Einmal pro Woche werden die Kadaver, die in den Containern im sogenannten Konfiskatraum deponiert werden, abgeholt. An jedem Dienstag fahren Mitarbeiter des GZM Extraktionswerks in Lyss, das zur Centravo Holding AG gehört, im Auftrag des Kantons Solothurn zur Sammelstelle in Zuchwil. Sie laden die Container auf und bringen sie zur Weiterverarbeitung in eine Produktionsstätte.

Befindet sich ein noch lebendes Tier in einem der Behälter, würde dies niemandem auffallen. «Inhalte werden nicht mehr kontrolliert. Die Kadaver werden direkt weiterverarbeitet», sagt Georg Herriger, Medienbeauftragter der Firma.

Das junge Kaninchen, das am Mittwochmorgen in der Sammelstelle und auf seinen toten Artgenossen deponiert wurde, hätte keine Chance gehabt, entdeckt zu werden.

Bis am Dienstag hätte es wohl sowieso nicht überlebt. Und wie oft sonst jemand den Konfiskatraum betritt, kann nicht gesagt werden. Das Kaninchen hatte also Glück, wurde es am Mittwochmorgen gleich entdeckt.

In Bestandteile zerlegt 

Doch was passiert mit den Kadavern, nachdem sie abgeholt wurden? Die Tierkörper werden zusammen mit Schlachtabfällen zerkleinert und verbrannt. Dabei werden sie in drei Bestandteile zersetzt (Wasser, Fett und Protein). Wasser wird gesäubert und den Gewässern zugeführt, Fett wird zu Eco-Diesel oder zur Wärmegewinnung eingesetzt und Protein wird Zement zugeführt. Wichtig ist: «Die Produkte müssen verbrannt werden», erklärt Herriger. Dies, damit ausgeschlossen werden könnte, dass die Stoffe in den Nahrungskreislauf gelangen würden.

Dieses Vorgehen ist noch nicht allzu lange gesetzlich geregelt. Es wurde erst mit der BSE-Krise in den 1990er Jahren im Hinblick auf die Seuchen- und Hygienerisikos beschlossen. Vorher konnten alle Tiere vergraben werden. Auch heute gibt es noch eine Ausnahme: Einzelne, bis 10 kg schwere Tierkadaver dürfen auf Privatgrund vergraben werden. Der Tierkörper muss dabei aber mit mindestens 50 cm Erde bedeckt sein. (ldu)