Bucheggberg
Zu wenig Kinder: Mittagstisch in Lüterkofen wird aufgelöst

«Offensichtlich ist die Zeit im Bucheggberg einfach noch nicht reif.» Diese Bemerkung fiel an der Konferenz der Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VGGB) gleich zwei Mal.

Rahel Meier
Merken
Drucken
Teilen
Nur noch durchschnittlich zehn Kinder besuchen den Mittagstisch in Lüterkofen.

Nur noch durchschnittlich zehn Kinder besuchen den Mittagstisch in Lüterkofen.

Rahel Meier

Beim ersten Mal ging es um den Mittagstisch, der probeweise jeweils am Dienstag und am Donnerstag, im Schulstandort Lüterkofen durchgeführt wird. «Die Zahlen sind sinkend», informierte Verena Meyer (Präsidentin Schulverband und Gemeindepräsidentin Buchegg). Der Pilotbetrieb war genehmigt worden mit der Vorgabe, dass 30 Kinder mitmachen. Zurzeit sind es noch 10 Kinder, so Meyer. Woran es liege, könne nicht genau eruiert werden. Die Nachfrage sei mit der Erhöhung des Preises für das Mittagessen stark eingebrochen. Zudem hätten Kinder in die Sekundarschule gewechselt oder sie seien weggezogen.

Nachfragen bei den Eltern hätten kein einheitliches Bild ergeben. Die einen fanden, es gebe zu wenig Fleisch, die anderen es gebe nie ein Dessert, wieder andere hätten bemängelt, dass die Zeit am Mittagstisch mit fast zwei Stunden zu lang sei. «Ein kostendeckender Betrieb ist nicht möglich», so Verena Meyer. Die Vorgaben, dass 30 Kinder teilnehmen sollen, könnten ebenfalls nicht erreicht werden. «Wir werden den Versuch darum abbrechen.» Meyer zeigte anhand von Zahlen auf, wie gross das Defizit ist, das der Pilotversuch verursacht. Zurzeit sind es knapp 10'000 Franken, die der Schulverband trägt.

Besser in der Oberstufe?

Der Schulverband frage sich, ob das Angebot eines Mittagstisches in der Oberstufe mehr Gefallen finden würde. Das sei der Zeitpunkt, in dem viele Frauen wieder in den Beruf einsteigen würden. Den Mittagstisch an der Schule als obligatorisch zu erklären, sei im Kanton Solothurn nicht erlaubt. «Aber wir könnten die Schulzeiten so verkürzen, dass es nicht mehr möglich ist, mit dem Bus heimzufahren.»

Im Oberstufenzentrum Dorneckberg gebe es ein interessantes System. «Es gibt eine feste Mensa, eine Betreuungsperson und die Kinder essen in drei Schichten und bedienen sich selbst ab einem Buffet.» Möchte man etwas Ähnliches in Schnottwil machen, müsste man aberzusätzlich zum Defizit von wohl gegen 70 000 Franken noch mit Investitionskosten für eine Mensa rechnen. Im Gegenzug würde die Stundenplangestaltung einfacher und die Schülerinnen und Schüler hätten am Nachmittag früher Schulschluss.

«Ohne Infrastruktur können wir das nicht einmal als Versuch durchführen», meinte Stefan Schluep (Gemeindepräsident Schnottwil) dazu. Und die sei nicht vorhanden. «Wenn die Kinder am Mittag nicht mehr nach Hause können, dann brauchen wir auch keine Schule mehr im Bucheggberg und können die Kinder auswärts schicken», meinten andere. Herbert Schluep (Lüsslingen-Nennigkofen) hatte das Gefühl, dass der Mittagstisch, wenn er für die Kleinen nicht funktioniert hat, auch für die Grossen nicht funktionieren werde. Für Verena Meyer war damit klar, dass der Schulverband das Thema jetzt ad acta legen wird.

Nach zwei Legislaturen hat sich der Schulverband mit seinem Leitbild und seiner Strategie auseinandergesetzt. «Wir sind gut aufgestellt und haben keine Problempunkte festgestellt», meinte Schulverbands-Vizepräsident Bernhard Jöhr (Messen). Trotzdem möchte man einige kosmetische Änderungen und Justierungen anbringen. So war beispielsweise nicht immer ganz klar, welche Kompetenzen die Schulleitung und welche der Vorstand des Schulverbandes hat.

Mit dem Leitbild will der Schulverband kundtun, dass man die Werte des Bucheggbergs auch in der Schule pflegen möchte. Die Besonderheiten der drei Standorte sollen erhalten bleiben und man wolle die Schüler darin fördern Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu erlangen.

Versuch abbrechen

Die Gemeindepräsidenten haben zudem entschieden, dass der Versuch Publiride abgebrochen werden soll Die Zahlen seien weiter rückläufig. Das war das zweite Mal, dass es hiess, dass die Zeit wohl noch nicht reif sei. Wenn man den Vertrag mit der Postauto AG bis zum 20. Mai kündige, könne man rund 6000 Franken sparen.