Nach einem zweijährigen Pilotversuch führt Zuchwil je eine Oberstufen- und eine Primarklasse für den Deutschzusatz-Unterricht für fremdsprachige Jugendliche. An diesem Konzept beteiligen sich die Gemeinden Biberist, Derendingen, Luterbach und der Oberstufenkreis äusseres Wasseramt.

Um einen baldigen Erfolg zu erzielen, besuchen die jungen Menschen an den Morgen von Montag bis Freitag täglich vier Intensiv-Sprachlektionen in den Zuchwiler Schulhäusern Zelgli (Oberstufe) und Blumenfeld (Primarstufe). Nachmittags nehmen sie am Unterricht in den Regelklassen ihrer Herkunftsgemeinden teil.

«Offenbar zieht die gute Wirtschaftslage hierzulande jetzt wieder vermehrt Familien aus Portugal und Italien an, deren Kinder schon im dortigen Schulwesen integriert waren und für den oftmals nicht gewollten Familiennachzug auch keine Deutschkenntnisse mitbringen», erläuterte Schuldirektor Stephan Hug. Das in der zweijährigen Pilotphase geprüfte Modell verlaufe erfolgreich und führe zu guten Resultaten für die weitere Schullaufbahn.

Die Kosten werden gemäss Prozentanteil an der Gesamteinwohnerzahl von rund 40'000 Personen in den beteiligten Gemeinden aufgeteilt. Zuchwil zahlt 31'300 Franken jährlich. Dazu rechnen sich noch staatliche Beiträge. Aus der SVP kam die Frage, ob man nicht die Eltern der gegenwärtig 18 Fremdsprachigen in die Finanzierung dieses Zusatzangebots einbinden solle.

Dem hielten der Schuldirektor und Patrick Marti (SP) entgegen, dass jeder Heranwachsende hierzulande ein gesetzliches Anrecht auf Unterricht habe. Man dürfe auch nicht die Augen vor dem Weltgeschehen verschliessen und den Menschen die Integration mittels Spracherwerb verunmöglichen. Zur von Bruno Ziegler erwähnten Vollkostenrechnung für Infrastrukturnutzung betonte Stephan Hug, dass für dieses regionale Angebot auf ein «kompliziertes System mit aufwändigem Kostenteiler» verzichtet worden sei «und alles für uns hier in Zuchwil tatsächlich nicht mehr kostet».

Gut denkbar wäre, dass dieses interkommunale Angebot auch in einer anderen Kommune stattfinden könne. Während ihrer Budgetphase könnten alle angeschlossenen Gemeinden das Projekt und die Situation vor Ort immer wieder neu evaluieren.

Mit 9:2 sprach sich der Gemeinderat für die unbefristete Fortführung der DaZ.intensiv-Kurse (Deutsch als Zweitsprache) aus. In einem kritischen Votum hatte sich Silvio Auderset (SVP) «gegen die Ausländerproblematik» gewandt, «die uns Bundesbern aufs Auge drückt». Der Kanton sollte gegen die hohen Kosten mehr Druck machen.