Riedholz
Zweite Dorfarena der FDP stand im Zeichen des Verkehrs

Das Reizthema «Verkehr» stand in der Dorfarena der FDP Riedholz am Donnerstagabend im Fokus. Diskutiert wurde das fehlende Verkehrskonzept sowie die Lage rund um die Baselstrasse in Feldbrunnen.

Ornella Miller
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Dorfarena der FDP Riedholz
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Auch nach der Arena wurde noch etwas diskutiert.
Viele verschiedene Lösungen wurden angedacht.

Dorfarena der FDP Riedholz

Ornella Miller

In der zweiten Dorfarena der FDP Riedholz stand am Donnerstagabend das Thema «Verkehr» im Fokus. Podiumsteilnehmer waren Michel Aebi, der in der Ortsplanungsrevision mitgearbeitet hat, Alt-Gemeindepräsident Peter Kohler sowie als Raumplanungsexperte Christian Sigrist, Geschäftsleiter des Planungs- und Ingenieurbüros spi AG in Derendingen.

Die Leitung hatte Michael Hug, früherer Chefredaktor der «Berner Zeitung» und aktuell Präsident von «Region Solothurn Tourismus». Als Riedhölzer kennt er die Verhältnisse im Dorf auch gut.

Ein Tischchen in der Runde blieb leer. Dort hätte ein Vertreter des Gemeinderates Platz finden sollen. Doch die Mehrheit im Gemeinderat hatte vorgängig beschlossen, nicht daran teilzunehmen. Immerhin sassen im Publikum dennoch zwei Ratsmitglieder, Beat Graf (SP) sowie Michael Järmann (FDP). Auch FDP-Ersatzgemeinderat Markus Moll war anwesend.

«Riedholz hat kein Verkehrskonzept»

«Hat Riedholz ein Verkehrsproblem?» «Falls ja, wo?» Und: «Wie sehen Lösungen aus?» Das barg Sprengstoff, die Diskussionen hätten endlos weitergehen können. Das Publikum wurde bald mit einbezogen und nahm rege teil. Damit es nicht ein unstrukturiertes «Gejammere» blieb, stellte Hug immer wieder konkrete und kritische Fragen.

Michel Aebi bemerkte: «Riedholz hat kein Verkehrskonzept.» Einmal vorhandene Regelungen bezüglich des Verkehrs seien in der Schublade verschwunden, von den Gemeindebehörden nicht umgesetzt worden. In der vor vier Jahren begonnenen Ortsplanungsrevision habe man Lösungen gesucht, unter Mitwirkung der Bevölkerung. «Man muss aber nun dafür sorgen, dass sie angepackt werden. Das braucht halt ein Budget», meinte Aebi.

Peter Kohler grub Geschichtliches hervor: «Riedholz bestand früher aus ein paar Höflein, entlang einer Strasse. Man sah nicht vorher, dass es so stark wachsen würde. Deshalb kann man den Gemeinderäten auch keinen Vorwurf machen.» Aus dem Publikum wurden mehrere problematische Strassen genannt, etwa die Waldhofstrasse.

Bemängelt wurde vielerorts die Verkehrssicherheit, besonders für Kinder, Radfahrer und Fussgänger. Fehlende Trottoirs, unübersichtliche Abschnitte, sichtraubende Hecken, zu hohes Fahrtempo. Und immer wieder tauchte der Satz auf: Wir haben kein Verkehrskonzept. Hug warf als Advocatus Diaboli ein: «Das ist kein Problem, sage ich jetzt einmal bösartig.»

«Es sind akut auch keine Probleme vorhanden», hörte man mehrmals. Trotzdem war zu spüren, dass fast alle irgendwie unzufrieden sind mit dem Verkehr in Riedholz.

Halb-halb für Tempo 30

Wie man Probleme lösen will, da gingen die Meinungen auseinander. Trottoir anlegen, dafür würden die Bauern kein Land hergeben wollen, und die Anwohner sperrten sich der Abgaben wegen dagegen. Die Sicherheit sei dann plötzlich zweitrangig. Tempo-30-Zonen einführen? Hug machte gleich eine Umfrage im Mehrzwecksaal.

Ziemlich genau die Hälfte war dafür, die andere dagegen. Manche meinten, der Zonenwechsel sei ein Problem. Eine Frau nervte sich: «Hundert Schilder hat es hier überall.» Der liberale Gedanken tauchte öfters auf: Man solle nur so schnell fahren, wie es die Verhältnisse zuliessen. Sigrist: «30 heisst maximal 30. Wenn die Sicht es nicht zulässt, soll man den gesunden Menschenverstand walten lassen.» Auch das Gedankenspiel, gar keine Tempobegrenzungen, gar keine Schilder, stand mal kurz im Raum.

Gegen Ende sprach Hug den brennendsten Punkt an: «Die Geschichte mit Feldbrunnen.» Die Wogen gingen hoch. Der Ärger ist gewaltig. Gemeint sind die Arbeiten an der Baselstrasse in der Nachbargemeinde. Das endlos dauernde Aufreissen und Sperren der Strasse. Einhellig fühlten sich die Anwesenden benachteiligt. Überrumpelt. Hintergangen. Vom Kanton.

«Aber das ist nicht nur der Kanton. Das ist auch Feldbrunnen», meinte jemand. Die Riedhölzer fanden es ungerecht, dass ihre vorgeschlagene Lichtsignalregelung «abgeschmettert» worden sei. Ungerecht auch, dass erst so spät informiert wurde. Zu spät, um noch reagieren zu können. Die Gemeinderäte hätten sofort Eingaben gemacht, ohne Erfolg. Man spürte bei den rund 30 Anwesenden einen grossen Vertrauensverlust. Auch Existenzängste. Eine Gewerblerin: «Wer bezahlt uns den Erwerbsausfall? Ich habe seither 50 Prozent Einbusse.»

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