Bilderbuch
Zuchwilerin malt Bilder, die aus der Seele kommen

Die Zuchwilerin Monique Kobel-Kneubühler malt seit vielen Jahren. Jetzt hat sie die bewegendsten Arbeiten zu einem grossformatigen «Philosophischen Bilderbuch» zusammengestellt.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Monique Kobel-Kneubühlers Bild «Mein Birchiwald».

Monique Kobel-Kneubühlers Bild «Mein Birchiwald».

zvg

«Ich male das, was mich beschäftigt. Sinnbildlich und vielleicht für manchen Aussenstehenden nicht auf den ersten Blick verständlich». Das sagt Monique Kobel aus Zuchwil, jahrelang als Tanzlehrerin in Solothurn tätig. «Gemalt habe ich immer. Vielleicht ist es noch ein Relikt aus meiner weiteren Verwandtschaft. Ferdinand Hodler war der Bruder meiner Urgrossmutter», meint sie etwas verschmitzt. Tatsächlich spielt in der malerischen Arbeit von Monique Kobel ihre familiäre Herkunft und ihre Beziehungen zu Menschen und Tieren eine wichtige Rolle. Von 1983 bis 2004 leitete sie ihre Tanzschule in Solothurn und ist daher vielen Leuten bekannt.

«Als Einzelkind aufgewachsen, beschäftigte ich mich schon in der Kindheit mit dem Tanzen, der Malerei und dem Schreiben», erzählt sie. Sie male nicht, um ihre Bilder zu verkaufen, betont sie. Und doch freut es sie, wenn andere Menschen sich mit Ihren Bildern beschäftigen und sie mit ihnen darüber sinnieren und debattieren kann. Sie sagt: «Mit meinen Bildern möchte ich Themen des Lebens, die uns alle beschäftigen, zum Ausdruck bringen: Familie, Liebe, Natur, Religion, Gesundheit, der Sinn des Lebens. Die Bilder sollen den Betrachter ergreifen und zum Nachdenken anregen». «Meine Kunst hat keine Regeln. Sie entsteht aus meiner Seele, dem Herzen und dem Bauch. Sie drängt wie ein Wasserfall aus mir heraus.»

Kobels Bilder lassen tatsächlich viel Interpretationsspielraum zu; sie erzählen Lebensgeschichten. Ein Wald ist bei ihr nicht einfach eine Ansammlung von grünen Bäumen, sondern er ist auch ein Gebilde, das einem umfängt und beschützt. Ein Gebilde, aus dem ein blauer Himmel hervorschaut – Luft zum Atmen. Die Bäume wirken wie altvertraute Kameraden. Immer wieder sind auf Kobels Arbeiten Füsse zu sehen. Eine klare Anlehnung an ihre Tätigkeit als Tanzlehrerin: Füsse. Sie versinnbildlichen für sie den einzelnen Menschen, ihre Eigenarten ihre Charaktere. Sie werden vielfach rosettenartig angeordnet, oder sie formieren sich zu Reigen, Kränzen. Kobel schafft so auch Ordnung und verweist auf die ihr wichtige Ästhetik.

Satte Farben, symbolistische Motive

Manche Menschen träumen, um Ihre Erlebnisse zu verarbeiten, andere schreiben Bücher oder machen Sport. Monique Kobel malt und schafft so für sich und für ihre Umwelt den Zugang zu ihrem Innenleben, das vielleicht auch anderen Menschen Erkenntnisse für sich verschafft. Ihre Arbeiten mahnen an eine Art Brut- oder an naive Kunst.

Satte Farben, symbolistische Motive. Es geht Kobel nicht um künstlerische Höchstleistungen. Sie will mit ihren Arbeiten, die sie mit Gouachefarben und farbigen Passpartoutblätter immer 40 × 70 cm einem ganz feinen Pinsel malt, zeigen, wer sie ist und was sie beschäftigt. Die Arbeit an einem Bild dauert oft Wochen, gar Monate, betont sie. «Die Malerei ist meine Möglichkeit, mit den Mitmenschen zu kommunzieren.» Mit dem soeben erschienenen Bilderbuch ist das nun noch besser möglich, denn jedem Bild hat die Kunstschaffende ein Bibelzitat oder einen anderen Sinnspruch beigefügt.

Buchvernissage am 30. Mai: Raiffeisenbank Solothurn von 13–16 Uhr.