Wasseramt/Bucheggberg

Zusammenspannen der Verbände funktioniert

Die Notlage-Szenarien umfassen neben drückendem Geldmangel und Schuldensanierungen, auch Lebensberatung, Sorgerechtsklärung und Obhuts-Zuteilungen. (Symbolbild).

Die Notlage-Szenarien umfassen neben drückendem Geldmangel und Schuldensanierungen, auch Lebensberatung, Sorgerechtsklärung und Obhuts-Zuteilungen. (Symbolbild).

Unterstützung für Menschen mit Beratungs- und Hilfsbedarf hat Tradition. Der dafür seit 85 Jahren bestehende Zweckverband im Wasseramt gab gemeinsam mit dem vor 73 Jahren gegründeten Bucheggberger Verband einen Überblick über seine Jahresarbeit.

«Armut und Verunsicherung haben heutzutage viele Gesichter», führte die Wasserämter Zweckverbandspräsidentin Verena Müller in Probleme ein, von denen etliche Mitmenschen betroffen sind. Sie nannte Stellenabbau, Firmenschliessungen, Kurzarbeit, Jugendarbeitslosigkeit, steigende Gesundheitskosten, Kürzungen in der Sozialhilfe. Erziehungsfragen und die hohe Scheidungsrate.

Wer in seinem Leben nicht mehr zurechtkomme in finanziellen, partnerschaftlichen und persönlichen Belangen könne sich an die Familienberaterinnen beider Bezirke wenden, die dafür ausgebildet sind, Lösungen für die unterschiedlichsten Konfliktsituationen gemeinsam mit den Hilfesuchenden zu entwickeln. «Unser Ziel ist in der Hilfe zur Selbsthilfe vor allem die Förderung der Selbstständigkeit», unterstrich die Präsidentin.

Die Bucheggberger Bezirksverbandspräsidentin Nicole Stuber leitete gemeinsam mit Müller durch den geschäftlichen Teil dieser ersten gemeinsam durchgeführten, von 33 Delegierten, Vorstands- und Verbandsmitarbeitenden besuchten Versammlung in der Regiomech Zuchwil. Bei den anwesenden Delegierten als Bindeglieder zu den Gemeinderäten beider Bezirke handelt es sich zumeist um Verantwortliche im örtlichen Sozialressort, die mit Beifall den ausgesprochenen Dank des Subingers Stephan Oberli verstärkten, der die «wertvolle Arbeit dieser Organisationen für die Gesellschaft» hervorhob: «Es ist gut, dass es Euch gibt».

Für diese Dienste leisten die Gemeinden entsprechend einem Einwohnerschlüssel jährlich wesentliche Finanzbeiträge. «Bei einer Gesamtbevölkerung von 57 601 Personen beläuft sich die finanzielle Unterstützung für die Familien-, Väter- und Mütterberatung beider Bezirke auf rund 720 000 Franken, wobei die Ausfinanzierung der Pensionskasse für die Mitarbeitenden 2016 nochmals mit rund 340 000 Franken zu Buche schlägt», erläuterte Finanzverwalter Stephan Baschung.

Im Anschluss an die einstimmig genehmigte Jahresrechnung kommentierte er in wichtigen Ausgabeposten die Voranschläge fürs kommende Jahr, die leicht gesenkte und für beide Bezirksgemeinden gleiche Beiträge vorsehen. Beide Partner verfügen über etwas Eigenkapital.

Familienberatung

Stellenleiterin Marlise Flückiger stellte dem Plenum unterschiedlichste Notlage-Szenarien vor, die neben drückendem Geldmangel, Schuldensanierungen (32 Prozent der 408 Dossiers betrafen Einkommensverwaltungen) auch Lebensberatung, Sorgerechtsklärung und Obhuts-Zuteilungen umfassten.

Laut Flückiger verzeichnete die Familienberatung 2014 264 Neuanmeldungen, das heisst 19 pro Monat, die von ihr, Sibylle Lehman und Judith Osterberger bearbeitet werden. In dem von Perspektive Solothurn initiierten wichtigen Thema Glückspielsucht arbeitet sie in der Projektgruppe mit.

Fachthema Kindesschutz

Bereichsleiterin Maya Bohren informierte über die Tätigkeit der Mütter- und Väterberatung. 2014 wurden im Wasseramt 462 und im Buchggberg 57 Kinder geboren, deren Eltern mit insgesamt 771 Hausbesuchen wie auch einer Fülle von Telefon- und Mailberatungen unterstützt wurden. 121 Kinder kamen in den Genuss von Babymassage. Bohren machte auf «hohe Anforderung an Frauen» zwischen Familienpflichten, Kindererziehung und Arbeitsplatz aufmerksam.

Beratungsstunden mit Übersetzung für Immigrantinnen vom Balkan wurden mangels Teilnahme wieder gestrichen. Im Rahmen einer Weiterbildung widmeten sich Bohren und die Beraterinnen Vreni Anliker und Myriam Schibli dem Kindesschutz und seinen komplexen Fragestellungen. Verabschiedet wurde Beraterin Karin Schär, deren Ausscheiden Ende Juli keine Neueinstellung zur Folge hat.

Verabredet wurde, weil «das Zusammenspannen funktioniert», die Weiterführung der Zusammenarbeit beiden Bezirke, deren Gemeindedelegierte sich im Juni 2016 zur nächsten Jahresversammlung treffen. Das Tätigkeitspektrum dieser Beratungsdienste ist nicht mit den Regionalen Sozialen Diensten in Biberist, Derendingen, Gerlafingen und Zuchwil zu verwechseln und auch nicht mit der KESP, die für Beistandschaften zuständig ist.

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