Aetingen
Zum 100-Jahr-Jubiläum organisiert die Hornussergesellschaft das Nachwuchs-Fest

Eidgenössisches Nachwuchs-Hornusserfest findet zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Hornussergesellschaft in Aetingen statt.

Hans Peter Schläfli
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Die drei OK-Mitglieder Werner Leuenberger, Heinz Röthlisberger und Urs Kipfer.

Die drei OK-Mitglieder Werner Leuenberger, Heinz Röthlisberger und Urs Kipfer.

Hans Peter Schläfli

Vor 101 Jahren versammelte sich eine Handvoll junger Männer in Aetingen, und sie beschlossen, zusammen eine Hornussergesellschaft zu gründen. Ein Jahr später, also 1919, war es dann so weit: Die Hornussergesellschaft Aetingen-Ramsern wurde in den Eidgenössischen Hornusserverband aufgenommen und die ersten offiziellen Wettkämpfe konnten ausgetragen werden.

Das ist nun 100 Jahre her und so etwas muss gebührend gefeiert werden. Vor viereinhalb Jahren klopfte deshalb einer kräftig auf den Tisch und sagte: «Zum Jubiläum müssen wir wieder einmal etwas Rechtes auf die Beine stellen.» Das hörte Urs Kipfer und sagte: «Wenn das so ist, übernehme ich für das Hundertjährige das Präsidium des Organisationskomitees.» Die Hornusser nahmen Kipfer beim Wort und gründeten mit ihm zusammen ein über zehnköpfiges organisationskomitee (OK).

Wir sind immer alle füreinander da

Landwirt Urs Kipfer ist zwar selber kein Hornusser, aber in seiner Familie wurde schon früher gehornusst und aktuell ist Sohn Adrian aktiver Hornusser der HG Aetingen. «Die Hornussergesellschaft ist fürs Dorf da, wenn man sie braucht, und ich bin einer, der gerne hilft.» So erklärt der OK-Präsident sein Engagement. Zusammen mit dem OK schaute er vor vier Jahren beim Eidgenössischen Nachwuchshornusserfest in Wynigen-Rumendingen hinter die Kulissen, um zu sehen, wie man ein so grosses Fest organisieren kann.

Das Programm

Samstag, 31. August: Zweckverbandsfest Nachwuchshornusser; Veteranentag NOHV (Region Mitte).
Sonntag, 1. September: Eidgenössisches Nachwuchshornusserfest.
Samstag, 7. September: Eidgenössisches Nachwuchshornusserfest.
Sonntag, 8. September: Eidgenössisches Nachwuchshornusserfest; Offizieller Festakt; Championstisch der besten Einzelschläger.
Samstag, 14. September: Eidgenössischer Gruppenmeisterschaftsfinal. (mgt)

www.hgaetingen.ch

www.100-jahre-hgaetingen.ch

Jetzt ist es endlich so weit. Landwirt Urs Kipfer stellt den Wagenschopf und eine grosse Parzelle zur Verfügung. Mit dem Land von drei weiteren Bauern hat es genug Platz für die Festzelte und elf Ries, die ideal von Nordost nach Südwest ausgerichtet sind, sodass beim Abtun keiner von der Sonne geblendet wird. «Rund 25 Hektaren Land werden für die Spielfelder und das Festareal benötigt», sagt Heinz Röthlisberger, der im OK für das Sponsoring zuständig ist.

Bewusst nur einen Anlass ausgewählt

Weil Gossau dieses Jahr auch 100-jährig wird, überliessen die Aetinger den Ostschweizern das Verbandsfest und das Interkantonale Hornusserfest. Die HG Aetingen bewarb sich dafür für das Eidgenössische Nachwuchshornusserfest. Zudem organisieren die Aetinger den Eidgenössischen Gruppenmeisterschaftsfinal. Insgesamt werden an drei Wochenenden über 1500 Hornusser der verschiedenen Altersklassen nach Aetingen kommen, rund 150 Helfer stehen im Einsatz und dazu werden auch noch Hunderte Zuschauer erwartet.

Urs Kipfer bezeichnet den 8. September mit dem offiziellen Festakt und vielen Ehrengästen als den wichtigsten Tag der Jubiläumsfeiern. Man habe bewusst darauf verzichtet, ehemalige Bundesräte als Festredner einzuladen. «Schliesslich haben wir in Buchegg mit der Kantonsratspräsidentin Verena Meyer-Burkhard die aktuell höchste Solothurnerin in der Gemeinde.» Mit Regierungsrat Remo Ankli wird ein weiterer hochkarätiger Festredner in Aetingen erwartet.

Heute spielt Aetingen in der 1. Liga

Erst 1996 konnte die HG Aetingen das Hornusserhüttli mit dem heutigen Platz beziehen. Nun spielt die erste Mannschaft der HG Aetingen in der 1. Liga, die zweite in der 4. Liga. Die derzeit sieben Nachwuchshornusser der HG Aetingen spielen zusammen mit der HG Aeschi. Sie werden am Eidgenössischen bereits am ersten Tag, also am 1. September, hornussen.

Einzelspieler stehen zurück

Urgestein Die Hornussergesellschaft sei schon immer ein familiärer Verein gewesen, erinnert sich Urgestein Werner Leuenberger an die letzten 50 Jahre der Hornussergesellschaft Aetingen, die ihren heutigen Namen und einen fixen Platz im Jahr 1982 erhielt. Mit sechs oder sieben Jahren habe er begonnen. Sein Vater sei schon Hornusser gewesen und seine beiden Söhne spielen nun gemeinsam mit ihm in der ersten Mannschaft der Hornussergesellschaft Aetingen. «Mein Ehrgeiz ist es, mit den Jungen mitzuhalten», sagt der 60-Jährige über sich selber. So 280, 290 Meter fliege der Nouss noch heute. «Aber nicht immer. Ich mache etwas zu viele Fehler für mein Alter. Hornussen ist eben nicht so einfach.»

Das erste Eidgenössische hat Leuenberger 1973 mit 14 Jahren erlebt. «Damals brauchte es uns Nachwuchshornusser, um eine Mannschaft stellen zu können.» Hornussen sei damals mehr ein Spiel gewesen und habe sich erst mit der Zeit zum Sport entwickelt. «Wir hatten lange keinen festen ‹Bitz› und konnten nur wenig trainieren. Seit wir unser Vereinshaus und einen festen Platz haben, ist die Leistung besser geworden.»

1991 war er beim Jubiläumshornussen in Lohn der zweitbeste Einzelschläger und gewann eine Glocke. Später kam dann beim Eidgenössischen in Höchstetten noch ein Kranz dazu. Auch von anderen Festen hat er Kränze mit nach Hause gebracht «Aber die Gesellschaft kommt zuerst und erst danach die Leistung jedes Einzelnen.» (hps)