«Zukunft der Gemeinde»
In Lohn-Ammannsegg sollen Jugendliche mehr zu Wort kommen

Im Kanton fehlt es an jugendlichen Vertretern in der Kommunalpolitik. So auch in Lohn-Ammannsegg. Um Gegensteuer zu geben, hat die Gemeinde das Projekt «engage.ch» des Dachverbands für Schweizer Jugendparlamente (DSJ) in die Wege geleitet.

Anja Neuenschwander
Drucken
Teilen
Die Gemeinde Lohn-Ammannsegg will ihre jungen Bürger in der Gemeindepolitik miteinbeziehen.

Die Gemeinde Lohn-Ammannsegg will ihre jungen Bürger in der Gemeindepolitik miteinbeziehen.

Hanspeter Bärtschi

«Ich glaube, dass viele Jugendliche denken, Politik sei für sie zu hoch oder zu kompliziert», sagt Rebekka Schafroth von der Jugendarbeit Biberist/Lohn-Ammannsegg. Die Jugendlichen sind in der Gemeindepolitik in Lohn-Ammannsegg untervertreten. Dies soll sich mit Hilfe von «engage.ch» nun ändern. «Wir wollen mit dem Projekt verdeutlichen, dass Politik uns alle betrifft», sagt sie. Gemeindepräsident Markus Sieber ergänzt:

«Die Jugendlichen sind die Zukunft der Gemeinde.»

«Im Moment sind sie aber schlecht in die Gemeindepolitik eingebunden.» Sieber erklärt sich dies mit den verschiedenen Interessen der Jungen: Sport und Kultur bilden eine grosse Konkurrenz. Dazu sei die eigene Wohngemeinde bei ihnen teilweise gar nicht so im Fokus, da die Jugendlichen in einer anderen Gemeinde zur Schule gehen oder arbeiten.

Vorschläge und Ideen sind erwünscht

Die Jugendarbeit, vertreten von Rebekka Schafroth, leitet eine Projektbegleitgruppe. Diese besteht aus sechs Jugendlichen, Gemeindepräsident Markus Sieber, Gemeindeschreiber Felix Marti, Gemeinderätin Birsel Yeniyol sowie Larissa Eichenberger vom DSJ. In Sitzungen bespricht die Gruppe das Vorgehen für die «engage.ch»-Kampagne. Es gilt, Onlinewerbung zu betreiben und Plakate aufzuhängen.

Geplant sind auch Präsentationen des Projekts in Schulklassen. Anlässlich der Kampagne kann die Zielgruppe von 12- bis 25-Jährigen an einer Umfrage teilnehmen oder ihre Ideen und Wünsche direkt posten. «Momentan geht es darum, die Bedürfnisse der Jugendlichen herauszufinden und ihnen aufzuzeigen, dass auch sie mitbestimmen können», sagt Schafroth. «Engage.ch» biete dabei eine niederschwellige und direkte Möglichkeit, die Anliegen einzubringen.

Jugendliche haben klare Vorstellungen

Auf der Website sind bis jetzt schon zwei konkrete Vorschläge eingegangen: Gewünscht wird zum einen ein Beachvolleyballfeld, um trainieren zu können, ohne Mitglied in einem Verein sein zu müssen. Zum anderen gibt es den Vorschlag für eine Bar oder einen Club, wo die Jugendlichen sich untereinander treffen könnten. Weitere Ideen können noch bis Ende Oktober angebracht werden. Ob diese umsetzbar sind, wird am 17. November in einem Austausch der Jugendlichen und der Projektbegleitgruppe mit Lokalpolitikern besprochen.

Wenn das Interesse bestehe, könne man sich auch vorstellen, eine langfristigere Mitwirkungsstruktur, wie beispielsweise ein Jugendparlament, einzuführen. «Es geht bei ‹engage.ch› aber nicht darum, die Vorstellungen des Gemeinderats zu realisieren, sondern die Ideen der Jugendlichen aufzunehmen», sagt Sieber. Er sei so weit zuversichtlich: «Wir haben es geschafft, mit der Projektbegleitgruppe eine erste Struktur aufzubauen.»

«Sie haben sich aktiv eingebracht und haben klare Vorstellungen.»

Nun hoffe er auf viele Ideen und Rückmeldungen von der Zielgruppe.

Hinweis: Weitere Informationen zum Projekt «engage.ch» in Lohn-Ammannsegg finden Sie unter www.engage.ch/LA.

Aktuelle Nachrichten