Zuchwil
Klarheit in Sachen Kinder- und Jugendzentrum sowie Strombeschaffung

Der Gemeinderat Zuchwil will die «Kijuzu»-Filiale und einen neuen Stromanbieter. Beides wird die Gemeindeversammlung definitiv entscheiden.

Urs Byland
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Auf dem Abenteuerspielplatz am Spatzenweg will der Gemeinderat ein zweites Kijuzu erstellen.

Auf dem Abenteuerspielplatz am Spatzenweg will der Gemeinderat ein zweites Kijuzu erstellen.

Urs Byland

Das Projekt einer Dépendance des Kinder- und Jugendzentrums Zuchwil nimmt wieder Fahrt auf. Der Gemeinderat will bei 8 Ja und 3 Enthaltungen an der kommenden Gemeindeversammlung einen Projekt- und Kreditantrag vorlegen. Damit bleibt der Gemeinderat im Fahrplan, hat er doch vor einem Jahr das Projekt wegen den unklaren finanziellen Auswirkungen durch die Pandemie um ein Jahr verschoben.

In der Zwischenzeit wirbelte das Postulat von Finanzverwalter Michael Marti Staub auf. Das Grundstück am vorgesehenen Standort würde massiv an Wert verlieren, Geld, das die Gemeinde abschreiben müsste. Mit dem Postulat wurde eine erneute Standortdiskussion ausgelöst. «Aber», so Daniel Grolimund (CVP), «neue Erkenntnisse haben sich nicht ergeben.» Der Prozess sei nicht optimal abgelaufen. «Daraus lernen wir fürs nächste Mal», so sein Fazit.

«Wir verlieren viele Familien»

Schuleiter Stephan Hug, Stiftungsratspräsident des Kinder- und Jugendzentrums, wies darauf hin, dass die aktuellen Kapazitäten ausgelastet sind. «Wir haben bereits jeweils ab September keine Plätze mehr zur Verfügung.» Zuzüger würden es sich dann zweimal überlegen, nach Zuchwil zu kommen.

«Wir verlieren viele Familien, die das Maximum zahlen würden, weil sie sich anderswo umschauen.»

Dabei sei es ein Ziel von Zuchwil, vermehrt hochwertigen Wohnraum zu schaffen und diese Gutverdiener anzulocken.

Zur Dringlichkeit des 2,6-Millionen-Projekts erklärte Philippe Weyeneth (FDP), Mitglied der vorbereitenden Arbeitsgruppe: «Wir haben ein starkes Wachstum im Norden. Auf dem Riverside-Areal werden im Oktober die ersten Wohnungen vermietet. In diesem Gebiet muss etwas passieren. Für mich ist deshalb der Robinsonspielplatz der richtige Standort.» Und Cornelia König Zeltner (SP), Aktuarin im Stiftungsrat des Kinder- und Jugendzentrums, will, dass das Projekt zur Abstimmung kommt. «Die Einwohnerinnen und Einwohner von Zuchwil sollen entscheiden.»

Einzig Patrick Marti (SP) stellte den Standort in Frage: «Mir hat das Postulat neue Erkenntnisse gebracht. Den Standort muss man sich überlegen.» Und er mahnt, dass die vom Gemeindepräsidenten im Zusammenhang mit dem Projekt erwähnte positive Rechnung 2020 nur dank 3,5 Mio. Franken Härtefallausgleich zustande gekommen sei. Neben den beiden SVP-Gemeinderäten enthielt er sich ebenfalls der Stimme.

Gemeindeversammlung entscheidet über Strom

Auch in Sachen Strombeschaffung hat der Gemeinderat Klarheit geschaffen. Der Regierungsrat hatte festgehalten, dass nicht der Gemeinderat, sondern die Gemeindeversammlung die Auswahl des Stromanbieters entscheiden müsse. Demnach habe der Gemeinderat bis zur Vergabe der Pacht an die Regio Energie Solothurn alles richtig gemacht, so der Gemeindepräsident Stefan Hug (SP). Nachzuholen sei einzig ein Gemeindeversammlungsbeschluss. Er fragte deshalb die beiden Anbieter AEK, den aktuellen Energielieferanten, und Regio Energie nochmals an, ob deren damaliges Angebot (Juni 2019) noch gelte. Die AEK verneinte, während die Regio Energie bejahte. Umfangreiche Abklärungen, beispielsweise, ob 1,5 Jahre nach der Evaluation mit besseren Angeboten für die Einwohnergemeinde Zuchwil zu rechnen sei, führten zu keiner wesentlichen Änderung in der Sache seit 2019.

Im Gemeinderat erklärte Bruno Ziegler (FDP), dass die Regio Energie ihren Strom im Markt beziehe, während die BKW, Mutterkonzern der AEK, den Strom von eigenen Kraftwerken beziehe, die sie weiterbetreiben müsse. «Die Preisdifferenz ist nicht so gross.» Markus Mottet (SVP) sprach von einer Zwängerei und geringem Gewinn. «Ich will auf jeden Fall eine Neuausschreibung.»

Patrick Marti fand die Vorteile nicht geringfügig. «Die Gemeinde erhält 140'000 Franken zusätzliche Konzessionsabgaben und die Stromkunden müssen laut Berechnung 700'000 Franken weniger bezahlen. Die lokale Volkswirtschaft hätte gegen 900'000 Franken mehr zur Verfügung.» Bei 8 Ja, zwei Nein und einer Enthaltung wurde dem Wechsel zur Regio Energie zugestimmt. Und dieses Mal wird das Geschäft der Gemeindeversammlung vorgelegt.