Nächstes Jahr wird das neue Bürgerspital seinen Betrieb aufnehmen. Damit der Zugang behindertengerecht gestaltet werden kann, muss der Verlauf der Schöngrünstrasse auf Boden der Stadt Solothurn angepasst werden. Parallel dazu soll die Schöngrünstrasse auch auf Gemeindegebiet Biberist saniert und umgestaltet werden. Der Belag auf der Strasse hat stark gelitten. Unter anderem auch, weil für die Überbauung der AXA neue Werkleitungen gebaut werden mussten.

Zudem wünscht sich die AXA eine zusätzliche Bushaltestelle auf der Höhe der Zufahrt zur ehemaligen Strafanstalt. Die Gemeinde Biberist lud deshalb zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der das Projekt vorgestellt wurde. Rund 40 Personen folgten der Einladung. Schnell zeigte sich, dass einige davon explizit anwesend waren, um ihren Unmut über die neu geplante Bushaltestelle zu äussern.

Die heutige Schleife beim Bürgerspital wird begradigt.

   

Beidseits ein Trottoir

Das Projekt, das am Dienstagabend vorgestellt wurde, entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Solothurn und dem Kanton. Auch der Busbetrieb und der Notfall des Spitales wurden einbezogen. Die Schöngrünstrasse wird auf der Höhe der Wassergasse begradigt, wie Matthias Ulrich (Ingenieur, Büro W+H) erklärte. Heute wird der Verkehr in einer Schleife über den Parkplatz des Bürgerspitals geführt. Die Einfahrt in die Wassergasse wird aus diesem Grund neu gestaltet (Gemeinde Solothurn).

Dasselbe soll auch am Lunaweg (Gemeinde Biberist) geschehen. Damit soll gleichzeitig auch die Sicherheit für die Kindergartenkinder verbessert werden. Diese müssen heute auf ihrem Weg in den Kindergarten an der Wassergasse zweimal die Strasse queren. Vorgesehen wäre, dass ab Höhe Oberschöngrünstrasse bis zum Lunaweg neu beidseits der Schöngrünstrasse ein Trottoir geführt wird. Ebenfalls auf Höhe der Oberschöngrünstrasse soll zudem eine neue Fahrbahn-Bushaltestelle mit einem vorgelagerten Fussgängerstreifen mit Mittelinsel erstellt werden.

Die Schöngrünstrasse würde insgesamt leicht verbreitert. Für die beiden Trottoirs und die Verbreiterung muss kein Land von Privatleuten erworben werden. Sowohl die AXA als auch der Kanton seien bereit, das benötigte Land abzutreten. Der Neubau der Bushaltestellen werde zudem nicht durch die Gemeinde Biberist, sondern durch die AXA finanziert, wie Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann erklärte.

Kritik überraschte

«Zwei Bushaltestellen innerhalb von 200 Metern. Das ist unnötig.» Diejenigen, die sich an der Informationsveranstaltung äusserten, zeigten sich der Planung gegenüber eher kritisch. Der Bus verursache Emissionen: Die Anwohner hätten sowohl unter dem Lärm als auch unter dem Gestank zu leiden, wenn der Bus halte und wieder anfahre. Kritisiert wurde zudem, dass die Bevölkerung zwar informiert, aber nicht in die Planung miteinbezogen worden sei. Man hätte eine Gestaltung der Strasse mit Bäumen und Buchten erwartet, wie dies auf Stadtboden der Fall sei. Es sei zwar Tempo 30 signalisiert, dies werde aber kaum eingehalten. Auch vom Bus nicht, erklärten Anwohner. Auch fehle ein Velostreifen. «Ist das Demokratie, wenn man ein Projekt auf Grund der Wünsche eines Investors plant?», fragte einer der Anwesenden.

«Ich bin überrascht über den Widerstand, den ich spüre», erklärte Hug-Portmann. Persönlich sei er klar für den Bau der neuen Bushaltestelle. Einer der Gründe, der laut Hug für den Bau spricht, ist die Tatsache, dass die Kinder aus der neuen Überbauung nach Biberist in die Schule gehen werden. Mit der nahen Haltestelle werde der Schulweg sicherer.
Uriel Kramer (Präsident Baukommission) zeigte zudem auf, dass es durchaus üblich sei, dass Investoren von der Gemeinde zur Kasse gebeten würden, damit ihre Wohnungen besser erschlossen sind. Bei der Überbauung an der Blüemlisalpstrasse sei ein neuer Fuss- und Veloweg gebaut worden, der durch den Investor finanziert wurde. Und bei der neuen Überbauung rund um die Post werde ein neuer Fussweg ins Zentrum erstellt.

Investition in die Zukunft

Kramer gab weiter zu bedenken, dass die Umgestaltung der Schöngrünstrasse und die neuen Bushaltestellen nicht nur für die nächsten zwei, drei Jahre geplant würden. «Von diesen Investitionen soll auch die nächste Generation noch profitieren. Es mag stimmen, dass die Haltestellen heute kein Bedürfnis sind. Aber ich bin sicher, dass sie in der Zukunft genützt werden.»

Mit der Fahrbahn-Haltestelle und der Mittelinsel versuche man zudem, den Verkehr zu verlangsamen und die Strasse für den Fluchtverkehr möglichst unattraktiv zu gestalten.
Benjamin Bartmann (AXA) erklärte, dass gerade Senioren, die in der neuen Überbauung einziehen werden, froh sein werden um die neuen Haltestellen. Es werde zwar ein Fussweg mitten durch die Häuser angelegt, der zum Spital hinunterführe. «Der wird aber recht steil und ist nicht für alle gleich gut begehbar.»

Von einigen der Anwesenden gab es zum Schluss dann auch noch Lob. Die Planung scheine vernünftig und die Bushaltestelle diene nicht nur den neuen Mietern der Überbauung der AXA, sondern durchaus auch Leuten aus dem Quartier.