Mit dem Neubau eines Bootssteges im Gebiet «Sängli» in Altreu findet die vom Kanton angestrebte Zentralisierung der Bootsanlegeplätze eine Fortsetzung. Der künftig vom Kanton betriebene und unterhaltene Bootssteg dient der Zusammenlegung von Bootsplätzen in diesem Uferbereich. Mit dem neuen Bootssteg wird aber keine Kontingenterhöhung angestrebt. Die bisher 8 Bootsplätze werden mit einem Bootssteg für ebenfalls 8 Anlegeplätze ersetzt. Laut Daniel Fasnacht vom kantonalen Amt für Umwelt habe er die Bereitschaft von allen Bootsbesitzern erhalten, künftig am «kantonalen» Steg die Boote anzubinden. «Auch wenn es teurer wird», so Fasnacht. Begründet wird die Zunahme der Kosten mit dem Komfort, den die Bootsbesitzer zusätzlich erhalten, sowie der Gebühr für die Beanspruchung des Gewässerareals, die auf die Bootsbesitzer verteilt werden soll. «Wir stecken aber diesbezüglich noch mitten in den Verhandlungen», erklärt Fasnacht. Festgeschrieben sei noch nichts.

Bootshafen Grenchen fehlt noch

Am Anfang stand die Idee des früheren Chefs des kantonalen Amtes für Umwelt, Markus Egli. Sein Amt war und ist noch heute zuständig für die Gewässernutzung und die Bootsplätze auf der Aare. Die verschiedenen, sich teilweise überlagernden Nutzungen des Aareraums – Naturschutz, Landwirtschaft, Tourismus – sollten entflochten werden. Das Konzept dazu wurde 1999 erarbeitet, und bereits drei Jahre später konnte Solothurn seinen neuen Bootshafen einweihen, in dem 40 der 80 Plätze rund um Solothurn Platz fanden. «Auch ein Bootshafen Grenchen ist in aller Munde», sagt Daniel Fasnacht. Das Projekt, für welches das kantonale Baudepartement schon im Jahr 2003 einen öffentlichen Wettbewerb durchführte, hat diesen Sommer wieder Fahrt aufgenommen. Dort sollen, Projektstand heute, 60 Bootsanlegeplätze aus der Umgebung zentralisiert werden. «Es gibt noch viele Mieter von Bootsanlegeplätzen, die eine gültige Nutzungsbewilligung haben», erklärt dazu Fasnacht die Problematik. Diese Bewilligungen gelten meist für 15 Jahre und können weitere 5 Jahre verlängert werden.

Altreu hat neben dem «Sängli» noch eine weitere grössere Bootsanlegestelle beim Camping, die privat betrieben wird. Dort sind, laut Fasnacht, die Bewilligungen vorhanden, den bestehenden Bootsanlegeplatz von 13 auf 24 Plätze zu erweitern. «Der Kanton gibt elf Plätze von seinem Kontingent ab», erklärt Fasnacht und sorge damit für eine weitere Zentralisierung von Bootsplätzen.

Wie geht es weiter?

Als Vorteil der zentralen Bootshäfen – vor allem der grossen – gilt die Entlastung der Aareufer. Konkret wird weniger Uferlänge beansprucht. Als bereits realisiert gelte eigentlich nur der Bootshafen Solothurn und das «Kocherprojekt» (Altreu) sowie im kleinen Stil das «Sängli». Mit dem allfälligen Bau des Bootshafens Grenchen seien bezüglich Zentralisierung die grossen Würfe wohl ausgeschöpft, erklärt Gabriel Zenklusen, Leiter Wasserbau beim Amt für Umwelt. «Es ist ja nicht die Idee, alle Bootsplätze zu zentralisieren – es wird immer ‹Pfostenplätze› geben.» Allenfalls sei noch lokal Potenzial für eine Zusammenlegung von Bootsplätzen.