Bellach
Zum Gemeindepräsidenten gewählt werden kann nur einer

Martin Röthlisberger und Roland Stadler stellten sich einer Podiumsdiskussion. Rund 150 Interessierte hörten sich die Ausführungen der beiden Kandidaten fürs Bellacher Gemeindepräsidium an.

Rahel Meier
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Vorne links Roland Stadler, in der Mitte Martin Röthlisberger und rechts Diskussionsleiter Christof Ramser. Im Hintergrund: Die Bellacher Fahne - falsch herum aufgehängt, was zu einigem Gelächter Anlass gab.

Vorne links Roland Stadler, in der Mitte Martin Röthlisberger und rechts Diskussionsleiter Christof Ramser. Im Hintergrund: Die Bellacher Fahne - falsch herum aufgehängt, was zu einigem Gelächter Anlass gab.

Hanspeter Bärtschi

Der Wahlkampf um das Gemeindepräsidium in Bellach ist auch entlang der Strassen ersichtlich. An vielen Orten stehen Plakate. Das hat auch Christof Ramser (Redaktor Solothurner Zeitung) zur Kenntnis genommen.

Was die Anzahl der Plakate und die Anzahl der Fans auf Facebook angeht, seien Martin Röthlisberger und Roland Stadler fast gleichauf, meinte er zu Beginn einer Podiumsdiskussion im Turbensaal am Donnerstagabend. Aber gewählt werden könne trotzdem nur einer.

Der Auftritt der Kandidaten: Ihre Aufgabe war es, ein Lied mitzubringen.

Andere Ansichten

Ramser stellte eingangs Fragen zu unterschiedlichen Themen, die in Bellach aktuell sind. Unterschiedliche Positionen haben die beiden Kandidaten, wenn es um die Finanzen geht. Martin Röthlisberger versuchte in der Diskussion immer wieder die bisherige Finanzpolitik, die von seinem Gegenkandidaten Roland Stadler viele Jahre mitbestimmt und mitgetragen wurde, anzugreifen. «Um unsere desolate Finanzlage zu verbessern, brauchen wir neue Ideen», meinte er. Seit 2011 mache Bellach Schulden. Die Situation müsse genau analysiert und dem Stimmbürger aufgezeigt werden, was wie viel kostet. «Dann kann er entscheiden, welche Leistungen er will, was das kostet und nur so rechtfertigt sich beispielsweise eine Steuererhöhung.»

Wichtig wäre auch ein Finanzreporting, mit dem man schon während des Jahres sehe, wie es laufe. Stadler sah die Situation pragmatischer. Das letzte Jahr sei ein speziell Schlechtes gewesen. «Wir wissen zudem heute noch nicht, was mit dem neuen Finanzausgleich auf uns zukommt.» Das nächste Budget sei tatsächlich eine Herausforderung für den gesamten Gemeinderat. Dass weiter gespart werden müsse, sei ebenso klar.

«Was für ein Gesicht möchten sie Bellach geben?», wollte Diskussionsleiter Christof Ramser wissen. «Sicher nicht meines, das habe ich schon zu lange», meinte Stadler. «Bellach hat zudem bereits ein Gesicht. Wer die Gemeinde kennt, findet viel Unterschiedliches.» Röthlisberger will Bellach zu einer «guten Adresse» machen, zu der man «gerne hingeht».

Stadler durfte zurücklehnen

In der anschliessenden Fragerunde konnte sich Roland Stadler bequem zurücklehnen. Die Fragen aus dem Publikum gingen praktisch alle an Martin Röthlisberger. So meldete sich unter anderem Verena Probst zu Wort. Sie fragte nach, was aus dem arbeitslosen Mann geworden sei, dem Röthlisberger Arbeit versprochen hat. «Mindestens habe ich das in einem Interview im ‹Azeiger› so gelesen», meinte Probst. «Er hat zurzeit eine Temporärstelle», so Röthlisberger. Eine feste Arbeit habe er ihm aber bisher nicht vermitteln können. «Ist das nicht gefährlich so etwas zu versprechen?». Er habe versprochen sich einzusetzen, eine Stelle könne er aber auch nicht herbeizaubern. «Das weiss der Mann», so Röthlisberger.

Cindy Aebi wollte von Martin Röthlisberger wissen, ob er sich kompetent genug fühle, Gemeindepräsident von Bellach zu sein. «Ja.» Er habe in seiner bisherigen Karriere genügend Wissen in Verwaltungen und mit der Führung von Leuten gesammelt. «Ausserdem bin ich ja nicht alleine, sondern habe 12 Gemeinderäte an meiner Seite.» Aebi hakte nach: «Aber wissen sie auch genug von Bellach?» Immerhin habe man ihn seit er 1999 hierhergezogen sei kaum einmal im Dorf gesehen. Erst seit er nominiert wurde, sei er an allen Orten anzutreffen.

Verena Probst zitierte Abschnitte zur Verkehrspolitik aus Röthlisbergers Wahlprospekt. «Wissen sie, dass alle diese Themen schon vor Jahren vorwärts und rückwärts diskutiert wurden?» Sie könne sich nicht vorstellen, dass ein neuer Gemeindepräsident da mehr bewirken könne.

Irene Rechsteiner wollte wissen, wie lange die beiden denn im Amt bleiben würden, wenn sie gewählt würden. «Ich bleibe sicher nicht nur zwei Jahre. Aber auf eine bestimmte Zeit festgelegt habe ich mich nicht», meinte Stadler dazu. Während Röthlisberger konkreter wurde: «Ich bin jetzt 55 Jahre alt und stelle mir schon vor, das bis zur Pensionierung zu machen.»