Aeschi
Zum Abschluss des Gerichtsverfahrens um Hanfbauer gibts Geld für Elektra

Im Kreuz in Aeschi hielt die Elektra Äusseres Wasseramt ihre Generalversammlung ab.

Urs Byland
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Die ausgehobene Hanf-Indooranlage.

Die ausgehobene Hanf-Indooranlage.

Kapo SO

Noch einmal tauchte an der Generalversammlung der EAW (Elektra Äusseres Wasseramt) der Strombetrug des im März 2015 aufgeflogenen Hanfbauers kurz auf. In der Rechnung 2017 wurde ein «ausserordentlicher, periodenfremder Ertrag» von 16'474.10 Franken festgehalten.
Der Betrag markiert den Abschluss des Gerichtsverfahrens.

Nach einer anfänglichen von der EAW eingeklagten Betrugssumme von 237'000 Franken ging der Hanfbauer, der für den Anbau von illegalen Hanfsorten Strom illegal abzapfte, vor Gericht. Dort konnte die EAW dem Hanfbauer weitaus weniger Stromdiebstahl nachweisen als ursprünglich behauptet. Schliesslich einigte man sich in einem Vergleich. Der Hanfbauer hatte 17'500 Franken, inklusive Zinskosten und Anwaltskosten, zu bezahlen.

Demission des Präsidenten

Gleichzeitig erlebte die EAW im letzten Jahr intern schwierige Zeiten. Die Generalversammlung verweigerte Ende März die Abnahme der Rechnung 2016, die sie dann an der ausserordentlichen Versammlung im Juli doch noch genehmigte. Die neue Rechnung sah eine andere Gewinnverteilung mit einem von den Genossenschaftern im März angeregten Sonderrabatt vor.

Verteilt werden sollten zusätzliche 200'000 Franken. Dann folgten die Demission des Präsidenten Edgar Schreier, der die Elektra von 2004 bis 2017 führte, und von Monika Sommer (Ressort Sekretariat). Die Verwaltung bestand noch aus Petra Furrer Spirig (Ressort Finanzen), Vizepräsident Martin Schor und Thomas Geiser (Ressort Technik), die es trotz «doppelter Arbeit» schafften, die Elektra wieder in ruhigere Gewässer zu führen.

Urs Stuber ist der neue Präsident

Damit hatte die Versammlung im Restaurant Kreuz in Aeschi den Vorstand und einen neuen Präsidenten zu bestellen. Und es wurde nicht einfacher, denn auch der Präsident ad interim, Martin Schor demissionierte.

Aber er und seine Mitstreiter Petra Furrer Spirig sowie Thomas Geiser hatten vorgesorgt und präsentierten der Versammlung als neuen Präsidenten Urs Stuber, ehemals Leiter der kantonalen Energiefachstelle, Regula Frey fürs Ressort Sekretariat und Nadia Wüthrich fürs Marketing . Die drei neuen Verwaltungsmitglieder wurden alle einstimmig gewählt. Ebenso die verbleibenden Petra Furrer Spirig sowie Thomas Geiser.

Günstiger Strom

Die einstimmig genehmigte Rechnung zeigte eine Stromabgabe, die mit einem Wachstum von 5,4 Prozent stärker anstieg als erwartet. Der geringere Strompreis führte aber zu einem etwas geringeren Ertrag als 2016. Trotz einer für die Konsumenten verbesserten Rabattierung konnte am Ende der Jahresgewinn mit 87 363 Franken im Vergleich zum Vorjahr mit 53'759 Franken verbessert werden.

In der Bilanz glänzt die EAW mit einem Eigenkapital von inzwischen 1,136 Mio. Franken. Der Strompreis lag im kantonalen Vergleich mit 17,1 Rappen pro Kilowattstunde eher im günstigen Bereich, wie Martin Schor auf einer Karte zeigte. Mit der Rabattierung sank der Preis gar auf 13,52 Rappen. Im laufenden Jahr soll die EAW im Vergleich sogar noch besser abschneiden. Andernorts müssten die Stromkunden mit Aufschlägen rechnen.

Sofort kam die Frage aus der Versammlung, wie sich denn der Einkauf gestalte. Laut Schor habe man bereits den Strom bis 2020 eingekauft. Nun stecke man in den Verhandlungen für 2021. Man sei aber nicht gezwungen, bei einem bestimmten Stromverkäufer einzukaufen. 2017 stammte rund 5,7 Prozent der Energie von Photovoltaikanlagen aus dem Versorgungsgebiet. Die restliche Energie wurde von der AEK Energie AG bezogen, mehrheitlich mit Herkunftsausweisen aus Schweizer Kraftwerken.

Ein Jubiläumsjahr

2017 investierte die EAW insbesondere in die Projekte Luzernstrasse in Etziken und Gallishofstrasse in Aeschi. In Etziken konnte zudem die erste eigene Photovoltaikanlage in Betrieb genommen werden. Zwei weitere sollen in diesem Jahr folgen, und zwar in Aeschi und in Horriwil. Dafür sprach die Versammlung zum bestehenden Kredit von 150'000 Franken einen Nachtragskredit von 75'000 Franken. Das grösste Projekt in diesem Jahr betrifft in Horriwil die Haupt- und die Hünikenstrasse. Hier sprach die Versammlung einen Kredit von 185'000 Franken.

Mit dem Eintritt von sechs Privatpersonen sowie Aeschi, Horriwil, Hüniken und Etziken, die Gemeinden bilden auch das Versorgungsgebiet der EAW, zählt die Elektra nun 281 Genossenschafterinnen und Genossenschafter. Im Herbst gehts auf eine Jubiläumsreise. Die EAW wurde 1908 gegründet.

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