Im Juni wurde die neue Behörden- und Verwaltungsorganisation (BVO) an der Gemeindeversammlung vorgestellt. In der Zwischenzeit konnten die Interessierten Stellung zu den Änderungen nehmen. Am Donnerstagabend diskutierten die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und die Kommissionspräsidenten gemeinsam über die neuen Strukturen.

Vize-Gemeindepräsident Bernhard Jöhr fasste das Resultat der Vernehmlassung kurz zusammen. Die Flur-, Strassen- und Verkehrskommission lehnt die Neuorganisation ab und will das bisherige System beibehalten. Alle anderen Kommissionen sind, so Jöhr, im Grundsatz mit der neuen BVO einverstanden.

«Dabei gibt es einige verständliche Vorbehalte». So wurde die Frage gestellt, ob nicht Wissen verloren gehe, wenn bisherige Kommissionsmitglieder aufhören. Andere fragten sich, ob eine 7-er-Kommission nicht zu gross und damit zu schwerfällig werde.

Weil künftig weniger Kommissionen und Mitglieder die Arbeit erledigen, wird befürchtet, dass der Arbeitsaufwand für die Kommissionsmitglieder zu stark ansteigt. Zudem wurde die Idee aufgeworfen, ob die Kommissionen in einer Übergangsphase vergrössert werden sollten.

Aufgeworfen wurde die Frage nach Kosten und Nutzen. Die Neuorganisation würde rund 70 000 Franken kosten, dabei sind der Lohn des Bauverwalters und eine Anpassung der Entlöhnung der Behördenmitglieder zusammengerechnet.

Baldmöglichst anstellen

«Sicher ist eines. Die neue Organisation hängt stark von der Person des Bauverwalters oder der Bauverwalterin ab», meinte Bernhard Jöhr. Diese Person sei der Dreh- und Angelpunkt für die Neuorganisation. «Der Bauverwalter sollte sich um das Alltagsgeschäft kümmern. Offerten einholen. Telefonate erledigen.

Die politische Verantwortung bleibt nach wie vor bei den Kommissionen», so Jöhr. Und genau da hakte Jörg Haas, als Präsident der Flur-, Strassen- und Verkehrskommission ein. In seiner Kommission würden 90 Kilometer Drainageleitungen betreut. Dazu komme ein kilometerlanges Flurwegnetz.

«Wie soll ein Bauverwalter vom Schreibtisch aus sehen, was zu tun ist?», fragte er. Man müsse die Arbeit vor Ort selbst sehen. Zurzeit wende er eine bis zwei Stunden pro Woche für die Kommissionsarbeit auf. Jedes Kommissionsmitglied betreue ein Ressort.

«Wenn die Kommission aufgehoben und in die Umweltkommission integriert wird, wird der Arbeitsaufwand für diese Leute enorm ansteigen», zeigte sich Haas überzeugt.
Andere Kommissionspräsidenten zeigten sich weniger skeptisch.

«Für uns könnte der Bauverwalter eine Entlastung bedeuten», meinte Hanspeter Moser (Präsident Betriebskommission). Und Adolf Bergundthal doppelte nach: «Wir arbeiten schon mit diesem System und wir fahren gut damit.»

Gemeindepräsidentin Marianne Meister merkte zudem an, dass der Werkhofmeister und der Werkhofangestellte auch täglich im Dorf unterwegs seien. «Kaputte Schächte oder schlechte Strassen sollten die beiden ja auch bemerken und das weitermelden.»

Markus Reber (Präsident Wasserkommission) konnte die Vorbehalte der Flurkommission nachvollziehen. «Die Kommissisonmitglieder kümmern sich heute intensiv um ihre Bereiche und legen fest, wann was zu sanieren, oder zu ersetzen ist. Das wird für einen Bauverwalter sicher nicht einfach.» Gleichzeitig sehe er aber auch Vorteile. Der Bauverwalter könne die Koordination der Geschäfte übernehmen und die Büroarbeiten erledigen. «Das entlastet die Kommissionen.»

Marianne Meister machte weiter darauf aufmerksam, dass die Gemeinde auch nach der Neuorganisation auf Kommissionsmitglieder angewiesen sei. Und vor allem forderte sie die heutigen Kommissionspräsidenten dazu auf, sich mindestens noch für eine Legislatur einzusetzen. «Wir sind auf Euch angewiesen.»

Der Übergang vom bisherigen zum neuen System müsse gemeinsam erfolgen. «Dieses Rezept haben wir schon bei der Fusion erfolgreich vollzogen.»
«Ich stelle fest. Niemand schreit Hurra, aber die meisten sind bereit, die neuen Strukturen auszuprobieren», meinte Jöhr abschliessend.