Zuchwil
Nach Abwahl als VR-Präsident: Stephan Schöni tritt in Zuchwil von allen Ämtern zurück

Kein Kommentar im Zuchwiler Gemeinderat zum Rücktrittsschreiben von Stephan Schöni, der nicht mehr Verwaltungsrat sein darf.

Urs Byland
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Der Gemeinderat von Zuchwil will während der Neubauphase seinen Gemeindepräsidenten im Verwaltungsrat der Kehrrichtverbrennungsanlage haben, und nicht das langjährige Mitglied Stephan Schöni.

Der Gemeinderat von Zuchwil will während der Neubauphase seinen Gemeindepräsidenten im Verwaltungsrat der Kehrrichtverbrennungsanlage haben, und nicht das langjährige Mitglied Stephan Schöni.

Michel Lüthi

Stephan Schöni (FDP) tritt von allen seinen Amtstätigkeiten zurück. Grund ist für Schöni die Abwahl als Verwaltungsratsmitglied der Kehrrichtverbrennungsanlage, wie er in einem Rücktrittsschreiben erklärt. Seinen Platz hatte Gemeindepräsident Patrick Marti (SP) erhalten, der an den Kommissionswahlen im Gemeinderat seinen Anspruch auf diesen Sitz anmeldete mit der Begründung, dass jetzt während der Bauphase der neuen Anlage der Gemeindepräsident im Verwaltungsrat präsent sein sollte. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin mit 6 zu 4 Stimmen für Patrick Marti. Das langjährige Verwaltungsratsmitglied Schöni schreibt von fehlender Wertschätzung und mangelndem Respekt.

Der Rücktritt von allen Ämtern - Schöni wurde noch in den Kommissionswahlen zum Mitglied in der Umweltschutzkommission, der Geschäftsprüfungskommission und der Werkkommission sowie zum Delegierten des Azeigerverbandes Wasseramt-Bucheggberg bestimmt - war im Gemeinderat kein Thema mehr. Der Rücktritt wurde stillschweigend zur Kenntnis genommen. Ganz zu Ende ist es aber noch nicht. Stephan Schöni hat sich nach Rücksprache mit dem Verwaltungsratspräsidenten der Kebag dazu entschlossen, das Amt bis zur Generalversammlung vom 9. Juni 2022 zu behalten, weil nur diese einen neuen Verwaltungsrat wählen kann. Ansonsten wäre Zuchwil bis dahin nicht mehr im Verwaltungsrat vertreten, was Schöni nicht wolle.

Zuchwil erhält fünf Defibrillatoren

Das Geschäft war unbestritten. Und wollte jemand etwas inhaltlich kritisieren, so hielt er oder sie sich zurück. Denn die Apparate retten Leben, so die Einsicht im Gemeinderat. Gefragt war ein Nachtragskredit, damit Zuchwil noch bei einer Sammelbestellung anderer Gemeinden aufspringen kann. Sonst sei mit Mehrkosten zu rechnen. Die Geräte kosten inklusive Stromanschluss 24000 Franken. Als Standorte sind die Schulhäuser Unterfeld und Blumenfeld, das Verwaltungszentrum, die reformierte Kirche und das Schützenhaus vorgesehen. Sie sollen alle öffentlich zugänglich sein. Der Gemeinderat hofft darauf, dass weitere lebensrettende Defibrillatoren angeschafft werden. Und als Idee wird die Gemeinde gebeten, dass auch Firmen ihre Geräte öffentlich zugänglich machen lassen sollten.

Neue Feuerwehrleiter mit mehr Korblast

Unbestritten war auch der Kauf der Autodrehleiter für die Feuerwehr. Aktuell hat die Feuerwehr eine Leiter mit Baujahr 1987, die bis 32 Meter Höhe eingesetzt werden kann, aber nur mit einer Korblast von maximal 160 Kilogramm. Die neue Leiter soll eine Korblast von 500 Kilogramm aufweisen, was bei laufender Reanimation während Rettungen lebensnotwendig sei, um neben den Patienten auch noch Einsatzkräfte befördern zu können. Zudem verfügt die neue Leiter über eine Knickfunktion, was in verwinkelten Situationen von Vorteil sei. Die Gemeindeversammlung hat diesem Geschäft bereits im Juni mit einem Rahmenkredit von 980000 Franken zugestimmt. Konkret soll die Leiter nun 975461 Franken kosten, davon dürfte der Kanton etwas mehr als die Hälfte übernehmen.

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