Derendingen

Zu viele Elterntaxis: SP fordert Aufhebung der Parkplätze beim Schulhaus Steinmatt

Elterntaxis beschäftigen die Gemeinde Derendingen (Symbolbild.)

Elterntaxis beschäftigen die Gemeinde Derendingen (Symbolbild.)

Elterntaxis sind auch in Derendingen ein Problem. Rund um das Steinmatt-Schulhaus komme es täglich zu gefährlichen Situationen.

«Die Situation ist wirklich krass», sagte Kosoware Fetahu-Rustemi in dem von ihr vorgestellten Antrag der SP Derendingen zum PKW-Halteverbot und Aufhebung der Parkplätze beim Schulhaus Steinmatt. Sie beschrieb, was sich dort an jedem Schultag ereignet. Elterntaxis fahren vor, ergattern vielleicht noch einen Parkplatz und wollen nach dem Ausladen ihrer Kinder wieder rückwärts auf die Steinmattstrasse einbiegen.

Von allen Seiten kommen gleichzeitig Kinder – zu Fuss, auf schnellen Trottis und Rollbrettern, um zum Unterricht zu gelangen. Weil seit den Sommerferien auch Schülerinnen und Schüler aus dem demnächst geschlossenen Oberdorfschulhaus das Steinmattschulhaus besuchen, habe sich die Lage durch die gestiegene Kinderzahl sehr verschärft. «Wir wollen nicht, dass dort wieder etwas passiert», so Kosoware Fetahu-Rustemi, der Ratskollegen beipflichteten. Denn die Sachlage war allen Mitgliedern klar.

Komplexe Situation

Nur der Weg zu einer Lösung bedurfte der Diskussion. Hansruedi Meyer schlug ein externes Fachgutachten vor, das die Gesamtsituation in den Blick nehmen solle. Michael Käsermann pochte auf Sofortmassnahmen, die aber ein Gesamtkonzept nicht ausschliessen. Gemeindepräsident Kuno Tschumi verwies darauf, dass die Situation nur gelöst werden könne, wenn man auch die bevorstehenden Bauarbeiten im Zentrum und die Sanierung der Hauptstrasse inklusive Verkehrsumleitung, mit einbeziehe.

Auch Bauverwalter Roger Spichiger warnte vor einem Schnellschuss. Die Bauverwaltung wird sich mit dem kantonalen Verantwortlichen für Langsamverkehr über die Lage vor Ort beraten und dem Gemeinderat an der Oktobersitzung Vorschläge unterbreiten. «Das Problem wird angepackt. Denn so kann es nicht bleiben», war sich der Rat einig. Zur Überbrückung könnte auch ein Verkehrsdienst zum Einsatz kommen.

Sorgen zur Zahngesundheit

Gesamtschulleiter Matthias Pfeiffer schlug dem Rat vor, eine professionelle Zahnpflege-Prophylaxe einzuführen. Grund dafür: in etlichen jugendlichen Mündern in Derendingen schlägt die Karies wieder zu. Insbesondere betroffen seien die neu eintretenden Kindergartenkinder. Nach einer Generation, in der die Kariesvorsorge durch die Klassenzimmerbesuche der «Zahntante» erfolgreich betrieben wurde, war man der Ansicht, dass dieses Wissen in der Bevölkerung ausreichend verankert bleibe. Deshalb lehnte der damalige Rat eine professionelle Zahnprophylaxe 2009 ab. Inzwischen aber steigen die Kosten für die Schulzahnärzte und weisen damit auf zunehmende Schäden in kindlichen «Speisezimmern» hin.

Nicht schmälern wollte Pfeiffer die kontinuierliche Bemühung der Klassenlehrkräfte, die das richtige Zahnputzen in den Unterricht einbauten. Doch eine dafür ausgebildete Kraft könne in Sachen Zahnhygiene gewiss mehr bewirken, zumal wenn sie mit den Schulzahnärzten zusammenarbeite und besonders schwierige «Fälle» im Auge behalte. Ratsstimmen zeigten sich bestürzt über die bezüglich Zahnpflege «alarmierende Familienrealität» und empfahlen Elternkontakte sowie vielfältige Aufklärung über zahngesundheitsfördernde Ernährung. In diesem Sinne wird ein Projekt mit der Väter- und Mütterberatung vorbereitet. Thema soll dies auch für die Integrationsbeauftragte werden. Der Rat unterstützte den Antrag zur Einführung professioneller Zahnprophylaxe einstimmig mit jährlichen Kosten von 9200 Franken.

Stetige Weiterbildung

Nachdem der Rat die durch Pfeiffer erläuterte Pensenplanung im Schulwesen einhellig genehmigt hatte, widmete er sich der Umsetzung der Externen Schulevaluation (ESE), die alle sechs Jahre stattfindet. «Alle Ampeln stehen auf Grün», berichtete der Gesamtschuleiter vom sehr positiven Ergebnis. «Dies hindert uns nicht, entlang unseres bewährten Schulprogramms die nächsten Entwicklungsschritte aufzuzeigen.» Die Weiterbildung der Lehrkräfte etwa soll sich vermehrt mit den individuellen Bedürfnissen beschäftigen. Trotz einer hohen Anzahl von Teilzeit-Mitarbeitenden im Derendinger Schulwesen, die im Verhältnis zum Umfang ihrer Anstellung in ihre Weiterbildung mehr Zeit investieren müssen, bleibt gemäss Pfeiffer «Weiterbildung nicht prozentual teilbar». «Denn wir brauchen in unserer Schule eine gemeinsame Haltung.»

Fusion von zwei Gesunden

Nachdem schon der Gemeinderat Deitingen der Leistungsvereinbarung der gemeinsamen Spitex-Organisation Deitingen/Derendingen zugestimmt hatte, bestätigte diese auch der Derendinger Rat. «Wenn sich zwei Gesunde mit ihrem grossen Potenzial zusammentun, muss das ja gelingen», führte der Gemeindepräsident humorvoll ins Geschäft ein. Die lange Dauer vorheriger Zusammenarbeit habe einen guten Start ermöglicht.

Spitex-Geschäftsführerin Jacqueline Santangeli und Vereinspräsident Enrico Ravasio wiesen auf kleine Änderungen und Anpassungen in Leistungsvereinbarung und -vertrag hin, die im Gremium gänzlich unbestritten blieben. Die beiden Referierenden betonten, dass alle Dienste – verglichen mit dem kantonalen Durchschnitt – kosteneffizient angeboten würden.

Die Grösse der Organisation mit 20 Hundertprozentstellen erlaube steuerbare, flexible Arbeit. Die «subjektbezogenen» Derendinger Beiträge belaufen sich weiterhin auf rund 200 000 Franken jährlich. Neben den 20 Prozent der Versicherungsleistung trägt der Spitex-Klient künftig auch die Wegzeit mit sechs Franken pro Tag, unabhängig von der Anzahl nötiger Spitexbesuche. Die Nachfrage nach Spitex-Leistungen sei seit der Fusion der Vereine insbesondere in Derendingen deutlich gewachsen, hiess es.

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