«Freude herrscht!», zitiert Peter Weibel den berühmten Spruch von Altbundesrat Adolf Ogi. Es ist der letzte Abschluss, den der Leiter Finanzen und Steuern vor seiner Pensionierung im Derendinger Gemeinderat präsentieren kann. Und es ist einer, der sich sehen lassen darf: Der Ertragsüberschuss der Jahresrechnung 2018 beträgt 2,92 Mio. Franken. Damit kann Derendingen bereits das 13. Mal in Folge einen positiven Rechnungsabschluss präsentieren – trotz teilweise anderslautenden Budgetprognosen.

Die Besserstellung ist vornehmlich in zwei Funktionsbereichen zustande gekommen. Bei der Bildung konnten durch Minderaufwände und Mehreinnahmen insgesamt 883'000 Franken eingespart werden. Unter anderem 240'000 Franken im Bereich der Gehälter und Sozialleistungen von Kindergarten und Primarschule. Die Schulleitung optimierte die Klassengrössen, sodass eine Lehrkraft eingespart werden konnte. Das zweite Gebiet betrifft die Finanzen und Steuern. Zwar verzeichnet Derendingen sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen einen Rückgang, der zusammen rund 700'000 Franken ausmacht. Aufgrund des Verkaufs der Alterssiedlung verzeichnete die Gemeinde allerdings einen Buchgewinn von 2,65 Mio. Franken.

Steuerkraft steigt an

Einen weiteren erfreulichen Aspekt bildet der steigende Steuerkraftindex der Gemeinde. Dadurch erhält Derendingen zwar weniger Geld aus dem Finanz- und Lastenausgleich. «Es ist aber auch ein Zeichen dafür, dass wir uns auf dem Weg zur völligen finanziellen Selbstständigkeit befinden», erklärt Gemeindepräsident Kuno Tschumi. Weiter sei es ein wichtiges Statement an die Gebergemeinden, die im Finanz- und Lastenausgleich vor allem ein falsches Anreizsystem sehen würden. «Jede Gemeinde macht, was sie kann, um gut zu funktionieren und fällt niemandem absichtlich zur Last», so Tschumi. Derendingen war jahrelang eine der grösseren Nehmergemeinden.

Markus Zürcher, Präsident der Finanzkommission (Fiko), lobte einerseits das positive Ergebnis, zeigte aber auch die weniger rosigen Punkte auf. So weist das betriebliche Ergebnis ein Minus von 367 000 Franken auf. «Eigentlich können wir mit unserem betrieblichen Ertrag den Aufwand nicht ganz decken», sagt der Fiko-Präsident. Weiter sei zu berücksichtigen, dass das Ergebnis vornehmlich aufgrund des Buchgewinns durch den Verkauf der Alterssiedlung zustande kam. «Ohne dies hätten wir lediglich um 270'000 Franken besser abgeschlossen als das Budget», so Zürcher. Langfristig gesehen könne aber festgehalten werden, dass die Gemeinde dank den positiven Ertragsüberschüssen seit 2006 nicht nur Schulden abbauen und Eigenkapital aufbauen, sondern auch eine Steuersenkung, ein Rückgang des Finanz- und Lastenausgleichs sowie Sanierungsbeiträge an die Pensionskasse und die «Elsässli»-Böden fast problemlos wegstecken konnte.

Mit einem Eigenkapital von rund 5,4 Mio. Franken steht die Gemeinde bereits jetzt äusserst gut da. Aus diesem Grund soll der Ertragsüberschuss für andere Zwecke aufgewendet werden. So sind einerseits 245'000 Franken für die Rückstellung Bodensanierung «Elsässli» geplant, während die verbleibenden 2,67 Mio. Franken in zusätzliche Abschreibungen fliessen sollen.