Der lang gehegte Wunsch der römisch-katholischen Kirchgemeinde Kriegstetten-Gerlafingen geht endlich in Erfüllung: das Pfarreizentrum in der Nähe der Kirche St. Mauritius zu haben. Nach zehnmonatiger Bauzeit wurde das Gebäude gestern Sonntag feierlich eingeweiht. Die Vereinsmusik Kriegstetten eröffnete das Fest in einem zum Bersten vollen Saal. Viele waren gekommen, um das neue Zentrum zu besichtigen. Für die Musiker war es gleichzeitig ein Test, sie dürfen den Saal zukünftig als Probelokal nutzen.

Vom Licht durchflutet

Die Räume sind freundlich und hell. Grosse, bis an den Boden reichende, Fenster gegen alle Seiten und helles Holz an Wänden und Decken sorgen für Leichtigkeit. Der grosse Saal wird zusätzlich vom Licht durchflutet, das durch die Dachfenster fällt. Vom Eingang her hat man direkten Blick durch das Gebäude hindurch auf die Kirche und den Friedhof. Zwei voneinander abtrennbare Räume stehen für den Religionsunterricht oder für Schulungen zur Verfügung. Die Toiletten sind grosszügig bemessen, ebenso die funktionelle Küche und das Buffet, das durch einen dezenten grauen Vorhang vom Saal abgetrennt ist und bei Bedarf geöffnet werden kann. «Nach einer intensiven Planungs- und Bauzeit ist ein schöner, eindrucksvoller Bau entstanden», lobte der Kirchgemeindepräsident Richard Tschol. Besonders hob er die gute Zusammenarbeit mit dem Präsidenten der Spezialbaukommission, Cuno Flück, und dem Architektenehepaar Christiane Ern und Simeon Heinzl hervor.

In einem gemeinsamen Gebet mit dem Kirchenchor St. Mauritius und dem Publikum bat Pfarrer Rudolf Schmid um Segen für das Gebäude. Er wünscht, dass alle, die ein- und ausgehen, die Gemeinschaft fördern und stärken und erhofft sich ein Zentrum das ausstrahlt und hilft, im Kleinen wie im Grossen Versöhnung zu schaffen.

In seiner schriftlichen Grussbotschaft gratulierte Bischof Felix Gmür der Kirchgemeinde zur Realisierung des Zentrums. Er betonte wie wichtig es sei, dass die Gläubigen einen Ort der Begegnung haben, sei doch das Pflegen der Gemeinschaft tief in den Wurzeln des Christentums verankert. Mit dem neuen Zentrum bestehe die optimale Möglichkeit, sich in unmittelbarer Nähe der Kirche zu treffen und Gemeinschaft im Gebet oder anderen Formen des Zusammenseins zu suchen.

Richard Tschol erinnerte das Publikum daran, dass das Projekt für den Neubau eigentlich der Stiftung «focus jugend» zu verdanken sei. Um den stetig wachsenden Bedarf an Räumen in ihrem Zentrum für Sonderpädagogik Kriegstetten zu decken, machte sie der Kirchgemeinde ein Kaufangebot für das bisherige Pfarreiheim an der Oekingenstrasse. «Dies brachte das Projekt erst ins Rollen», bemerkte Tschol.