Flumenthal
Zirkus Wunderplunder lädt Artisten und Zuschauer in Fantasiewelten ein

Siebzig Kinder im Alter von 6 bis 16 Jahren präsentieren am Freitag ihre Zirkusshow, die sie mit dem Zirkus Wunderplunder im Verlauf dieser Woche eingeübt haben. Dabei sind sie in die bunte Zirkuswelt eingetaucht - nun können dies auch die Zuschauer.

Lea Reimann
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Nach dem gemeinsamen Lied treffen sich die Kinder und Jugendlichen in Gruppen vor dem Zirkuszelt, um mit den Proben loslegen zu können.
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Die Nummern werden vom Zirkusdirektorium angesagt, welches zugleich eine Geschichte erzählt
Die Nummern werden vom Zirkusdirektorium angesagt, welches zugleich eine Geschichte erzählt
Die Nummern werden vom Zirkusdirektorium angesagt, welches zugleich eine Geschichte erzählt
Die Schmetterlingskönigin wartet auf ihren Einsatz.
Bodenakrobatik
Bodenakrobatik
Die Feuergruppe probt zum ersten Mal mit brennenden Stöcken
Kinder proben ihre Auftritte im Zirkus Wunderplunder
Die Feuergruppe probt zum ersten Mal mit brennenden Stöcken
Balancieren und Jonglieren
Balancieren und Jonglieren
Balancieren und Jonglieren
Luftakrobatik
Luftakrobatik
Luftakrobatik
Beim Proben der Tiernummer

Nach dem gemeinsamen Lied treffen sich die Kinder und Jugendlichen in Gruppen vor dem Zirkuszelt, um mit den Proben loslegen zu können.

Lea Reimann

«Ui, das blendet!», wundert sich ein Knabe der Feuerkünstler-Gruppe. Diese probt zum ersten Mal im Scheinwerferlicht des Zirkuszelts – und zum ersten Mal werden die Kunststücke nun mit echtem Feuer geprobt.

«Es wird nicht alles klappen, aber ihr bleibt einfach ruhig und cool, gell», instruiert der Wunderplunder-Leiter, und schon geht’s los. Brennende Stöcke werden durch die Luft geschwungen, Feuer wird geschluckt und Finger angezündet. Das ist nichts für schwache Nerven, die Teilnehmenden der Feuergruppe brauchen Mut.

Währenddessen kleidet sich die Gruppe der Zirkusmusik ein. Ein Zirkuswagen voller Requisiten lädt dazu ein. «Wir sind Rockerzwerge», betont Sebastian. Deshalb freue er sich nicht nur aufs Schlagzeugspielen, sondern auch auf das Zwergenkostüm. Dazu gehören coole Sonnenbrillen. «Und wir Buben brauchen einen Bart!» ruft einer, der gerade in der hintersten Schublade nach Requisiten kramt.

Die Rumhänger

In der Turnhalle hängen die Teilnehmenden rum – im wahrsten Sinne des Wortes. Nur, dass das Rumhängen im Vertikaltuch extrem elegant aussieht. Scheinbar ohne grosse Anstrengung drehen und winden sich die Kinder in den Tüchern, ziehen sich hoch, zeigen Kunststücke und lassen sich wieder hinuntergleiten.

Im Keller probt die Bodenakrobatikgruppe ebenfalls mit vollem Körpereinsatz und auch dort gibt es einiges zu sehen. Auf dem ganzen Schulhausareal in Flumenthal herrscht emsiges Treiben, man probt für die grossen Auftritte am Freitag.

«Wir haben uns nun vier Jahre auf dieses Projekt gefreut», erzählt Rebekka Matter von der Jugendarbeit Unterleberberg. Da es im Unterleberberg jeweils in der ersten Herbstferienwoche ein Angebot der Jugendarbeit gibt, wollte man an dieser Woche festhalten und musste deshalb das lange Warten in Kauf nehmen. Umso schöner sei es, dass die Teilnahmeplätze in kürzester Zeit vergeben waren.

«Die Maximalgrenze lag eigentlich bei sechzig Kindern. Wir führten deshalb eine Warteliste», erklärt Rebekka Matter. Die Leute vom Zirkus Wunderplunder hätten dann aber spontan reagiert und noch eine weitere Zirkusleiterin zur Verfügung stellen können – so konnten noch einmal zehn Kinder mehr aufgenommen werden. Damit wurde das Zirkusprogramm um eine Nummer verlängert. Einmalig am Projekt sei, dass so viele Kinder verschiedensten Alters dabei sind – und auch völlig durchmischt ihre Nummern einstudieren.

Ferien- und Gruppenfeeling

«Neben dem Einstudieren der Zirkusnummern steht aber auch das Ferien- und Gruppenfeeling im Vordergrund», sagt Rebekka Matter. Deshalb haben die Kinder und Jugendlichen jeden Mittag gemeinsam gegessen und auch den zirkusfreien Mittwochnachmittag zusammen verbracht.

Dass dieses Projekt einen immensen Aufwand verursacht, versteht sich von selbst. Rebekka Matter: «Ohne all die freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre dies gar nicht möglich, dafür sind wir sehr dankbar.» Auch der Hauswart spiele eine zentrale Rolle – die Probelokale der verschiedenen Gruppen sind nämlich weit im Schulhausareal verstreut.

Aber auch im «Kidstreff» wird geprobt – dort üben die «Tiere». Verkleidet als Känguru, Gepard, Schmetterlingskönigin und Mäuschen werden die Kinder von der Dompteuse zu witzigen Kunststücken animiert.

Mit Mimik und Gestik überzeugen auch die Pantomimen, die sich im Gemeinderatssaal auf ihren Auftritt vorbereiten. Im Flugzeug sitzen zwei reiche Damen, James Bond ist ebenfalls an Bord und ein gelber Minion mit blauer Latzhose unter dem Servierwagen lässt erahnen, dass sich bald allerlei Kurioses abspielen wird.

Ihr schauspielerisches Können setzen aber auch die Clowns unter Beweis, ebenso die Kinder vom Zirkusdirektorium, welche die Nummern ansagen und zugleich eine Geschichte erzählen.

Nach Lust und Laune austoben

«Mit dem Zirkuszelt geht eine völlig andere Welt auf, eine Fantasiewelt. Diese kann man austesten, und darin kann man sich nach Lust und Laune austoben», sagt Thomas Hunziker vom Zirkus Wunderplunder. Dass dies den Kindern grossen Spass macht, ist deutlich sichtbar.

Nervös sind sie am Mittwoch noch nicht, doch das wird sich mittlerweile vielleicht geändert haben. Schliesslich hofft man auf grosses Publikum – im blauen Wunderplunderzelt haben nämlich rund 500 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz.

Die grossen Zirkusshows finden am Freitag um 14 und 19 Uhr statt und sind öffentlich. Eintritt gratis, Kollekte.

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