App

Zuchwiler Schulen informieren neu digital

Die Schulinfo kommt per App.

Die Schulinfo kommt per App.

Eine neue App soll in der Gemeinde Zuchwil die Elterninformation an der Schule erleichtern und die Papierflut ablösen.

«Damit fällt die ganze Papierflut weg», sagt Manuel Kissling. Der IT-Verantwortliche der Schulen Zuchwil erklärt vollkommen zufrieden die Funktionen der neuen «Elterninfo-App», die mit dem neuen Schuljahr eingeführt wurde. «Als ich die App vor einem Jahr der Schulleitung vorgestellt habe, haben alle glänzende Augen erhalten», sagt er scherzhaft.

«Push-Push» heisst die Schweizer App und wird bereits in den Schulen Bellach-Lommiswil-Selzach seit einem Jahr eingesetzt. Mit ihr können die Schulleitung sowie die Lehrer mit wenigen Klicks Informationen an alle Eltern ihrer rund 850 Schüler verschicken: sei dies eine Einladung zu einem Elternabend mit einer Terminumfrage oder Informationen zum nächsten Schulausflug. Die Mitteilung taucht als sogenannte «Push-Nachricht» auf den Bildschirmen der Nutzer auf. Die App löst damit vor allem die schriftlichen Mitteilungen an die Eltern ab. «Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass viele Infos, die über die Kinder zu den Eltern müssen, gar nie ankommen», sagt Kissling, ehemaliger Primarlehrer und Vater von zwei Kindern. «Über die App wird das nun sicher besser laufen.» Sie kostet die Schule jährlich rund 2000 Franken.

Ablösen soll die App auch unübersichtliche Chatgruppen auf Whatsapp und den Mailverkehr zwischen Lehrer und Eltern, sodass offiziell nur die App für die Elternkommunikation von der Schule aus dient. Es soll nur noch einen Informationskanal geben. Genau da hat die App allerdings einen kleinen Haken: Einige Eltern haben kein Smartphone, oder die App ist nicht damit kompatibel. «Diese Fälle nehmen wir auf und werden sie nach wie vor in Papierform informieren», sagt Kissling. Er gehe aber davon aus, dass es lediglich ein Prozent der Eltern ausmachen wird.

Die App ersetzt nicht das direkte Gespräch

Die «Push-Push»-App funktioniert auch in die andere Richtung: Über eine Nachrichtenfunktion können Eltern auch den Lehrern Direktnachrichten schreiben. «Die Lehrpersonen können diese Funktion aber auch ausschalten, wenn es ihnen zu viel wird», sagt Kissling. Droht die App etwa, den direkten Kontakt zwischen Eltern und Lehrern zu stören? «Die App kann kein Telefongespräch ersetzen. Das ist nach wie vor eine sehr wichtige Kommunikationsform», betont Kissling. Die App diene lediglich dazu, rein informative Schreiben zu ersetzen, nicht aber den zwischenmenschlichen Kontakt.

Wegen Corona hat sich die Schule entschlossen, erst mit dem neuen Schuljahr die digitale Kommunikation einzuführen, um keine Verwirrungen und Missverständnisse während der «schwierigen Zeit» zu stiften. Die Lehrer sind aber in der Zwischenzeit darin geschult worden und haben die Eltern über die App informiert. Zwei Drittel dieser haben die kostenlose App schon heruntergeladen und sich registriert. Nachrichten wurden aber erst wenige verschickt. «Einige Lehrpersonen sind technisch affiner und nutzen die App schon», sagt Kissling. Andere hätten mehr Hemmungen damit. «Schlussendlich ist es aber für alle obligatorisch.» Bis zu den Herbstferien werde die Schule noch parallel in Papierform informieren. Danach soll die App der einzige Kommunikationskanal sein.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1