Zuchwil
Welche Namen dürfen es denn für die Plätze und Strassen im Riverside sein?

Der Gemeinderat Zuchwil sucht nach Ideen für Strassen- und Platzbenennungen im Riverside. Und er genehmigte den Gestaltungsplan für eine Moschee.

Urs Byland
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Plätze und Strassen auf dem ehemaligen Sulzer-Areal sollen Namen erhalten. Hier wäre, laut Vorschlag des Investors, der Name Sulzerplatz passend.

Plätze und Strassen auf dem ehemaligen Sulzer-Areal sollen Namen erhalten. Hier wäre, laut Vorschlag des Investors, der Name Sulzerplatz passend.

Christof Ramser

Auf dem ehemaligen Sulzer-Areal entsteht das neue Quartier Riverside. Damit erhält der Gemeinderat von Zuchwil die eigentlich schöne Aufgabe, neue Strassen und Plätze zu benennen. Nun hat der Investor, Swiss Prime Anlagestiftung, bereits eine Werbeagentur, die ihr Domizil auf dem Areal hat, damit beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten.

Mit Parkstrasse, Trafo-, Klub-, Stanz-, Härterei-, Sulzer- und Schichtstrasse werden Namen vorgeschlagen, die «einen Bezug zum geschichtlichen Hintergrund des Sulzer-Areals aufnehmen», so das Konzept der Werbeagentur. Die Namen der Plätze, Aare-, Widi-, Energie-, Pausen- und Sulzerplatz andererseits hätten einen «direkten Bezug zur Lage und Geschichte des Areals».

Es war vorauszusehen, dass die Namensgebung in der Diskussion zu einem Jekami ausarten würde. Immerhin war der Gemeinderat so gnädig, den Vorschlag nicht einfach zu versenken. Aber der Vorschlag des Investors fand wenig Lob. Teilweise «zu simple Namen» wurde moniert oder «einfach nicht gelungen». Kritisiert wurde beispielsweise der Anfangsbuchstabe der Klubstrasse, schreibe doch heute jeder Verein Club. Doch wie war es damals?

Einzig Silvio Auderset (SVP) konnte sich mit dem Vorschlag anfreunden. Patrick Marti (SP) erklärte: «Für mich entsteht ein neues Quartier. Es gibt keine bessere Möglichkeit, die Bevölkerung miteinzubeziehen, als hier.» Zuchwil habe Kenner der Materie, die vielleicht auch noch gute Idee hätten.

Dass die Geschichte Zuchwils in den künftigen Strassen- und Platznamen im neuen Quartier Riverside gespiegelt werden soll, wurde allgemein gutgeheissen. Hier hat die Werbeagentur den Nerv getroffen. Der Gemeinderat will Zuchwils Geschichte aber nicht auf Sulzer beschränkt haben. Die künftigen Namen sollen einen Bezug zur Industriegeschichte Zuchwils haben und die Bevölkerung soll in irgendeiner Form mitwirken, wurde grossmehrheitlich beschlossen.

Sorgen bereitet nur das Parkieren bei der Moschee

So sah das Vorprojekt der geplanten Moschee in Zuchwil aus.

So sah das Vorprojekt der geplanten Moschee in Zuchwil aus.

zVg

Das Projekt zum Bau einer Moschee in Zuchwil steht vor der Auflage des Gestaltungsplans mit Sonderbauvorschriften. Der Gemeinderat genehmigte die Auflage sowie den Mitwirkungsbericht mit 8 zu 3 Stimmen.

Die Moschee kommt auf die 892 Quadratmeter grosse Parzelle der «Ahmadiyya Muslim Jamaat Schweiz» am nördlichen Ende der Schulhausstrasse zu stehen. Die im 19. Jahrhundert in Indien entstandene, islamische Religionsgemeinschaft hat ihren Sitz in Zürich. Die Parzelle liegt in der Kernzone mit Gestaltungsplanpflicht und ist auf drei Seiten von Verkehrsbauten umgeben.

Die Gebetsräume in der Moschee mit einer Kuppel sind nach Mekka ausgerichtet. Im Untergeschoss befinden sich ein Mehrzweckraum für Männer, Küche und Nebenräume, im Erdgeschoss der Gebetsraum für Männer, Bibliothek und Gästeraum und im Obergeschoss Gebetsraum und Mehrzweckraum der Frauen. Im Aussenbereich sind 6 Parkplätze, einer davon behindertengerecht, sowie ein Velounterstand geplant. Gefordert wären laut Verordnung deren 4,3 Parkplätze.

Für grössere Anlässe mit mehr als 30 Personen ist im Rahmen des Baugesuchsverfahrens ein Parkplatzkonzept einzureichen. Die Gemeinschaft ist aufgefordert mit Besitzern anderer Parkplätze im näheren Umfeld Vereinbarungen zu treffen, damit Parkierungsmöglichkeiten vorhanden sind.

Im Mitwirkungsverfahren wurden fünf kritische Beiträge eingereicht, die zu Änderungen am Gestaltungsplan führten. Unter anderem soll eine Belegungsanzeige für die Parkplätze errichtet werden. Dieses Thema wurde im Gemeinderat nochmals angeschnitten. «Für Anlässe mit 30 und mehr Leuten muss zwingend ein Parkkonzept vorgelegt werden. Das ist ein Riesenbedürfnis für die Anwohner», erklärte Regine Unold (SP). Dies sei in den Sondervorschriften geregelt, antwortete der Bauverwalter. So sei die Gemeinschaft beispielsweise bereits im Gespräch mit den Betreibern des Parkhauses, das auf der anderen Seite der Gleise beim Buchsweg entstehen soll. «Wir hoffen alle, dass es funktioniert. Aber was können wir machen, wenn es nicht funktioniert», fragte Patrick Marti. «Die Baukommission hat die Möglichkeit, allfällige Massnhamen zu verlangen», so Baumann.

Nichts davon wissen wollte Silvio Auderset: «Es stehen zu wenig PP zur Verfügung und es gibt Mehrverkehr. Es erstaunt mich, dass das Projekt an einer solchen Lage unterstützt wird.»