Es war fast so, wie damals beim FC Grenchen, als Thomas Vogt und Sascha Ruefer noch als Co-Präsidenten die Geschicke des traditionsreichen Fussballklubs lenkten. Am Donnerstagabend begrüssten der CEO der Spar- und Leihkasse Bucheggberg (SLB) und der Fernsehmoderator in der Mehrzweckhalle Lüterkofen zusammen die Besucher des dritten Wirtschaftsforums. Humorvoll führten die beiden langjährigen Freunde durch die Veranstaltung, die so zu einem gelungenen Unterhaltungsabend wurde.

Im Bankranking steht die SLB als Nummer Fünf von sechzig Banken. «Es heisst schon lange, dass Banken mit einer Bilanzsumme unter zwei Milliarden Franken keine Zukunft haben. Wir sind immer noch erfolgreich und den Erfolg verdanken wir der grossartigen Arbeit unserer 30 Mitarbeiter», so CEO Vogt in seiner Begrüssung. Der geplante, neue Standort war ein grosses Thema unter den rund 500 Zuschauern. «Die Wurzeln sind uns wichtig und wir setzen alles dafür ein, dass wir in Lüterswil bleiben können», beantwortete Vogt Fragen ddiplomatisch.

Nach den Fakten die Prognosen

Als erstes wurde Klaus Wellershoff auf die Bühne gebeten, oder «der Mike Shiva der Wirtschaft», wie Sascha Ruefer den deutschen Wirtschaftsprognostiker angekündigte. «So lange, wie diese Herrschaften wie Donald Trump keinen neuen Weltkrieg anzetteln, passiert im Bereich der Wirtschaft und der Konjunktur recht wenig», gab sich Wellershoff optimistisch. Das gelte auch für den Brexit. «Politisch eine wichtige Frage, für die Wirtschaft nicht besonders.» Ein harter Brexit werde Wachstum kosten, aber konjunkturell werde man dies in der Schweiz nicht wirklich messen können.

«Die Konjunktur hängt von der Stimmung der Konsumenten und der Investoren ab. Die Weltwirtschaft wächst etwas langsamer, aber die Indikatoren sind nicht so schlecht. Kurzfristig ist nicht mit einer Rezession zu rechnen.» Sorgen müsse man sich aber längerfristig wegen der expansiven Geldpolitik der meisten Nationalbanken machen. «Das ist eine Zeitbombe. Geniessen Sie es, so lange die Konjunktur hält.» Das Zinspendel werde früher oder später umschlagen müssen, und zwar drastisch.

«Was würden sie an der Stelle des Nationalbankdirektoren tun?», fragte Thomas Vogt. Wellershoff: «Die Nationalbank kämpft gegen die Schwerkraft. Ich wundere mich schon, mit welcher Überzeugung man glaubt, dass dieses riesige Experiment, das bereits eine Versechsfachung der Geldmenge verursacht hat, gut gehen wird. Der Wechselkurs ist eine logische Folge der wirtschaftlichen Aktivität und sollte nicht langfristig beeinflusst werden.»

Ein gutes Bauchgefühl bewiesen

Weed Control ist ein Start Up, das Unkraut nicht mit Gift, sondern mit kochend heissem Wasser bekämpft. Dieses Geschäftsmodell wurde mit dem Jungunternehmerpreis des Kantons ausgezeichnet und durfte sich dem Forum präsentieren. Beat Wyss, Bauer im Bucheggberg und Gründer der Firma, erklärte das Prinzip: «Eine alte Bauernfrau hat mit erzählt, dass sie früher immer mit heissem Wasser das Unkraut rund um die Steine verbrüht habe. Die Idee war geboren.» Der erste Kunde sei der Aetinger Gärtner gewesen. «Wir haben dem Bauchgefühl vertraut und losgelegt. Für einen Businessplan hatten wir keine Zeit.» Heute bekämpft die Firma Weed Control für den Kanton die Neophyten und auf den Gleisen der SBB das Unkraut – alles ohne Gift.

Zum Abschluss dann noch die Lacher

Der deutsche Komiker Kaya Yanar, verheiratet mit einer Zürcherin, liess sich zum Abschluss der Veranstaltung über den Sonderfall Schweiz aus. «Wir machen nicht mit», war der «running gag», sei es bei den Kriegen, beim Euro oder beim Weltuntergang. Die Mehrzweckhalle bebte, der manchmal träfe Humor kam bestens an. Er möge das Multikulturelle und den Humor hier, weil die Schweizer gerne über sich selber lachen, erklärte Yanar im anschliessenden Interview. «Musst du 24 Stunden lustig sein?», fragte Sascha Ruefer. «Nein, ich bin nicht ständig auf Sendung, aber ein heiterer Mensch. Ich muss meiner Frau nicht ständig Witze erzählen.»