Gemeinderat
Zuchwil verlängert den Vertrag mit der AEK nicht

Zuchwils Gemeinderat lehnt eine Verlängerung des Pachtvertrages mit Stromlieferant AEK ab. Er will eine Neuausschreibung der Pacht.

Urs Byland
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Der Rat lehnte die Vertragsverlängerung mit 6 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung ab.

Der Rat lehnte die Vertragsverlängerung mit 6 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung ab.

Urs Lindt

Etwas überraschend folgte der Gemeinderat nicht dem AEK-Antrag ihres Gemeindepräsidenten Stefan Hug. Dieser konnte in den Verhandlungen mit der AEK diverse Vertragsoptimierungen erzielen, so wie andere Gemeinden auch. Aber der Gemeinderat befand, dass das Ergebnis nicht gut genug ist und lehnte die Vertragsverlängerung mit 6 zu 4 Stimmen bei einer Enthaltung ab.

Zuchwil besitzt ein Niederspannungs-Verteilnetz, das seit vielen Jahren an die AEK verpachtet ist. Seit 1. Januar 2018 zahlen Zuchwiler Haushalte mehr für ihren Strom. Laut AEK seien die Energiepreise mittelfristig höher, langfristig aber stabil. Damit es nicht zu Kündigungen der Pacht in Zuchwil und anderen Partnergemeinden kommt, offerierte die AEK eine temporäre Mehrpachtentschädigung und weitere vertragliche Verbesserungen. In wenigen Jahren wird die vollständige Strommarktöffnung erwartet.

Eine Weiterführung der Zusammenarbeit mit der AEK bis zu diesem Zeitpunkt sei die bevorzugte Lösung, so Zuchwils Verhandlungsführer und Gemeindepräsident. Konkret wurde für Zuchwil eine Mehrpachtentschädigung in der Höhe von 1,052 Mio. Franken für den Zeitraum bis Ende 2022 ausgehandelt. Dazu kommen weitere Details wie Rechte an Daten, Rechte zur Übernahme von Stromzählern und eine Preisplafonierung. Was die Gemeinde mit der zusätzlichen Million gemacht hätte, wurde offen gelassen. Varianten wären gewesen: Gewinn für Rechnung, Steuersenkung, direkt an Strombezüger weitergeben.

Keine Konkurrenzofferte

Im Gemeinderat sei aber kritisiert worden, dass keine Konkurrenzofferte erstellt wurde. «Man war der Meinung, dass man den Strom günstiger bekommen könne», so der Gemeindepräsident. Nun kommt es zu einer Kündigung der Verträge mit der AEK. Eine nicht einfache Sache, so der etwas zerknirscht wirkende Gemeindepräsident. Wurde doch die Zusammenarbeit in einem halben Dutzend Verträge festgeschrieben. Nach der Kündigung hat die Gemeinde anderthalb Jahre Zeit, einen neuen Pachtnehmer zu finden. «Die AEK hat schon angekündigt, dass sie selbstverständlich auch künftig offerieren werde», so Stefan Hug.

Die Ablehnung der Zusammenarbeit sei nicht aus parteipolitischen Gründen erfolgt, ist sich Hug sicher. Ablehnende Stimmen kamen aus allen politischen Lagern. «Es ist nicht eine fundamentale Opposition beispielsweise gegen die AEK. Man ist einfach überzeugt, einen besseren Vertrag herausholen zu können.»