Bis Sonntag waren die Schlittelwege auf dem Weissenstein gänzlich geschlossen. Seit Montag ist zumindest die Schlittelbahn Süd bis Nesselboden wieder offen. Der Solothurner Hausberg ist immer wieder für eine spassige Schlittenpartie gut.

Dies dachte sich auch Peter Müller*, der vor rund drei Wochen mit seiner Familie den Weissenstein besuchte. Der Spass hörte jedoch da auf, wo die beiden Kiesparkplätze anfingen, die Räder der Autos spulten und diese sich immer mehr in den Schnee gruben, weil es im Verlauf des Tages stark geschneit hatte. Aufgrund des vielen Schnees konnten laut Müller zahlreiche Autos, beim Versuch den Parkplatz zu verlassen, weder vorwärts- noch rückwärtsfahren.

Er selbst war einer der wenigen, der auf dem schneebedeckten Platz nicht abrutschte. «Es ist ein regelrechtes Verkehrschaos entstanden und die Besucher mussten ihre Autos gegenseitig aus den prekären Situationen befreien.» Die Tochter von Müller regelte währenddessen die Zufahrt von Neuankömmlingen vor dem Parkplatz, um das Chaos einzudämmen.

«Dass die Parkplätze nicht topfeben sind und auch nicht alle Besucher die entsprechende Winterausrüstung an ihren Autos montiert haben, dafür kann die Seilbahn nichts», sagt Konrad Stuber, Geschäftsführer der Seilbahn Weissenstein AG. Gerne würden sie die Plätze asphaltieren, was aber der Zonen- und Nutzungsplan des Kantons nicht zulässt. Zudem sei ein solcher Ausnahmetag in den letzten zwei Jahren nur ein- bis zweimal vorgekommen.

45 Minuten bis zur Ausfahrt

Am besagten Tag hatte die Seilbahn rund 3600 Besucher – so viele, wie seit 15 Monaten nicht mehr. Es war ein hektischer Tag, aufgrund dessen seien auch alle verfügbaren Mitarbeiter an sämtlichen Stationen des Weissensteins im Einsatz gewesen, sagt Stuber, darüber hinaus sei jemand unterwegs gewesen, um Splitt zu streuen. Was es aber nicht gebe, ist für jeden einzelnen Parkplatz eine fix zuständige Person, dafür würden die Ressourcen nicht ausreichen.
Auch Müller wäre froh um einen Mitarbeiter gewesen. 

Als die Familie nach 45 Minuten die Ausfahrt mit ihrem Auto erreichte und das Auto-Labyrinth verlassen wollte, hinderte sie die geschlossene Parkschranke an der Weiterfahrt. Problem: Das Zeitlimit wurde überschritten. Das Ticket musste ein weiteres Mal entwertet und Parkplatzgebühr nachgezahlt werden.

17 Tage keine Antwort

Sein Erlebnis schilderte Müller in einer Mail an den Geschäftsführer der Seilbahn. Mit einem aufmüpfigen Betreff und der Situationsschilderung seines Weissenstein-Besuchs machte Müller auf die Problematik der gekiesten Parkplätze aufmerksam. 17 Tage vergingen, bis der Geschäftsführer, nach einer weiteren Mail von Müller, auf die Beschwerde reagierte.

In der Mailantwort an Müller, die dieser Zeitung vorliegt, reagierte Stuber eher patzig. «Wer eine E-Mail im Betreff mit der Aussage ‹Parkplatz Dispositiv ist ein Witz› eröffnet, darf nicht damit rechnen, allzu ernst genommen zu werden.» Auf Anfrage der Solothurner Zeitung äussert sich der Geschäftsführer Konrad Stuber wie folgt: «Grundsätzlich versuchen wir, die Öffentlichkeitsarbeit ernst zu nehmen.» Er habe davon gehört, dass an jenem Tag ein bis zwei Besucher Probleme mit der Wegfahrt gehabt hätten.

Die Intervention hat sich für Müller aber dennoch gelohnt. Er bekommt bei seinem nächsten Weissenstein-Besuch ein Gratisparkticket.

* Name der Redaktion bekannt.