«Dazu sind wir eine viel zu aktive Familie», sagt Walter Lüscher und seine Frau Monika nickt und ergänzt: «Wir wollten noch etwas Neues anpacken.» Sie hätte gerne ein Beizli eröffnet, doch ihr Mann riet davon ab. Ganz liess sie der Gedanke aber nicht los.  Und langsam wuchs da eine Idee. Angeln ist Walter Lüschers Hobby – eines von vielen.

Aber wohl dasjenige, das er am längsten pflegt, nämlich seit seinem 11. Lebensjahr. An Anlässen von Fischereivereinen half er oft in der Zubereitung von Fischknusperli mit: «Das wäre doch was», sagte er zu seiner Frau – und so machten sie sich auf die Suche nach einem Wagen, um an Privat- und Grossanlässen frische Fischknusperli anbieten zu können. Eigentlich wollte der handwerklich begabte Bellacher einen neuen Wagen nach seinen Vorstellungen einrichten. Doch da stach ihm eine Anzeige im Magazin «Tierwelt» ins Auge: «Da verkaufte ein Ostschweizer einen Fischknusperli-Wagen.» So fuhr man in die Ostschweiz und war begeistert.

Der Wagen war genau nach Lüschers Vorstellungen eingerichtet: «Vier Gasfritteusen, zwei Kühlschränke und ein Tiefkühlschrank. Perfekt!» Doch nun ging das mit der Bürokratie wieder los – und ärgerte Walter Lüscher erneut: «Unglaublich, was man da alles vorlegen und abklären muss.» Doch nun sind die nötigen Papiere zusammen – und im nächsten Jahr wird Walter Lüscher voraussichtlich auch noch das Wirtepatent machen. Dieses braucht es aber zum Beispiel für Grossanlässe nicht. Und so wagen sich die beiden nach ersten Einsätzen im kleinen Rahmen erstmals an einen richtig grossen Anlass. Am kommenden Wochenende wird ihr schwarz-roter Wagen während des Märetfeschts mitten auf dem Märetplatz stehen.

Aufgeregt? «Schon ein bisschen», gesteht Monika Lüscher. Aber ihr Mann sieht das pragmatisch: «Wir haben nicht unbeschränkt Platz im Wagen. Es sollte jeweils für einen Tag reichen – und wenn uns die Ware ausgehen sollte, steht unser Sohn in den Startlöchern und bringt Nachschub.» Aber da man die Egli- Fischknusperli nicht fixfertig kaufe, sondern in Eigenregie würze, im Teig bade und frisch frittiere, könne man nicht endlos vorproduzieren. «Irgendwo hat unsere Kapazität ihre Grenzen.»

Nach dem Märetfescht ist ein Einsatz am Nordwestschweizerischen Jodlerfest in Mümliswil geplant und danach machen die beiden eine Pause. Denn eigentlich haben Monika und Walter Lüscher noch eine andere Vision: «Schön wäre, wenn wir einen fixen Standort finden würden, wo wir einmal monatlich den Wagen aufstellen und Fischknusperli anbieten könnten.» So oder so: Langweilig wird es den Beiden nie. Walter Lüscher hat einen halben Zoo, wie er lachend erzählt. Er kümmert sich um seinen Hund, um Alpakas, hat exotische Vögel und Hühner. Auch Monika Lüscher weiss sich zu beschäftigen: Sie arbeitet zu Hause als Coiffeurin, kocht für die Familie und hütet regelmässig das Enkelkind. «Aber das mit dem Fischknusperli-Wagen macht mir schon besonders viel Spass», erklärt sie, «da bin ich richtig im Element.»