Deitingen
Zonenreglement soll nicht wegen eines einzigen Bauvorhabens geändert werden

Der Gemeindepräsident äussert sich zur laufenden Diskussion. Deitingen habe eine Überbauungsziffer definiert, welche eine leicht dichtere Bebauung von allen Grundstücken ermögliche.

Urs Byland
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Laut dem Gemeindepräsidenten hätte das ursprünglich geplante Bauvorhaben auf der Parzelle GB Deitingen Nr. 350 nach den aktuell geltenden Reglementen gebaut werden können. (Archivbild)

Laut dem Gemeindepräsidenten hätte das ursprünglich geplante Bauvorhaben auf der Parzelle GB Deitingen Nr. 350 nach den aktuell geltenden Reglementen gebaut werden können. (Archivbild)

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Der am 7. Juni in dieser Zeitung erschienene Artikel betreffend «Ärger wegen vorgezogener Reglements-Änderung» hat in Deitingen zu diversen Reaktionen geführt. «Die Änderung des Zonenreglements in Deitingen wird nicht aufgrund eines einzigen Bauvorhabens angestrebt», erklärt Deitingens Gemeindepräsident Bruno Eberhard.

Die Genehmigung der laufenden Ortsplanung und somit des neuen Zonenreglements könne noch länger dauern. Deshalb möchte die Gemeinde Deitingen den vom Kanton vorgeschriebenem Übergang von der Ausnützungsziffer zu einer neuen Nutzungsziffer vorziehen. Deitingen habe deshalb eine Überbauungsziffer definiert, welche eine leicht dichtere Bebauung von allen Grundstücken ermöglicht.

Dies sei im Sinn von Bund und Kanton und entspricht der neuen Raumplanungsgesetzgebung. Die Bestimmungen der Ortsbildschutzzone der Gemeinde würden mit der vorgezogenen Änderung des Zonenreglements nicht verändert. «Ich denke, die Änderung ist eine gute und zukunftsträchtige Lösung. Es geht nicht darum, einzelne Projekte zu bevorteilen.» Die angestrebte bessere «Ausnützungsmöglichkeit» der Bauparzellen soll auch den Anreiz zur Bebauung von bisher unbebauten Bauparzellen erhöhen.

Weiter erklärt Eberhard: «Das ursprünglich geplante Bauvorhaben auf der Parzelle GB Deitingen Nr. 350 hätte nach den aktuell geltenden Reglementen gebaut werden können. Aber es passte nicht in die Ortsbildschutzzone.» Ein zweites überarbeitetes Bauprojekt wurde im Rahmen der Vorprüfung beim Kanton zurückgezogen.

Ein Einsprecher zur aufgelegten Änderung des Zonenreglements kritisierte die Änderung als «missbräuchliches Verhalten von Grundbesitzern unter Mithilfe von kommunalen Behördenvertretern». Seine Befürchtung, man wolle in der Ortsplanungsrevision die Ortsbildschutzzone ändern, verneint der Gemeindepräsident. «Die vorliegenden Änderungen des Zonenreglements haben keinen Zusammenhang mit der Ortsbildschutzzone.» Die Ortsplanungsrevision sei aktuell in der kantonalen Vorprüfung und wird zu gegebener Zeit, mit den ordentlichen Rechtsmitteln, öffentlich aufgelegt.

Bezüglich der Parzelle GB Deitingen Nr. 350 sei nun ein drittes Projekt in Planung. Dies geschehe, insbesondere in Bezug auf die Ortsbildschutzzone, in enger Zusammenarbeit mit dem kantonalen Amt für Raumplanung. Und der Entscheid das Zonenreglement anzupassen, sei zeitlich weit vor der Projektübernahme durch den im Artikel erwähnten Architekten gefallen, ergänzt der Gemeindepräsident.

Keine Einzelperson

Auch vonseiten des Einsprechers wurden Ergänzungen zum Bericht «Ärger wegen vorgezogener Reglements-Änderung» von vorgestern angebracht. Er spreche nicht als Einzelperson sondern werde von elf Personen plus weiteren Einsprechern bei der Parzelle 453 unterstützt. Bei allen Einsprachen gehe es grundsätzlich darum die Wohnqualität und den Wert der Liegenschaften erhalten zu können.