Unterleberberg
Zusammenarbeit ist beim Wasser ein heikles Thema

Im Bereich Ausländer-Integration funktioniert die Zusammenarbeit im Unterleberberg. Schwieriger ist es in der Wasserversorgung.

Urs Byland
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Wie wollen die Gemeinden für die Versorgungssicherheit sorgen? (Archiv)

Wie wollen die Gemeinden für die Versorgungssicherheit sorgen? (Archiv)

Keystone

Hubersdorfs Gemeindepräsident Gregor Schneiter informierte seine Kolleginnen und Kollegen an der Gemeindepräsidentenkonferenz Unterleberberg über die Fortschritte im Bereich start.integration. Die vom Kanton auf die Gemeinden delegierte Aufgabe der Erstinformationsgespräche oder Integrationsgespräche mit Zuzügern wird im Unterleberberg unter Führung der Gemeinde Hubersdorf gelöst. Gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten sei ein Leitfaden zur Umsetzung von start.integration in Arbeit.

In den übrigen Gemeinden müssten Kontaktpersonen bestimmt werden, diese würden auf ihre Aufgabe vorbereitet. In den nächsten Wochen wird die Zusammenarbeit in den Gemeindeversammlungen vorgestellt und entschieden. Bereits eine definitive Zusage gegeben haben Feldbrunnen und Hubersdorf. «Ich denke, das ist ein Musterbeispiel einer Zusammenarbeit, um ein Thema mit kleinem Aufwand meistern zu können», erklärte Christoph Heiniger, Flumenthal, der die Unterleberberger Gemeindepräsidentenkonferenz leitet.

Kein Umdenken

Keine Lust zur Zusammenarbeit hat Heiniger in Sachen Wasserversorgung. Zumindest nicht mit dem Wasserverbund Region Solothurn AG (Wareso). Das stellte er am Freitag an der Sitzung im Restaurant Mittlerer Balmberg im Zusammenhang mit dem Traktandum «Gruppenwasserversorgung (GWUL) – Künftige Ausrichtung» erneut klar.

Weil die Organisationsstruktur des Zweckverbandes GWUL schwerfällig und unübersichtlich geworden sei und mit der Cellulose Attisholz schon vor längerer Zeit der wichtigste Partner weggefallen war, liess die GWUL eine Grundlagenstudie erarbeiten.

Eine Lösungsvariante sieht den Anschluss der sieben Gemeinden Attiswil, Balm, Flumenthal, Hubersdorf, Luterbach, Riedholz-Niederwil und Rüttenen an den Wasserverbund Region Solothurn AG (Wareso) vor.

Für Flumenthal sei das aber keine Lösung, wie Heiniger schon vor Monaten kund tat. Er forderte damals ein Umdenken im GWUL, müsse jetzt aber feststellen, dass dieses Umdenken nicht stattgefunden habe. Im Gegenteil. «Jetzt wird das doch diskutiert», zeigte er sich erstaunt. Seine Gemeinde habe sich nicht an der GWUL-Umfrage beteiligt. «Das wäre eine Frechheit gewesen, weil wir überall nur Nein hätten hinschreiben können.» Er frage sich, wie man den GWUL-Vorstand zum Umdenken bringen könne.

Wasser löst Emotionen aus

Gregor Schneiter erzählte vom Informationsanlass in Hubersdorf zu diesem Thema. Aus den Reaktionen der Bevölkerung habe er gespürt, dass das Thema sehr emotional ist. «Das Wasser beschäftigt die Leute.» Er habe deshalb drei Fragen an den GWUL-Vorstand gestellt zu den Kosten, den anstehenden Investitionen und dem zu erwartenden Kubikmeterpreis für das Wasser. Die Antworten werde er an der Gemeindeversammlung einfliessen lassen, wo eine Absichtserklärung entschieden werden soll. Während Flumenthal unter Gemeindepräsident Christoph Heiniger die Annäherung an die Wareso ablehnt, können sich andere Unterleberberger Gemeinden ein Zusammengehen vorstellen.

Abschliessend sagte Heiniger, jede Gemeinde müsse selber entscheiden, und gibt zu bedenken: «Wir müssen achtsam sei. Es geht um die Versorgungssicherheit unserer Gemeinden.»

Antennen-Standort koordinieren

Immer wieder kommen Anfragen in die Gemeinden für die Platzierung von Mobilfunkantennen. Gregor Schneiter regte eine Koordination zumindest unter den Unterleberberger Gemeinden an. «Das Gesetz schreibt vor, so viele Anbieter wie möglich auf einer Antenne zu platzieren», informierte er. Und Antennen sollten nur dort aufgestellt werden, wo sie auch genutzt werden. Konkret bestehen Anfragen in Niederwil und Günsberg. Gregor Schneitter stellte sich zur Verfügung, eine Koordination der Begehren anzustreben.

Weiter behandelte die Konferenz die Strassenbauprojekte des Kantons. Da und dort zeigte man sich nicht einverstanden mit der kantonalen Planung. Zur nächsten Sitzung der Gemeindepräsidenten soll ein Vertreter des Kantonalen Amtes für Verkehr eingeladen werden, damit man über die Projekte informiert wird.