grosse Macht der Leitgemeinde Biberist führten zur Kündigung des Vertrags der Sozialregion BBL (Biberist/Bucheggberg/Lohn-Ammannsegg) durch die Bucheggberger Vertragspartner. Nun liegt ein neuer Vertragsentwurf vor. Stefan Hug von der Arbeitsgruppe erläuterte an der Versammlung der Vereinigung der Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VGGB) die Verbesserungen gegenüber dem ursprünglichen Vertrag.

Eine regionale Sozialkommission soll die Plenarkommission ersetzen. In diesem Gremium werden Vertreter aus den Gemeinderäten aller Vertragsgemeinden Einsitz halten. Somit können diese die Informationen eins zu eins in ihre Gemeinden hinaustragen. Sie haben auch Mitspracherecht bei der Budgeterstellung. Gabriella Kaufmann, Vizegemeindepräsidentin von Biberist, ist zuversichtlich, dass dieser Vertrag eine Mehrheit findet und einen guten Boden für die weitere Zusammenarbeit der Sozialregion BBL bietet. Als Nächstes gelangt der Vertragsentwurf zur Vorprüfung an den Kanton, bevor er den Gemeinderäten zur Genehmigung vorgelegt wird. Herbert Schluep, Präsident des VGGB hofft, dass die Stimmbürger den Vertrag an den Gemeindeversammlungen im Juni genehmigen können.

Gefährdete Gesundheitsversorgung

Der Wandel der Berufsrolle der Ärzte, gesellschaftliche Veränderungen und das Hausarztmodell als Auslaufmodell gefährden die gesundheitliche Grundversorgung. Christoph Cina, praktizierender Arzt im MediZentrum Messen, mahnte vor einem Aussterben von Arztpraxen im Bucheggberg, genauso wie bereits Käsereien und Bäckereien verschwunden sind. «Wir müssen über neue Praxisstrukturen nachdenken und neue Arbeitsmodelle schaffen, die auch für junge Ärzte attraktiv sind», verlangte er.

Dabei lobte er das MediZentrum als gutes Beispiel. Neben älteren Medizinern praktizieren hier auch drei junge Ärzte. Regelmässig kommen Spezialisten für Sprechstunden ins Dorf. Zudem würden Medizinstudenten ausgebildet, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, hob Cina hervor. Der VGGB sieht Handlungsbedarf, das Gesundheitswesen im ganzen Bucheggberg zu vernetzen. Dabei sollen Arztpraxen und auch Institutionen für die Alterspflege wie Spitex oder Altersheim integriert werden. Die Versammlung beschloss, die Ausarbeitung eines Vernetzungskonzepts einem externen Büro in Auftrag zu geben. Darauf wird sich eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gemeinden und der Institutionen mit dessen Umsetzung befassen.

Gemüse vom Pöstler

Seit einiger Zeit verträgt der Postbote im Bucheggberg nicht nur Briefe und Pakete. Beim Projekt «Buur on Tour» bringt er Gemüse, Früchte oder Eier von Bucheggberger Bauern direkt vor die Haustür. «Für die Post ist dies eine willkommene Ergänzung zum schrumpfenden Briefgeschäft», erklärte Bernhard von Allmen, Vizepräsident des Vereins Pro Buechibärg. Der Verein ist diesem Projekt als Geburtshelfer beigestanden. Ebenso initiierte der Verein die Sommerfilmnacht, die auch dieses Jahr wieder stattfindet. Bucheggberger Jass, eine Rundwanderung und ein Konzert stehen ebenfalls auf dem Jahresprogramm. Am Leistungsträger-Treff sollen Informationen über Anlässe im Bucheggberg gesammelt werden.