Gemeinderat
Zuchwil bekommt seine eigene Stromtankstelle

Die Gemeinde Zuchwil baut auf dem Gelände des Gemeindehauses eine Ladestation für Elektrofahrzeuge. Der Gemeinderat hat eine entsprechende Tankstelle gutgeheissen.

Patric Schild
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Zuchwil bekommt seine eigene Ladestation.

Zuchwil bekommt seine eigene Ladestation.

Schweiz am Wochenende

Bereits in einer vorgängigen Sitzung genehmigte der Zuchwiler Gemeinderat das Gesamtkonzept zum Elektrotankstellennetz. Allerdings wurde festgelegt, dass im Rahmen des Budgetverfahrens jede Ladestation einzeln zur Genehmigung durch die Behörden gutgeheissen werden muss. Daher diskutierte der Rat die Erstellung einer ersten Anlage auf dem Gelände des Gemeindehauses. «Die Elektromobilität ist stark am Kommen und wird in fünf bis zehn Jahren rund 30 Prozent Anteil am gesamten Automarkt haben», sagte Bauverwalter Peter Baumann.

Deshalb plädierte der Bauverwalter dafür, dass die Politik die Rahmenbedingungen vorgibt, damit die Sache einheitlich verläuft und nicht jeder für sich selber etwas macht. Die Grundsatzfrage, welche sich allerdings stellte, war, ob es eine öffentliche Aufgabe ist, solche Elek- trotankstellen zu erstellen. Deshalb standen zwei Optionen zur Auswahl. Die erste Variante sieht vor, dass die Gemeinde mit der AEK in ein Contracting geht, was bedeutet, dass die Gemeinde das Land zur Verfügung stellt, die laufenden Kosten bezahlt und die Anlage nach acht Jahren übernimmt.

Bei dieser Variante, auch das «Rund-um-sorglos Paket genannt, übernimmt die AEK sämtliche Risiken inkl. Wartung und Unterhalt der Elektro-Ladestation bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Dies würde Zuchwil jährlich 6›960 Franken kosten, bis die Anlage nach acht Jahren ins Eigentum der Gemeinde übergeht.

Gemeinde investiert selber

Bei Variante 2 wird Zuchwil selber eine Ladestation bauen und nur in der Administration von der AEK unterstützt. Die Gemeinde hat bei Variante 2 einmalige Investitionskosten von 30 000 Franken, laufende Kosten von 1620 Franken für Service- und Betriebskosten plus einmalige 650 Franken zur Aufschaltung. Die Ratsrechte konnte sich indes mit keiner der beiden Optionen anfreunden, da sie die Zeit für eine solche Investition noch nicht als reif und momentan als kaum rentabel erachtete.

Daniel Grolimund (CVP) stellte daher einen Rückweisungsantrag - mit dem Verweis das Geschäft in einem Jahr nochmals zu behandeln - welcher allerdings keine Mehrheit fand. «Wer A sagt, muss auch B sagen» erklärte Beatrice Schibler (SP). Denn der Rat habe sich klar für das Gesamtkonzept ausgesprochen. Ausserdem, so das Credo der Ratslinken, trage Zuchwil das Goldlabel Energiestadt wofür die Gemeinde verpflichtet sei etwas zu tun und daher eine Vorreiterrolle einnehmen soll. Der Gemeinderat entschied sich mit 12 gegen 2 Stimmen bei 7 Enthaltungen für die Variante 2, welche von der SP-Fraktion zur Annahme empfohlen wurde.

Firmen zahlten mehr Steuern

Bereits zum vierten Mal in Folge kann Zuchwil mit einem positiven Rechnungsergebnis aufwarten. Trotz zusätzlichen Abschreibungen von 2,309 Mio. Franken auf dem alten Verwaltungsvermögen schliesst die Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von 5,550 Mio. Franken ab. Budgetiert worden war ein Überschuss von 1,063 Mio. Franken. Die Mehrerträge ergeben sich grösstenteils aus den Steuern und bei den Entgelten von Wasser und Abwasser. Das grösste Einnahmenplus stellen die juristischen Personen dar, welche das Budget um 4,388 Mio. Franken überschritten haben.

Hierbei fallen die Nachtaxationen aus den Vorjahren ins Gewicht. «Der Überschuss, den wir hier haben, dient einerseits dem Schuldenabbau. Er gibt uns aber auch Luft für zukünftig anstehende Projekte wie die Sanierung des Freibads», sagte Gemeindepräsident Stefan Hug. Im Berichtsjahr wurde kein Wunschbedarf realisiert, sondern nur dringende und absolut notwendige Investitionen getätigt. Geplant war ein Nettoaufwand von 5,245 Mio. Franken.

Tatsächlich realisiert wurden 4,32 Mio. Fr. Dank der guten Bilanz konnten die Schulden zwar um 5 Mio. Franken reduziert werden. Dennoch sitzt die Gemeinde noch immer auf einem Schuldenberg von 36 Mio. Franken. Für Zuchwil bedeute dies, dass die Bemühungen zur Verbesserung der Finanzlage auch in Zukunft aufrechterhalten werden sollten, so Finanzvorsteher Michael Marti.