Bereits zum dritten Mal hat sich der Gemeinderat Derendingen mit der Totalrevision des Musikschulreglementes beschäftigt. Da weiterhin keine Einigung unter den Parteien erzielt werden konnte, geht der Gemeinderat nun mit zwei Varianten vor die Gemeindeversammlung. Variante A schlägt vor, für die Musikschule künftig einen Sozialtarif und Familienrabatt zu verlangen.

Damit würden Familien mit kleineren Einkommen entlastet. Es wäre sogar möglich, dass ein Kind die Musikschule gratis besuchen kann. Variante B sieht den Antrag von Markus Baumann (SP) vor, der möchte, dass die Musikschule künftig für alle nur noch 120 Franken pro Jahr (300 Franken bei Einzelunterricht) kostet.

Die Gemeinde übernimmt heute das Defizit von rund 113'000 Franken jährlich für die Musikschule. Die Kostendeckung liegt mit dem zurzeit gültigen Tarif bei 21 Prozent. Mit dem Sozialtarif würde die Kostendeckung auf rund 17 Prozent sinken und der Beitrag der Gemeinde würde sich auf rund 140'000 Franken erhöhen. Bei 120 Franken Pauschalbetrag würde die Kostendeckung auf fünf Prozent sinken und der Betrag der Gemeinde sich auf knapp 190'000 Franken erhöhen.

Der Gemeinderat hat zudem mit 6:4 Stimmen beschlossen, der Gemeindeversammlung den Sozialtarif, verbunden mit Familienrabatt, als künftige Lösung zu empfehlen.

Mehr Kinder als erwartet

Dem Gemeinderat lag die Schlussabrechnung für den Neubau Pavillon K!dz vor. Erfreut wurde festgestellt, dass der Kredit von 1,29 Mio. Franken um 11 361 Franken unterschritten wurde. Der Rechenschaftsbericht des Verein K!dz, der im Auftrag der Gemeinde schulergänzende Betreuung anbietet, zeigt zudem auf, dass die Nachfrage die Erwartungen schon von Beginn weg überstieg. Einzig die Betreuung während der Ferien war nicht wirklich gefragt.

Aufgrund der hohen Belegung und des etwas höheren Startaufwandes resultierte für K!dz im Jahr 2017 ein Verlust von 13'899 Franken. Für 2018 wird allerdings ein Gewinn prognostiziert, der den Verlust ausgleichen sollte. Die Betriebsbewilligung ist für 42 Kinder am Mittagstisch und 24 Kinder in den übrigen Modulen ausgelegt. Der Mittagstisch stösst schon bald an seine Kapazitätsgrenze. Die Zahlen zeigen zudem auf, dass Mittwoch und Freitag die Tage mit den schlechtesten Frequenzen sind.

Fusion der Sozialregionen?

Der Gemeinderat hielt seine Sitzung für einmal ausserhalb der Gemeindegrenzen ab. Er liess sich im «Kontiki» in Subingen direkt über die Institution und den geplanten Neubau informieren. Noch wurde aber kein Beitrag für die Erweiterung des Heimes gesprochen.
Gemeindepräsident Kuno Tschumi hat seine Ratskollegen zudem darüber informiert, dass die Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten der Gemeinden die den Sozialregionen Wasseramt West und Ost angehören, eine gemeinsame Sitzung abhalten werden.

Dabei wird auch über die mögliche Fusion der beiden Sozialdienste diskutiert. In Derendingen gab es in den letzten Monaten einige Kündigungen und zudem Krankheitsfälle, weil die Angestellten «am Limit laufen». Es sei dringend nötig, genügend Ressourcen zu haben. Die Anzahl der zu betreuenden Fälle nehme weiter zu, ebenfalls der Regulierungsdruck. (rm)