Öschberg-Koppigen
Zeitgenössische Kunst: Ausstellung von zwei Solothurnern im Park

Im Park der Gartenbauschule Öschberg-Koppigen sind 26 Kunstobjekte von Marc Reist und Heiko Schütz zu sehen. Dies ist bereits die dritte Ausstellung der beiden erfolgreichen Künstler.

Gundi Klemm
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Marc Reist und Heiko Schütz (l.) im Park der Gartenbauschule Oeschberg-Koppigen, wo beide Skulpturen zeigen.

Marc Reist und Heiko Schütz (l.) im Park der Gartenbauschule Oeschberg-Koppigen, wo beide Skulpturen zeigen.

Gundi Klemm

«Insidern» in der erweiterten Region ist bekannt, dass die Gartenbauschule Oeschberg über einen wunderbar mit altem Baumbestand und üppiger Bepflanzung gepflegten Park verfügt, der auch der Öffentlichkeit zugänglich ist. Bis zum 18. Oktober ist hier eine Ausstellung mit Werken der beiden Künstler Marc Reist (Schnottwil) und Heiko Schütz (Niederönz) zu sehen.

Nach 1995 und 2005 ist dies nun die dritte Ausstellung, die beide Künstler hier im Park gemeinsam realisieren und die schon an der Eröffnung für viel positives Echo sorgte. Andreas Graf, Präsident des Fördervereins Oeschberg, und Irene Hänsenberger, Präsidentin des Schulrats der berufsbildenden Schulen an der bernischen Emme, betonten an der Vernissage die beispielhaft gelungene Verbindung von Natur und Gegenwartskunst.

Ehern steht seit rund 20 Jahren ein mächtiger «Knoten» in der Parklandschaft, den Heiko Schütz schuf und der so eindringlich das in der Gartenbauschule Oeschberg gelebte Zusammenspiel von Natur, Bildung und Ästhetik symbolisiert.

Vor allem mit diesem Knoten-Thema wurde Schütz, der aus Kirchberg stammt und lange in Burgäschi lebte, in Solothurn und im Oberaargau bekannt. Dazu kamen seit den Achtzigerjahren seine beweglichen eisernen Bilderbücher, die in variationsreichen «Kopfbüchern» ihre Weiterentwicklung gefunden haben. In weiteren seiner Skulpturen ahnt man noch Lehrmeister Luginbühl, dem er in der damaligen Firma von Roll in Gerlafingen assistierte. Schütz setzte seinen Weg eigenständig fort, indem er das Material Eisen ideenreich und handwerklich vollendet in vielgestaltigen Formen zum Leben erweckte. Mit 14 Werken, die dekorativ Fächer, Schlaufen und angedeutete Flammen zeigen, ist er im Park präsent.

So wie Schütz inzwischen über die Landesgrenzen hinaus bekannt, ist der Bildhauer und Maler Marc Reist. In der internationalen Kunstwelt ist er mit seinen Ausstellungen im In- und Ausland ein Begriff. Sein wie seidig wirkender Marmor, dem der auch in der Ausbildung junger Kunstschaffender tätige Schnottwiler weich schwingende und überraschende Formen verleiht, tritt hier im Oeschberg kontrastierend in Verbindung mit anderen Materialien.

Feine metallische Geflechte und Objekte aus beschichtetem Beton erlauben Durchblick und Dialog mit der Umgebung. Sein gerne mehrfach verwendetes leuchtendes Rot auf kantigem und geschwungenem Stahl wird zum Blickpunkt im Park, der mit zwölf wirkungsvoll positionierten Werken eine Retrospektive seiner Arbeiten seit 1998 vermittelt. Ein Rundgang im Park gestaltet sich grundsätzlich anregend, unabhängig davon, ob sich die Empfindung von Harmonie im Zusammenspiel zwischen Kunst und Natur einstellt.