Seit dem Jahr 2010 befindet sich das Wohnheim Kontiki im Zentrum von Subingen. 54 Personen mit geistigen und körperlichen Behinderungen, davon 16 Menschen im AHV-Alter, leben im Heim. 52 werden in der Tagesstätte betreut. Letztere stösst aber an ihre Grenzen. «Wir haben mehr Plätze bewilligt, als wir effektiv Plätze anbieten können», so Heimleiter Oscar Schmid.

Schon vor zwei Jahren hat die Stiftung gleich neben dem Wohnheim ein Grundstück erworben, und darauf soll nun ein Erweiterungsbau aufgestellt werden. Der Neubau wird mit 8,5 Mio. Franken veranschlagt. Mit allen dazugehörigen Arbeiten wie etwa der Umgebungsgestaltung kommt das Projekt auf 10,4 Mio. Franken zu stehen.

Fünf Millionen sollten per Spenden hereingeholt werden. Für deren Beschaffung wird ein Patronatskomitee gegründet, dem Regierungsrat Roland Heim vorsteht. Er hat gemeinsam mit Stiftungsratspräsident Hans Ruedi Ingold und Oscar Schmid am Mittwochabend zu einer ersten Information zusammengerufen. Dabei wurden das «Kontiki» als Institution und der Neubau vorgestellt.

«Alle sind fröhlich»

Roland Heim hob mehrmals die spezielle Atmosphäre hervor, die im «Kontiki» herrsche. «Die Menschen hier sind fröhlich und offen. Sehr schnell wird man wie ein alter Bekannter begrüsst.» Die Betreuung der Bewohner sei auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen zugeschnitten. «Die Menschen werden gefördert, aber auch gefordert.»

Oscar Schmid verdeutlichte dies. Vor hundert Jahren habe man Menschen mit einer Behinderung möglichst weit weg vom Dorf verwahrt. «Seit 2014 gilt die UNO-Behindertenrechtskonvention.» Damit liege der Fokus nicht länger bei einem defizitorientierten Blick auf die Beeinträchtigungen und Einschränkungen eines Menschen, sondern auf der Umwelt und der Gesellschaft. Die Umwelt solle sich dem Menschen anpassen, und ihm jene Hilfestellungen zukommen lassen, die er braucht, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Gerade Letzteres wird im «Kontiki» grossgeschrieben. Oft werden beispielsweise Anlässe gemeinsam mit der Schule und den Vereinen durchgeführt.

«Man kann sich fragen, ob wir vor zehn Jahren falsch planten, als das Wohnheim hier gebaut wurde, weil wir jetzt schon zu wenig Platz haben», gab Schmid zu. Mit dem Erweiterungsbau sollen neu 60 Plätze in der Tagesstätte angeboten werden. Als das «Kontiki» nach Subingen zog, gab es laut Schmid noch mehr geschützte Arbeitsplätze als heute. «Wir haben vermehrt Anfragen von Menschen, die ausserhalb leben, aber bei uns arbeiten möchten.»

Zudem würden auch Menschen mit einer Behinderung heute älter. Dieser Tatsache soll mit dem Erweiterungsbau ebenfalls Rechnung getragen werden, indem auch neuer Wohnraum geschaffen wird und das Heim um zehn Plätze aufgestockt werden soll.