Näher geht fast nicht mehr. In Flumenthal rauscht das Bipperlisi fast geräuschlos am Gebäude Baselstrasse 10. Um den Abstand in Metern anzugeben, reicht eine Hand. So nah ist auch der Fahrleitungstrennschalter vom Schlafzimmer des Ehepaars Schreiber entfernt. Das ist eine Vorrichtung am Stahlseil der Fahrleitung.

An der letzten Gemeindeversammlung bat Maria-Luise Schreiber den Gemeindepräsidenten Christoph Heiniger, ihr in dieser Angelegenheit zu helfen. «Wenn ein Zug durchfährt, höre ich ein lautes Zischen, das mich weckt», beschreibt sie die Auswirkung des Unterbruches in der Fahrleitung. «Das hört man natürlich am Morgen um halb sechs Uhr.» Und ein Funke erhellt die Szenerie vor ihrem Schlafzimmerfenster. Es sei nicht zum Aushalten.

Verzicht fällt nicht schwer 

Jean-Pierre Kipfer, Projektleiter von der Engineering Bahn Bau AG, bestätigt, dass es insbesondere im Winter bei Minustemperaturen knallt, und Funken sprühen. Er verspricht zugleich eine Verbesserung der Situation.

Diese sei nach Intervention der Gemeinde gefunden worden, erklärt Maria-Luise Schreiber. «Das Problem soll behoben werden.» Die Aare Seeland mobil will nun gänzlich auf den Fahrleitungstrennschalter verzichten. «Mit dem Schalter können wir die Fahrleitung stromlos machen, was bei Betriebsarbeiten von Vorteil ist», erklärt Kipfer. Aber man könne auch darauf verzichten. «Natürlich führt dies zu einer Betriebserschwernis.» Diese sei aber nicht gewaltig. 

Die Arbeiten sollen bereits in der Zeit vom 20. bis 24. Februar ausgeführt werden. «Wir müssen dann sowieso am Fahrleitungsmast arbeiten und können gleichzeitig den Fahrleitungstrennschalter entfernen», so Jean-Pierre Kipfer. Die Kosten kann er nicht beziffern, aber dass der Fahrleitungstrennschalter gleich neben das Schlafzimmer der Schreibers gelegt wurde, bezeichnet auch er als unglücklich.