Nutzungsplanung

Zeit der Visionen und Ideen ist bald vorbei: Attisholz Nord erhält ein neues Gesicht

Grundeigentümer, Planer, Gemeinde und Kanton haben eine vorläufige Nutzungsplanung über das Areal Attisholz Nord mit den Villen und den zwei Höfen erarbeitet. Nun folgt die Mitwirkung durch die Bevölkerung von Riedholz. Diese hat 45 Tage Zeit, Anregungen, Wünsche und Kritik einzubringen.

Grundeigentümer, Planer, Gemeinde und Kanton haben eine vorläufige Nutzungsplanung über das Areal Attisholz Nord mit den Villen und den zwei Höfen erarbeitet. Nun folgt die Mitwirkung durch die Bevölkerung von Riedholz. Diese hat 45 Tage Zeit, Anregungen, Wünsche und Kritik einzubringen.

Der Investor Halter AG, Planer und Gemeindepräsidentin rufen die Riedholzer Bevölkerung zur Mitwirkung an der Nutzungsplanung des Areals Attisholz Nord auf.

Am nächsten Dienstag wird die Bevölkerung zu den Nutzungsplänen in Attisholz Nord informiert. Vorbei ist dann die Zeit der Visionen, Ideen und Masterpläne. «Vorgespurt wird eine städtebauliche Entwicklung des Areals für die nächsten 20 bis 30 Jahre», sagt Planer Thomas Ledermann. Er spricht von einem Generationenprojekt.

Die Entwicklung erfolgt in sieben bis acht Etappen. «Am Ende werden hier 2200 Menschen leben. Wir bauen 1300 Wohnungen und 55'000 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen. Es entstehen 1200 Arbeitsplätze», blickt der Projektplaner der Halter AG, Patrick Senn, weit in die Zukunft. Aber auch ihm sei klar, dass heute nicht vorausgesagt werden kann, wie das neue Quartier in Riedholz sich am Ende präsentiere.

Aus den Plänen der Halter AG entstand ein Richtprojekt und daraus die vorläufige Nutzungsplanung. Diese, vom Kanton vorgeprüft und angelehnt an das von der Gemeindeversammlung Ende 2017 genehmigte räumliche Teilleitbild, erstreckt sich über ein Gebiet, das von der Grösse her betrachtet kaum Vergleichbares im Kanton findet.

Attisholz Nord ist auch ein Milliardenprojekt

Auch finanziell: In der ersten Etappe werden 120 Millionen Franken investiert. Rechnet man das hoch auf das ganze Areal, wird gegen eine Milliarde Franken investiert, kann Halter AG ihre Pläne umsetzen. Sandra Morstein, Gemeindepräsidentin a.i., findet es deshalb wichtig: «Dass der Bevölkerung klar ist, was unten geplant ist. Sie soll die Gelegenheit wahrnehmen und mitwirken. Es wird ja ein neuer Ortsteil.»

Wie soll das Areal genutzt werden? Das Kernareal, jetzt Industriezone, später eine Mischzone Wohnen und Gewerbe, ist umgeben von der Gehöftzone. Zu den Villen werden dereinst in gebührendem Abstand und sich unterordnend einige Mehrfamilienhäuser gestellt. Die bei den Villen bestehende Kernzone Erhaltung soll umgezont werden. Die Höfe bleiben erhalten.

Auf dem Areal selber stehen einige Gebäude wie die Kiesofenhalle, der Säureturm oder das Verwaltungsgebäude sowie das Kamin unter kantonalem Schutz. Alle anderen Gebäude, einige stehen auch unter kommunalem Schutz, könnten im Prinzip abgerissen werden. Doch das ist nicht die Absicht des Investors. «Es hat auf dem Areal für die Identität extrem prägende Bauten. Wir wollen unbedingt die Identität des Areals bewahren und weiter entwickeln. Dieses industrielle Gesicht ist eine der Besonderheiten. Wir wollen nicht beispielsweise entlang der Promenade gleichförmige Wohnbauten hochziehen. Was sollte da schöner oder besser sein?», fragt Senn.

Keine einschneidenden Bauvorschriften

Im Kernareal sollen keine ausgeprägt einschneidenden Bauvorschriften gelten. «Das wäre fast nicht möglich, betrachtet man das Bestehende», so Planer Ledermann. Die neuen Bauten sollten sich an den bestehenden Bauten ausrichten, was beispielsweise die Höhe betrifft. «Aber auch ein Hochhaus soll Platz haben.» Diese Möglichkeit müsse aber mit Qualitätsverfahren wie Studienaufträgen etc. begleitet werden. «Wir wollen das Areal ebenso dicht und hoch bebauen können wie bis anhin unter Nutzung und Ergänzung der bestehenden Bauten», erklärt der Investor seine Sicht. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, ergänzt Thomas Ledermann, dass ein zusätzliches Begleitgremium unter anderem mit externen Fachleuten im Projekt beratend mitbeteiligt ist.

Ans Kernareal, das als eine Mischzone für Gewerbe und Wohnen geplant ist, schliesst im Westen noch eine grössere Fläche an, die nur für Wohnbauten vorgesehen ist. Diese Fläche soll aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bebaut werden.

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