Am Dienstagabend strömten die Lommiswiler Eltern mit ihren Kindern, mit Grosseltern, Verwandten und Freunden, in die Dorfhalle. Die Schule hatte zur Schulschlussfeier eingeladen. Schnell war die Halle brechend voll. Zuvorderst sassen die Kinder diszipliniert, alle als Piraten verkleidet, auf langen Bänken. Hie und da huschte ein breites Lachen über das Gesicht eines Kindes, wenn es ein Familienmitglied entdeckte, und es winkte eifrig. Am Mischpult und am Scheinwerfer warteten einige Schüler konzentriert auf ihren Einsatz.

Im Zentrum des Anlasses stand das Musical «E Pirat im Internat» von Andrew Bond. Zwei Kinder begrüssten gekonnt die Gästeschar und erklärten, dass sie das Musical nicht wortwörtlich von Bond übernommen hätten, die Rollen wären auf die Schülerinnen und Schüler ihrer Schule zugeschnitten.

Die letzten Piraten

Auf dem Piratenschiff stehen die letzten Piraten der Welt, das Familienoberhaupt Bombastos McSäbel, seine Frau, Tante McSäbel, Onkel McSäbel und die Kinder Mia, Pit und Rocco, der Papagei von Pit. Für die Piraten ist das Leben hart. Überfälle lohnen sich nicht mehr. Die reichen Leute haben alle Kreditkarten und ihr Schmuck liegt sicher in einem Safe. Also beschliessen die Säbels Mia und Pit in ein Internat zu stecken. Es muss das beste Internat sein, Protzberg, wo vor allem Königskinder hingeschickt werden.

Dort angekommen staunen die Piratenkinder. Sie sind es sich nicht gewohnt, Regeln einzuhalten und stossen immer wieder mit der strengen Hausdame, der Saalaufsicht und dem Lehrer zusammen. Also schicken sie eine Flaschenpost übers Meer und bitten ihre Eltern sie abzuholen. Allmählich leben sie sich aber ein und merken, dass alle voneinander lernen können. Mia und Pit gründen sogar eine eigene Firma, ein Reiseunternehmen mit Namen MC Säbel Tours.

Beeindruckendes Gesamtwerk

Alle beteiligten Kinder füllten ihre Rollen glaubwürdig, ja sehr überzeugend aus. Dazwischen lockerten anmutig vorgetragene Tänze und mit Inbrunst gesungene Lieder alles auf. Beeindruckend, wie die Lehrkräfte es schafften, mit kreativen Ideen wunderbare Effekte zu erzielen. Jedes Kind übernahm die Verantwortung als Rädchen, das zu diesem beeindruckenden Gesamtwerk beitrug.

Zum Abschluss verabschiedete Schulleiter Hanspeter Hadorn die Sechstklässler sowie drei Lehrkräfte. Er bedankte sich bei allen, vor allem auch bei der Organisation EML (Eltern-Mitwirkung-Lommiswil), die für das leibliche Wohl sorgte und die Möglichkeit schuf, gemeinsam den gelungenen Event draussen vor der Halle abzuschliessen. (mml)