Von 14 Traktanden an der Gemeinderatssitzung waren sieben zur Behandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit gekennzeichnet. Sie erschienen nicht einmal auf der öffentlichen Traktandenliste. Dies stiess der SVP-Fraktion sauer auf. Silvio Auderset (SVP) beantragte, diese Geschäfte zurückzustellen und an einer nächsten Sitzung öffentlich abzuhandeln. Die Bevölkerung habe ein Recht darauf, auch über heikle Themen informiert zu werden und zu wissen, wie mit ihren Steuergeldern umgegangen würde, erklärte er. In den nicht-öffentlichen Traktanden ging es unter anderem um ein Disziplinarverfahren und um die AG Strom.

Gemeindeschreiberin Irene Blum widersprach dem Antrag. Gerade bei Personalfragen hätten Persönlichkeits- und Datenschutz mehr Gewicht als der Grundsatz der Öffentlichkeit, wandte sie ein. Gemeindepräsident Stefan Hug konnte sich jedoch damit einverstanden erklären, auch nicht öffentliche Traktanden künftig auf die für alle zugängliche Traktandenliste aufzunehmen, auch wenn sie nicht öffentlich behandelt würden.

Die SVP Zuchwil prüft nun eine Aufsichtsbeschwerde, wie sie am Freitag mitteilte, weil zu viele Traktanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt werden.

Ein Finanzplan mit erfreulichen Zahlen

Mike Marti (Finanzen) stellte den Finanzplan 2020 bis 2024 vor. «Bis auf den Selbstfinanzierungsgrad sind die Zahlen erfreulich», zeigte er auf. Er ist zuversichtlich, dass die Gemeinde in den nächsten Jahren gut dastehen wird. Es sei jedes Jahr mit einem Ertragsüberschuss zu rechnen.

Die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen würden weiterhin steigen, das Eigenkapital könne aufgebaut werden, prognostizierte er. Stefan Hug dämpfte die Euphorie, indem er darauf hinwies, dass die kantonale Umsetzung der Unternehmensbesteuerung noch nicht in den Finanzplan eingeflossen sei. «Diese wird uns die ganzen Zahlen durcheinanderwirbeln», befürchtete er. Der Selbstfinanzierungsgrad wird das Ziel von 100 Prozent nicht erreichen, was zu einer weiteren Verschuldung führen wird.

Parkverbot statt blaue Zonen

Der Gemeinderat hatte im April beschlossen, am Haltenrain blaue Zone zu markieren. Nach Überprüfen der entsprechenden Normen stellte sich jedoch heraus, dass die Strasse zum Parkieren zu schmal ist. Vor allem im Winter ist das Befahren der Strasse durch Schneeräumungsfahrzeuge nicht möglich. Infolgedessen gibt es auch für das Kehrichtauto kein Durchkommen und die Abfallsäcke bleiben stehen. Der Gemeinderat beschloss mit acht zu zwei Stimmen, keine blauen Zonen zu markieren, sondern ein beidseitiges Parkverbot zu verhängen.