Eigentlich müsste Peter Loosli den Nerv der Zeit getroffen haben. Immer mehr Kleinbrauereien in der Schweiz produzieren immer mehr Spezialbiere. Die Grossanbieter werden von innovativen Tüftlern konkurrenziert.

In seiner Bierhütte in Biberist hatte Loosli in den vergangenen acht Jahren die Geschmäcker der Mikrobraufreunde bedient. Statt Feldschlösschen, das zum dänischen Braukonzern Carlsberg gehört, fand man in seinem Laden Bier aus Burgdorf, dem Bucheggberg oder dem Engadin. Rund 120 verschiedene Sorten waren im Angebot.

Und doch muss Peter Loosli seinen Laden aus finanziellen Gründen schliessen. Seit er im November 2014 vom St.-Ursen-Kreisel an die Emme hinunterzügelte, ging es mit dem Geschäft bergab. Den alten Standort musste er verlassen, weil die Liegenschaft verkauft wurde. «Ich habe im gesamten letzten Jahr rückwärts gemacht.» Jetzt sind die Regale ausgeräumt, die Harassen leer. Heute Freitag ist die Bierhütte zum letzten Mal geöffnet.

Detailhändler haben aufgerüstet

Für den Umsatzrückgang hat der Freund des Gerstensaftes mehrere Erklärungen parat. Einerseits hätten die grossen Detailhändler aufgerüstet und ihr Sortiment mit Bieren von Kleinbrauereien erweitert. «Wenn die Leute im Coop nebenan Lebensmittel einkaufen, dann legen sie gleich auch das Bier in den Einkaufswagen.»

Hinzu kämen die häufigen Aktionen der Supermarkt-Ketten. Ein Cachon zum halben Preis oder andere «Spinner-Angebote» fand man bei Loosli nicht. «Ich sehe ja privat, was die Leute trinken. Das ist oft billiges Bier.» Das Interesse am aussergewöhnlichen Getränk habe nachgelassen. Wer aber auf Spezialbiere stehe, könne diese oft direkt in den Brauereien kaufen.

Elektroschrott statt Gerstensaft

Nach acht Jahren beendet Peter Loosli sein Biberister Bier-Abenteuer. «Es ist schade, es war eine schöne Zeit.» Doch wirtschaftlich habe es keinen Sinn mehr gemacht. Weiter betrieben wird das Restaurant Zum Ämmesee gleich neben der Bierhütte. Von Dienstag bis Samstag ist das Beizli geöffnet.

Loosli will den Handel mit Elektroschrott ausbauen. Die Pro-Recycling-Annahmestelle soll das Auskommen sichern. Bisher gebe es im Wasseramt keine Annahmestelle für Elektroschrott.

Und für den ganz harten Kern hält Loosli eine Überraschung bereit: In einem kleinen Räumchen will er weiterhin seine 15 Lieblingsbiere für einen engen Kreis von Bierliebhabern bereithalten. Darunter das Buechibärger Bier, seinen liebsten Gerstensaft. «Das perfekte Fussballbier. Wenn ich einen Match schaue, gibt es nichts Besseres.» Dann kann der EM-Sommer ja kommen.